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Der Schlußstein

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in mächtiges magisches Artefakt aus Ohn soll im Besitze Omasus sein, der es in einer Auktion in Märkteburg versteigern wolle - dieses Gerücht führte X'Lerul und Ak umgehend in diese größte Metropole Throals. X erinnerte sich zurück. Die Zeit in Ohn hatte sich in seine Erinnerung eingebrannt, denn auch wenn er nicht offen darüber sprach, wachte er manche Nacht noch schweißnaß auf und fühlte mit pochendem Herzen die brennend eisigen Klauen der Dämonen, die er mit seinem bloßen Körper als lebende Barriere am Eindringen in unsere Welt hinderte. Ak bemerkte wohl das Schweigen seines Freundes unter dessen prahlerischen Fassade und dachte an diesen ausgedörrten T'Skrang, den er damals gestrandet am Ufer des Todesmeeres gerettet hatte, und grinste, viel verändert hatte sich nicht.

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urch den vertrauten Marktplatz von Märkteburg schlendernd, genoß X den Respekt der vornehmen Bürger und Ak die jubelnde Kindermenge kleiner Orks, die ihren großen Helden um Autogramme baten, als Ak bei einer Laune in den Astralraum schaute und eine Gruppe verdächtiger Gestallten entdeckte, die eindeutig schwarzmagische, dämonische Artefakte bei sich trugen, zu ihnen herübersahen und beim Anblick Aks das Weite suchten. X, von dieser typischen Reaktion auf seinen Weggefährten nicht sonderlich überrascht, hörte Ak nur "Dämon" brüllen und schaute zu, wie Ak, gefolgt von der jubelnden Gruppe seiner minderjährigen Fans, nach typisch orkscher Manier einen Weg durch die Menge des Marktes pflügte. Die Augen leicht nach oben verdreht, mußte X zusehen, wie ein ganzer Käsestand samt Inhaber in die Luft flog, und nahm fadenwebend die Verfolgung auf, noch rätselnd, ob er die Flüchtenden oder doch mal wieder Ak aufs Ziel nehmen müsse.

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k stürmte mit gezogener Axt um eine Ecke und fand die drei Gestallten, Menschen, zwei von ihnen flüchteten über eine Mauer, der Dritte stellte sich Axt mit gezogenem Kurzschwert in den Weg, seine Augen waren komplett schwarz. Als X um die Ecke bog, war der Schädel des Menschen schon in zwei saubere Hälften geteilt und hörte hinter sich die Stadtwache rufen. Derlei Situationen bekannt, zauberte er sich Metallfluegel und schnappte sich Ak. Hinter der Mauer sah er den Menschen mit dem dämonischen Artefakt zum Tempel Garlens flüchten, Ak riß sich los und glitt durch Luft dem Zweiten entgegen, den er mit der stumpfen Seite der Axt zu Boden schickte. X jagte dem Ersten einen Querschlaeger entgegen, der von Wucht des Zaubers in die offene Tempeltür geschleudert wurde.

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aum im Tempel angekommen, mußte X erkennen, daß sich der Hoheprister um den verletzten Mann sorgte und X harsch zur Rede stellte. Offenbar hatte der Tempel nach dem Artefakt geschickt. Die Boten hatten ihren Blutschwur erfüllt, daß Artefakt sicher zum Tempel zu bringen. X erwiderte, daß zumindest einer der Boten im Banne eines Dämons war. Der Priester, besorgt, studierte die astrale Struktur des Boten und fand den Einfluß Ristuls, dessen Präsenz sich auch in dem Artefakt, einem kleinen Holzkästchen, wiederfand. Gemeinsam studierten X und der Priester die Leiche des getöteten Boten und entdeckten eine zweite Dämonische Präsenz, die schließlich Ak als Werk des Dämons Ganondor Der Parasit erkannte, des Dämons, dessen vermeintliches Ziel die Vernichtung des Garlentempels in Märkteburg war.

