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Das Erste Zeichen

"D

as erste Zeichen" führt die Schüler des Lebens nach Scavia, wo sie auf einen dämonenverseuchten Drachen treffen, der scheinbar wahllos scavische Dörfer zerstört und die Namensgeber gnadenlos dahinschlachtet.

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ie Nachricht erreichte Liar Grünweg zuerst. Der Troubadour hatte sich nach den letzten, beschwerlichen Abenteuern der Schüler des Lebens mehr und mehr auf die Arbeit für die Überlandhandelsgesellschaft konzentriert. Mehr als anderthalb Jahre war es her, das er mit seinen Freunden die epische Schlacht gegen den Dämon "Verräter" und seine Schergen geschlagen und gewonnen hatte. Doch dieser Sieg schmeckte bitter, zu viele enge Freunde, Bekannte und auch Familienmitglieder der Schüler waren vom dämonischen Einfluß berührt und vernichtet worden. Ihr Ruf als Helden war wieder hergestellt, doch die Zeit war einfach gekommen, einander fürs Erste "Lebewohl" zu sagen und einen eigenen Weg einzuschlagen. Sein Weg führte heraus aus den lauten, vor Leben und Frohsinn strotzenden Tavernen, weg von all den Partys und Empfängen, hinein in die Welt des Handels. Hier konnte er seine angeborenen und erlernten Talente weiterhin nutzen und zum ersten Mal in seinem Leben in wirklich viele bare Münzen umwandeln. Er war zufrieden mit diesem kleinen Leben, und so erfüllt vom geschäftlichen, dass er gar nicht bemerkte, wie seine alte Energie und sein Frohsinn umgewandelt wurden in bürokratisches Denken und geizige Einsamkeit. E

s war ein Abend wie immer, die Passion Dis hatte ihre eiskalte Klaue wieder nach ihm ausgestreckt und hielt in einem Wust aus Abrechnungen und Gewinnschätzungen gefangen, als es an seiner Tür klopfte. Der Besucher stellte sich als Brolx Wijngaar heraus, einem seiner alten Ausbilder in der scavischen Leibgarde. Er bat Liar ohne Umschweife um Hilfe, denn ein scheinbar wahnsinniger Drache hatte in den letzten Wochen mehrere Dörfer in der Nähe Scavias vernichtet und war selbst für die starke Leibgarde der scavischen Adeligen eine Nummer zu groß. Als Liar mit Verweis auf seine unglaublich wichtigen Aufgaben in der Handelsgesellschaft ablehnte und auch die Apelle an seinen Stolz als Held überging, erwähnte Wijngaar nebensächlich, dass Liars alte Liebe Lady Lillia sich von ihrem Mann getrennt hatte und somit dem Adel nicht mehr angehörte. Diese Aussicht überzeugte Liar sofort und er versprach dem Scavier, die Schüler des Lebens wieder zu vereinen und dem Königreich zu Hilfe zu eilen. E

r nutzte die Wege der Handelsgesellschaft zur Übermittlung seiner Botschaft und nur eine Woche später trafen sich die Sieben in Fallam, um von dort mit der Nachtschleicher nach Scavia zu fliegen. Liar zögerte mit der Wahrheit herauszurücken, als er sah in welchem Zustand sich seine alten Kampfgefährten befanden. Felix Felsenschmeisser hatte es geschafft, in den Monaten der Abwesenheit ca. 80 kg an Speck zuzulegen und hatte sich augenscheinlich daran gewöhnt, seinen Clan sitzend zu befehligen. Berian und Trillian hatten das Findelkind Nute aufgenommen und hielten im Zuge ihrer neuen Aufgabe nicht mehr viel von halsbrecherischen Mutproben. Ak litt scheinbar stark unter seinem fortgeschrittenen Alter, nicht körperlich sondern psychisch. Er hatte sich in eine Art Fitness-Guru verwandelt und faselte ständig etwas von "pro-biotischen Eiweißgetränken und "Orkic-Walking". In diesem Sinne begann er sofort, sich um Felix´ schwammigen Körper zu kümmern. P´Tiana hatte in Travar eine Sex-Shop-Kette eröffnet und führte als Expertin durch diverse "Selbstfindung durch Tantra"-Seminare. Nur Sorokan wirkte immer noch so ruhig und interessiert wie früher, aber seine Begeisterung für die weltliche Dinge hatte sich sowiso immer in engen Grenzen gehalten und die Arbeit in der Akademie der magischen Künste in Throal hielt ihn hellwach. D

