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Tskranggesang

Autor: Dradon


Es ward dunkel, als ich vor Erschöpfung und Trauer in Asche gewälzt einschlief.

Als ich aufwachte wollte ich nur noch von diesem Ort weg. Meine Füße sollten mich soweit wie möglich tragen. Ich aß nichts und nahm nur unterwegs einen Schluck Hurlg, aus der Flasche die ich mitgenommen hatte. Gen Mittag war ich wieder am Tylon. Ich hatte mich teilweise durch Gestrüpp geschlagen, weil mir auf der Straße zu viele Gesichter Ausschau nach dem "bösen Ork" gehalten hatten. Vielleicht gab es ja noch mehr von diesen Elfen oder vielleicht Freunde, die genauso gern ein Schwert in mein Gesicht halten wollten.

Ich kam also durch das Unterholz gestolpert und dem Rauschen folgend am Tylon an. Es zeigte sich mir ein Anblick von über aus strahlender Schönheit. An einem sandigen Strandabschnitt des Tylon war eine riesige Sandburg im kleinsten Detail ausgearbeitet und mit Muscheln oder kleinen Glitzersteinen verziert auf meine Größe hochgezogen worden. Ich wanderte gar einmal rundherum. Die detaillierte Ausarbeitung jeder noch so kleinen Rundung und die Statik dieses Kunstwerks faszinierte mich und fesselte meine erstaunten Körper an den Ort, so dass ich mehrere Momente nicht einmal mehr wusste, wo lang ich wollte. Ich bemerkte später, dass zu diesem Zeitpunkt mein Kummer fast vollständig aus meinem Geist verschwand. Ich vermute, dass es mit einem heilenden Effekt der Stelle in Verbindung steht. Ich ruhte mich also aus und ergötzte meine Augen an Sand, Muscheln und Steinen.

Plötzlich wehte mir der Geruch von frisch gebratenem Fisch entgegen und mir kam seit dem Morgen endlich ein Appetitgefühl in den Sinn. Es schien mir aber im nächsten Moment wieder erloschen, denn das zweite Mal im Zeitraum eines Sonnenwechsels wurde mir ein silbern glänzender, sehr spitzer und sehr scharfer Gegenstand mit langer Klinge an die Kehle gehalten. Eine wohl melodische und doch eher zischende Stimme und ein blau geschuppter Arm verrieten mir, dass ich es mit einem T'Skrang zu tun hatte. "Wer seid ihr Eindringling", sprach er zu mir in einem Orkisch mit leichtem T'Skrang-Akzent. Ich war erstaunt und drehte mich mit erhobenen Händen ihm zu. "Ich bin ein Troubadour aus...", ich musste kurz überlegen. " ... aus dem Norden auf dem Weg Richtung Süden. Mein Name ist Dradon Trigjul und ich bewundere diesen Kunstbau aus Sand." Der Langdolch verschwand von meiner Kehle, ruhte aber noch in der Hand des T'Skrang, bereit sofort vor zuschnellen, sollte ich etwas falsches sagen, während der Besitzer mich musterte, bevor er mir bedeutete zu folgen.

Ein paar Meter von der Burg entfernt, erzählte er mir, dass es ganz in der Nähe ein T'Skrangdorf gab und ich einen Ort der Ruhe und des Gebetes betreten hatte, der zu dieser Gemeinde gehörte. Er war alarmiert worden über einen Eindringling in ihr Gebiet und dachte, dass ich ein Kundschafter eines Orkbrennerklans wäre. Ich beschwichtigte und wiederholte, dass ich wirklich keine Bosheiten vor hatte. Im gleichen Zuge entschuldigte ich mich für mein Verhalten, ich konnte es ja nicht wissen. Ich sah wie sich die Muskulatur unter den Schuppen entspannte und dann stellte sich mein Gegenüber vor. Sein Name war Lonaha und er war eine sie. Als Lahala, das ist ein Familienoberhaupt im Dorf, lud sie mich ein