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estürzt eilten sie zum Tempel zurück und umgaben das Artefakt mit einem mächtigen Bannkreis. Der Priester beeilte sich zu erklären, daß dies ein Artefakt aus Ohn sei, das Omasu zu versteigern gedenke, eine Idee, die Ak und X mit äußerster Skepsis bedachten. Sie untersuchten das Artefakt und entdeckten schließlich mit der Hilfe eines befreundeten Scholaren, der ein Experte auf dem Gebiet der Drachensymbolik ist, daß es sich um ein Artefakt der Drachen handelt, um einen sogenannten Schlußstein, der einen Schlüssel zu einem alten Geheimkult der Drachen enthällt. Inhalt des Kästchens war ein eiförmiger schwarzer Stein, in dessen äußere Hülle bewußt eine dämonische Aura eingearbeitet war. Der Stein war mit astralen Runen bedeckt und bestand aus verschiebbaren Gliedern. Der Scholar erklärte, daß es sich um ein Kryptix handele, eine uralte Methode der Drachen, Nachrichten sicher aufzubewahren. Nur, wer es schaffe, den Code zu lösen und die Glieder in die richtige Anordnung zu bringen, könne den Stein öffnen, ohne den Inhalt zu vernichten. Der Inhalt bestehe aus Pergament mit einer besonderen Magischen Struktur, die sich beim Kontakt mit der dämonischen Präsenz der äußeren Hülle sofort vernichte. So sei sichergestellt, daß bei gewaltsamer Öffnung des Artefakts die Botschaft unbrauchbar würde.

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aum hatten X' und Ak die ganze Tragweite der Geschehnisse begriffen, betrat Omasu den Tempel. Zu seinem Gefolge gehörten zwei siebtkreisige Obsidianer, der eine Schwertmeister, der andere Krieger, sowie ein Magier des neunten Kreises. Omasu begrüßte den Hohepriester und X' und Ak, die ihm von früheren Begegnungen bekannt waren, aber er ging auf die drängenden Fragen der Abenteurer nicht ein und bestand nach einem ersten Blick auf das Artefakt auf einem Gespräch mit dem Priester unter vier Augen. X' nutzte die Zeit für einen Abstecher in die Bibliothek, während Ak den Magier auszufragen versuchte, jedoch an seiner kühlen und bestimmten Art scheiterte. Was seinem überaus aufmerksamen astralen Blick jedoch nicht entging, war der doppelte magische Schutz der Truppe Omasus: Ein unbekannter Illusionszauber gab eine normale Magische Präsenz vor, doch scheiterte Ak an einem darunterliegenden starken Gegenzauber. Ak forderte den Magier auf, seinen Schutz für einen Moment zu senken, und wies auf die Gefahr durch Ganondor Der Parasit hin, aber der Magier weigerte sich, in einer solchen Situation auch nur an so etwas zu denken. Ak, der Rage nahe, verlangte die Auktion einzustellen, worauf der Magier nüchtern entgegnete, es sei keine Auktion unter Namensgebern, Omasu handele nur im Auftrag der Namensschaffer, und falls Omasu dies für richtig halte, werde er Ak und X'Lerul in die Hintergründe einweihen.

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nterdessen fand X'Lerul in der einzigartigen Bibliothek Märkteburgs trotz der Hilfe eines Scholaren, der ihn mit seiner übereifrigen Verehrung Zeit und Nerven raubte, weitere Hinweise zu drachischen Kulten. Die Drachen, in ihrer Haltung zu den Namensgebern in zwei Lager geteilt, sind ihrer Schöpfungsgeschichte nach genau wie die ganze Welt die direkten Nachfahren Nachtbesiegers. Nachtbesieger war ein Konstrukt Verijgorms und lehnte sich gegen seinen Schöpfer auf, starb aber im Kampf gegen ihn. Ein uralter Drachenkult, der "Kult des Eis", solle nun ein sehr unpopuläres Geheimnis bewahren. über die Natur dieses Geheimnisses gebe es nur Vermutungen. X'Lerul überflog die diversen Gerüchte, bis er eines fand, das mit Dämonen zu tun hatte: Die Mächte des Lichtes begingen demnach den Fehler, ihre eigene Herkunft und letztlich auch ihre Natur zu verneinen, weil sie die in allem existente dämonische Seite bekämpften. Aus diesem Grund nur gebe es die Plage. Die Rettung liege in den Schlusssteinen, besonderen Namensgebern und -schaffern, die in jeder Rasse existierten und eine offensichtliche dämonische Seite in sich tragen. Der Kult des Eis schütze seit Äonen diese Geschöpfe und ihre Nachfahren.

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masu trat gerade mit dem Priester aus der Besprechung, als X'Lerul zurückkehrte. Omasu erklärte, das heute Nacht Erdschatten selbst die Versteigerung leite und bis dahin der Stein beschützt werden müsse. Warum denn die Drachen nicht selbst auf ihren Stein acht gäben, fragte Ak. Omasu konnte nur vermuten, dass es um zwei konkurrierende Fraktionen ging und die Namensgeber als neutral angesehen wurden. Und wohl auch als zu dumm und unfähig, irgend etwas mit dem Stein anfangen zu können. X'Lerul lies einen stolzen Blick über die Runde schweifen und sagte Omasu, dass es dann wohl eine Frage der Ehre sei, worauf Omasu und der Priester nickten. Unter dem Zeichen Munbryjes nahm man sich gemeinsam des Kästchens an.