ennoch hielt es Liar in diesem Moment für weiser, den Freunden nur die halbe Wahrheit aufzutischen und erzählte etwas von einem Problem mit großen, unbekannten Echsen in Scavia. Er hoffte, dass die alte Verbundenheit und Kampfeslust der Schüler im Laufe der Tage, bei viel Bier und alten Geschichten wieder erwachen würde. Doch seine Hoffnungen wurden enttäuscht, selbst die vermeintlich leichte Aufgabe, ein paar Riesenechsen zu vertreiben erschien den alten Recken zu riskant bzw. zu aufwendig. Dennoch konnte er sie überreden, ihn nach Scavia zu begleiten, um vor Ort mit den Betroffenen zu sprechen. Der Drache blieb auf dem Hinflug weiter unerwähnt... D

ementsprechend unwirsch reagierten Liars Gefährten, als sie am Haupttor Scavias als Drachentöter und Helden empfangen wurden. Ak schlug den Troubadour im Affekt nieder und Trillian fühlte sich böse hintergangen. Der Gedanke an Nute und die Enttäuschung durch Liars Lüge ließen sie sofort an Abschied denken, doch dann erwachte in Felix und Berian der alte Kampfgeist. Angestachelt durch die Worte ihrer Freunde und durch Liars ehrliche Entschuldigung besänftigt blieb auch sie. So entschieden die Schüler des Lebens unter dem Jubel tausender Scavier, den Kampf gegen die Bestie aufzunehmen.

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n der Abendtafel erfuhren die Schüler vom ganzen Ausmaß des Terrors. Zu Beginn, ca vor sechs Wochen, wurde häufig ein hier unbekannter Drache beobachtet, der seinen Hort scheinbar in den Bursu-Bergen angelegt hatte, da er meistens gegen Nacht in Richtung Norden davon flog. Er war ausgewachsen und pechschwarz mit einem in der Mitte geteilten Schwanz. Ein Botschafter wurde zu Bergschatten ausgesandt, aber der große Drache konnte ihm keine Informationen zu dem Neuankömmling geben. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Verhalten des Drachens immer angriffslustiger und schon bald fiel eine erste Handelskarawane seinen Flammen zum Opfer. Ein überlebender mitgereister Geisterbeschwörer überbrachte den sowiso schon geschockten Scaviern die Nachricht, dass dieser Drache von Grund auf dämonisch verseucht sei und neben seine eigenen Fähigkeiten in der Lage war, verschiedenste Dämonenkräfte einzusetzen. Der Verdacht fiel sofort auf Vestrivan, wurde aber schnell entkräftet. Die Herkunft des Drachen und seine Motive bleiben bis heute unbekannt. Nur seine unglaubliche Mordlust und Zerstörungswut wurden immer gefährlicher, verschiedene Dörfer in der Umgebung Scavias machte er dem Erdboden gleich, scheinbar völlig planlos. Eine komplette Garnison der gut ausgebildeten Leibgarde Scavias wurde vernichtend geschlagen, als sie dem Drachen in einem Dorf nord-westlich Scavias entgegentraten. Der Drache erschien diesmal nicht allein, er brachte fünf Jungdrachen mit, kaum mehr als Nestlinge, die bereits über eine erschreckende Kampfkraft verfügten. Auch sie waren rettungslos dämonenverseucht. Aber die scavischen Gelehrten blieben nicht untätig. Sie erkannten eine gewisse Planmäßigkeit in den Angriffen und verständigten die Helden, um beim nächsten Angriff des Drachen zurück schlagen zu können. Außerdem wurden kleine Einheiten von ausgebildeten Kämpfern in die umliegenden Dörfer verteilt, um den Bewohnern wenigstens ein wenig Zeit zur Flucht zu verschaffen. Die meisten von ihnen fielen in den letzten Tagen! Deshalb sei es so wichtig, die Mission schon am nächsten Tag vorzubereiten und ins wahrscheinlich nächste Angriffsziel des Drachen umzuziehen. Eine Auswahl der besten Kämpfer Scavias sollte an der Seite der Schüler des Lebens reisen. Einigermaßen geschockt vom Leid der Bevölkerung stimmten die Helden zu, wohl wissend, dass sie ihrem bisher schrecklichsten Feind entgegenziehen werden.

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orokan war es, der das Thema am späten Abend auf die Ziele des Drachen lenkte. Er wollte Scavia isolieren, soviel stand fest. Die versorgenden Dörfer der Umgebung wurden abgefackelt, die ankommenden Handelskarawanen vernichtet. Der Güterstrom hatte bereits merklich nachgelassen und die Moral der Scavier begann zu wanken. Aber einen Grund für dieses Verhalten schien es nicht zu geben. Während der Diskussion über die Herkunft des Monsters fiel Liar eine alte Sage der Namensschaffer ein, von der er vor Jahren einmal gehört hatte. Der mächtigste aller Dämonen, Verjigorm, soll vor tausenden von Jahren Drachen gejagt und eingefangen haben, um sie irgendwann für seine Zwecke einsetzen zu können. Durch diese Idee nicht sonderlich beruhigt, bereitete die Gruppe ihren Abschied vor und begab sich zu Bett.