Lonaha erzählte mir, das sie ebenfalls eine Troubadoura sei, die dem legendären Beispiel der Shivalahala des Aropagois T'Kambras folgte. Weiter sprach sie davon, dass ihre Vorfahren von diesem mittlerweile nicht mehr existierenden Aropagois stammten und sie wollte dieses Ahnenband aufrecht erhalten und das Aropagoi neu gründen, so wie es auch schon Andere vor ihr geplant hatten. In ihrem Dorf würde Jedaiyen Westhrall, die berühmteste T'Skrangpiratin, ein und ausgehen. Von ihren Abenteuern und den Führungskünsten hörte ich in den folgenden Tagen am Meisten. Lonaha nahm mich mit in ihr Dorf; sie schwamm, während sie ein aus Schilf geflochtenes Schiff zog, in dem ich saß. Dort angekommen wurde ich als Gast in die Gesellschaft aufgenommen und wohnte fortan mit Lonaha in ihrem Haus. Da Lonaha schon mehr Erfahrung in unserer gemeinsamen Disziplin gesammelt hatte, bat ich, ihr Schüler werden zu dürfen. Sie bot mir erst einmal ein Bett in ihrem Haus an. Ich bewegte mich meist über Wasser und wartete am Ufer, wenn die T'Skrang unterwegs waren. Später brachten sie mir schnelles Schwimmen bei und ich übte meine Ausdauer. Trotzdem mochte ich meine Landaufenthalte mehr, auch wenn ich von einem ihrer Cousinen eine Kiemenmaske geschenkt bekam.

Nach einer Woche nahm Lonaha mich als ihren Schüler auf. Ich lauschte allen Erzählungen, ließ mich in Rhetorik schulen und übernahm alles was sie mich lehrte. Ich lernte ihre Sprache sprechen, lesen und schreiben, sowie die Sprache der Windlinge. Es fehlte ihr selbst nur noch die Sprache der Obsidianer, die sie selbst nach einem Monat genauem Studium nicht verstanden hatte. Sie drang in die Theorien hinter dem Leben als Troubadour ein und stellte mir die Verbindung zur Magie dar. Ich lernte nebenbei von ihr fischen und schnelles Schwimmen, sowie flechten, schnitzen und jonglieren. Ich verbrachte so viel Zeit mit ihr, dass ich ganz vergaß, dass ich einmal eine tief sitzende Abscheu gegen T'Skrang hegte. Ich gab alle mir bekannten Geschichten und Fabel zum Besten, feilte an den Details und prägte mir ihre Erzählart ein. So vergingen drei Mondzyklen und ich war seid langem mal wieder glücklich.

Sie überreichte mir einen fein säuberlich geschnitzten Holzfisch, mit ihrem Namen auf der einen Seite und T'Kambras auf der anderen, als Zeichen einer Freundschaft, deren Pfade sich hier trennen würden. Ich wusste, dass sie mich mochte, ich mag sie auch, aber dennoch musste ich gehen und ich ging - ihr zuliebe. In einem selbstgeflochtenem Schilfboot, mit einem selbstgeschnitzten Paddel und ihrem Fisch an einem Anhänger um den Hals machte ich mich auf dem Tylon Richtung Süden.


Eine kurz Abhandlung des T'Skrangdorfes T'Comp (in der Sprache der T'Skrang verfasst):

Das Dorf besteht aus fünf Fundamenten, jeweils mit einer Lahala als Oberhaupt, wie bei den T'Skrang üblich. Im Tylon befinden sich als Abbild der fünf Familien ebenfalls fünf Türme, die als Schutz und Hafen dienen. Ihre magischen Reffe habe ich nicht kennengelernt, da sie mich als Ork nicht in die Familie aufnehmen konnten (oder auch wollten). Ich bin damit vollkommen einverstanden. Schließlich ist es eins der bestgehüteten Geheimnisse eines T'Skrangdorfes. Auch mein Geschick im Klettern hat sich verbessert, durch die viele Kletterei beim Aufpassen auf die kleinen Mitglieder. Die Brutstelle habe ich nie betreten und diese ist noch viel besser behütet als das Geheimnis der Reffe. Um das Dorf herum finden sich mehrere Wachposten und am Strand entlang wurden wie oben beschriebene Sandburgen errichtet. Diese werden als heilige Orte angesehen und haben eine beruhigende Wirkung auf freundlich Gesinnte.

Wenn Ihr weiter blättert gelangt ihr zum nächsten Kapitel namens südwärts.





letzte Änderung 10-Jun-2010 13:45:06 MESZ von Dradon.



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