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s war Ak, dem die feine Einlegearbeit im Holz des Kästchens auffiel. Ein Ei, symbolisiert duch helles Funier, schien geradezu magisch exakt in das Holz des Kästchens eingearbeitet zu sein. "Unter dem Ei musst Du suchen", murmelte der Scholar, dies sei ein oft zitierter Satz im Zusammenhang mit dem Kult des Eis. Ak fiel ein nadelgrosses Loch auf der Innenseite des Deckels auf, gerade unter dem Ei... und mit ein wenig Geschick gelang es ihm tatsächlich, das Funier herauszudrücken. Auf der Rückseite des Funiers stand in einer merkwürdigen Schrift eine Strophe. Keiner der Anwesenden war in der Lage, diese Schrift zu entziffern, selbst unter Einsatz magischer Kräfte. "Es muss etwas sehr einfaches sein", bemerkte der Scholar, als ihm ein Tropfen einer schwarzen Flüssigkeit auf die Schulter fiel.

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leichzeitig schauten sich Männer und Obsidianer an, langsam den Blick zur Decke hebend, wo sich ein Strudel aus schwarzer Essenz sammelte. "Raus hier!", brüllte Omasu, und X'Lerul nahm geistesgegenwärtig das Artefakt an sich, nur der Priester stand mit offenem Mund ungläubig unter dem Geschehen, das gerade seinen heiligen Tempel des Munbryje entweihte. Ak und X'Lerul hatten schon zu viel in ihrem Leben gesehen und rannten mit aller Kraft den Tempeltoren entgegen, als vor ihnen eine Blähform materialisierte. Hastig schauten die Helden zurück, nur um die gleiche Szene hinter sich zu erblicken, und noch schlimmer, des Priesters Haut schälte sich von seinen Knochen, als ein Wurmschädel die Szene betrat.

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m Tempel war die Hölle los. Der Priester schrie wie ein Tier, was den Wurmschädel, der ihn gerade häutete, für einen extatischen Moment abzulenken schien. Omasus Männer kämpften gut und nutzten die Chance, die Kreatur zu Fall zu bringen. Ein schneller Stich beendete des Priesters Qual.

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ie ein Blitz schmetterte Ak Therats Axt in die quallenartige Masse der Blähform. Stinkendes schwarzes Blut spritzte ihm entgegen. Die Blähform hieben in wilder Wut mit ihren Tentakeln und Zaubern auf den alten Ork ein, und zu ihrer voreiligen Verzückung ging er in die Knie. Ein Team, das keine Worte brauchte - X'Leruls Augen blitzten, als sein Querschläger über den sich duckenden Ork hinweg mit voller Wucht in den Dämon krachte. Geschmeidig sprang Ak empor und schlitzte das Viech von unten bis zur Spitze auf. Der Weg war frei, wenn auch rutschig.

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raussen sammelte sich der Trupp. Der Magier, als letzter, feuerte einen gleissenden Zauber in den Tempel zurück. "Zum Handelshaus!" befahl Omasu. X'Lerul nickte ihm zu. Es war nicht seine Art, vor einer Gefahr davonzulaufen, aber der Schutz des wertvollen Artefaktes lies ihm keine andere Wahl. Die Alarmglocken des Tempels wurden geschlagen. Nicht lange, da war sich X'Lerul sicher, und die Elitegarde Märkteburgs werde zusammen mit den hochstufigen Questoren Munbryjes die Kontrolle zurückgewinnen. Kaum hatte er dies gedacht, sah er drei Magier von Süden in den Tempel rennen. "Schaut, Meister Sorokan? Ja rennt der denn überhaupt in die richtige Richtung?" warf Ak grinsend in die Runde, die sich schon im Laufschritt auf zum Handelshaus machte.

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as Handelshaus Omasus in Märkteburg war einer der sichersten Orte Barsaives, daran konnte kein Zweifel bestehen, dachte sich Ak, als er durch die schweren Runentore schritt. Trolle in schwarzen Rüstungen, groß wie Berge, standen wie Interieur in der marmornen Empfangshalle. Pah, Ak zeigte ihnen nur einen abfälligen Blick und schätze, daß er sie in zwei Runden zu Brei gegkloppt haben dürfte, mit nur einem Arm. X'Lerul sah die stolz gestreckte Brust seines alten Kumpanen und seufzte ein wenig, solcherlei Verhalten war ihm selbst nicht unbekannt, und umsomehr wußte er darum, wann man sich der Lächerlichkeit preisgab.





letzte Änderung 21-Mai-2007 21:11:28 MESZ von unknown.



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