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m nächste Morgen brachen die Sieben auf, um in das nahegelegene Dorf Friedstaadt zu ziehen. Und die Scholaren Scythas hatten sich nicht geirrt, dichte Rauchwolken signalisierten einen bereits erfolgten Angriff. Die Schüler zogen ihre Waffen, bereiteten ihre Zauber vor und eilten zum Dorf. Dort angekommen, wurden sie Zeugen eines furchtbaren Gemetzels. Der Drache hatte seine Vorhut ausgesandt und die fünf Nestlinge waren dabei, die stationierten Truppen aufzureiben. Obwohl auch Adepten unter den Kämpfern waren, fielen sie wie die Fliegen, so mächtig waren die Kreaturen bereits. Das Erscheinen der Helden kam allerdings zur rechten Zeit, und mit vereinten Kräften wurde den Feinden der Garaus gemacht. Aber der Kampf war hart, und auch die Schüler des Lebens trugen schwere Wunden davon. Dennoch schaffte es ein Großteil der Bevölkerung dank ihres Einsatzes, das Dorf unverletzt Richtung Scavia zu verlassen. Und das keine Sekunde zu früh, denn auch der mächtige Feind selbst erschien kurze Zeit später. Aber anstatt einen Angriff zu starten, verhöhnte er die Adepten, dass sie in Ihrem erbärmlichen Zustand wohl keine Gegner für ihn wären und setzte ihnen eine Frist bis zum Sonnenuntergang. Dann würde er wieder kommen und sie ein für alle Mal ausradieren. Mit diesen arroganten Worten erhob er sich in den Himmel und verschwand gen Norden. Die Schüler wussten nicht, ob sie nun sehr erleichtert sein sollten, nutzten die Zeit allerdings, um sich zu erholen und Vorbereitungen für die Schlacht zu treffen, die unausweichlich war! A

ls der Drache erschien versank die Sonne gerade hinter den Hügeln des Berglandes und tauchte das Firmament in dunkles, blutiges Rot. Mit einem entsetzlichen Gebrüll versetzte er die Helden sofort in eine Art Panikzustand und die Schüler rannten wie die Hasen in alle Richtungen um ihr Leben. Doch genau dies war der Plan des Monsters. Er konnte seine Angriffe nun zielgerichtet gegen immer nur einen Adepten richten und so die gesamte Gruppe nacheinander ausradieren. Einzig P´Tiana widerstand dem sozialen Angriff des Unholds und ging couragiert zum Gegenangriff über. Von soviel Heldenmut angelockt erschien die Passion Thystonius und half den anderen Mitgliedern der Schüler, ihre Angst zu überwinden und den Kampf zu suchen. Es entbrannte eine schrechkliche Schlacht und es gelang tatsächlich: der Dämonendrache wurde besiegt und vernichtet. Doch in diesem Moment griff eine ganz und gar unerwartete Partei in das Geschehen ein. Felix wurde von einem gläsernen Dämon gepackt und in eine Niederwelt gezerrt, Berian von einer gigantischen Spinne verschleppt. Dann erschien die unsagbar große Hand Hemators und zerquetschte den toten Körper des Drachen. Freundlich und besonnen bat er die restlichen Schüler des Lebens, ihn ihn seiner Niederwelt zu besuchen und sich eine kleine Geschichte erzählen zu lassen. Ihre entführten Gefährten im Hinterkopf, stimmten die fünf zu.

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ie Interdimensionsreise ging blitzschnell und der Ort ihrer Ankunft stellte sich als riesiges, wohliges Esszimmer heraus, auf dessen Tischen schon eine Menu dampfte, das jedem Feinschmecker das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen würde. Am Kopf des Tisches thronte der Anführer der Großen Alten, freundlich lächelnd und für jeden der Anwesenden in der Gestalt seiner Rasse erscheinend. Er bat die Schüler zu sich an den Tisch, lächelte zufrieden und bot jedem von ihnen Essen und Trinken an. Berian und Felix saßen bereits vor gefüllten Tellern und schlugen sich gedankenlos den Bauch voll. Die Magier der Gruppe checkten die Lage durch ihre astralen Sinne, der Raum war dämonisch und schwarz, das Essen und die Getränke allerdings rein. Somit nahmen sie das Angebot des Dämons an.





letzte Änderung 21-Mai-2007 22:00:17 MESZ von unknown.



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