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Der Spieler Hat Gandalf Erschlagen

M

anchmal passieren Dinge, die glaubt man gar nicht. Gerade nicht als Master. Kann sein, daß der Amok-Spieler halt nur so eine Kriese durchmacht und deswegen seine kindischen Aggressionen an diesem Typen namens Erdwurzel auslassen möchte. Am besten lacht man erstmal schön künstlich und fragt dann zur Sicherheit nach, ob der Spieler das jetzt wirklich macht. Die meisten kann man damit auf den Pfad des braven Masterlieblings zurückführen, und die Gruppe bleibt halt am Leben.

F

alls das nicht klappt, so wende man die Logik des längeren Atems an. Das geht so - breit Lächeln und nochmal nachfragen: "Das machst Du jetzt nicht wirklich!".
Spieler: "Doch".
Master: "Nee, komm, das machst Du nicht."
Spieler: "Doch, das mache ich."
Master: "Nee."
... das sollte man lange genug machen, bis das man einen Plan hat oder der Spieler erschöpft aufgibt. Manche Weicheier geben wirklich auf.

A

ber nein, der Spieler will es so. Er fistet den Drachen, und seine Ini ist sogar noch viel höher. In diesem Fall hilft nur noch eines: Durchspielen. Gnadenloses, realistisches Durchspielen. Was würde ein Drache machen, der von elementarer Wichtigkeit für die gerade begonnene Queste und für den Fortbestand der ganzen Welt im Allgemeinen ist, dem ein Ork gerade seine Faust in den Anus schiebt? Klar - verblüfft gucken. Wir müssen uns klar machen, das soeben einer dieser merkwürdigen Momente eingetreten ist, die das wahre Leben und das Rollenspiel auf magische Weise verbinden und von so dumpfen, eindimmensionalen Sachen wie Onlinerollenspielen oder Schach dramatisch abhebt. Du erlebst Geschichte. In all den Äonen der Drachenherrschaft läutet dies eine epochale Änderung ein. Dieser Drache hat einen fantastischen, einzigartigen Moment - etwas neues, noch nie dagewesenes passiert. Vielleicht gefällt es ihm ja sogar. Also: Laß den Würfel entscheiden, die Chance dürfte bei 1 auf einen W100 liegen, aber vielleicht... gut, der Würfel fällt, und dann laß die Gruppe verrecken! Kennst Du die Vielweltenhypothese? Quantentheorie ist ein fantastisches Ding, mit dem man alles begründen kann. Eine Welt von vielen geht den Bach herunter. Das wäre eine Möglichkeit. Aber viel schöner ist es doch, und das wird Gesprächsstoff bis ins Altersheim liefern, wenn Du die ganzen Konsequenzen des gerade passierten weiterspinnst.

W

enn es irgendwie geht, sollte man den Rest der Gruppe halbwegs retten. Vielleicht sagt der Drache ja nur sowas wie "Ihr andern. geht!", oder er ist einfach so einseitig konzentriert, daß der Rest der Gruppe Zeit hat zu flüchten. In so einem Fall mag es ja sein, daß man die Story noch hinbiegen kann, mit einem neuen Charakter in der Gruppe. War Erdwurzel wirklich so wichtig? Hat Gandalf vielleicht nicht noch einen Bruder? Ist das Leben in einer dämonischen Welt der ewigen Verdamnis nicht auch eine Herausforderung? Ich bin sicher, daß man hier immer eine kreative Lösung findet. Notfalls muß man halt die ganze Kampange über Bord werfen und mit neuen Charakteren von vorne beginnen. Was soll's? Ist halt einfach nur ein Spiel, das gerade durch solche Wahnsinnsaktionen an Tiefe gewinnt.

A

n dieser Stelle fände ich es toll, wenn Ihr mal Eure Meinung oder Erfahrungen beschreibt. Hattet Ihr schonmal so eine Amokaktion? Wie seid ihr damit als Master umgegangen? -- Sebastian

ED habe ich selber noch nicht gemeistert, aber genug anderes (vornehmlich SR und DSA). Und wenn die Charas da etwas saublödes machen, dann lasse ich sie das machen. Aber ich erzähle ihnen nicht, dass das saublöde ist. Ich spiele das konsequent durch, als ob nichts wäre. Dann stirbt Gandalf vorzeitig. Und der Balrog reißt auf der Brücke eben ein, zwei, drei Spielercharas in den Tod. Bevorzugt natürlich die Sünder. :-) ODer wenn sie einen Informationsgeber grundlos umlegen, dann kriegen sie die Info auf diesem Wege halt nicht, was bedeuten kann, dass die Charas intime einige Tage ohne Ahnung rumsitzen, bis dann ein ZUfall nachhilft. Und diese Langeweile bringe ich dann auch Outtime am spieltisch hin. Pech. Euer Problem. Und der Zufall führt sie natürlich in einen dunklen Keller, wo die INfogewinnung mit vielen HP bezahlt werden muss. Kurzum: Ich drehe nicht spontan von jetzt auf hier an der Konsistenz meines Planes. Langsam, irgendwann dann schon. Aber nicht gleich. Konsequenzen müssen sein, aus pädagogischer Sicht. Wenn allerdings durch den Fortgang der Geschichte die Charas glaubhaften Grund haben, Gandalf umzulegen, weil ein dummer Zufall sie glauben macht, er sei ein Verräter, dann ist das OK. Dann ist Gandalf tot, und ich als SL muss schauen, wie ich die Geschichte unbeschadet (nicht unverändert) fortführen kann. Dazu bin ich ja da, und die Spieler hocken nicht am PC-Rollenspiel.
Nanander

Ich hatte das nur im Star Wars Rollenspiel (die alte d6 Variante). Die Gruppe machte wirklich Unfug, aber es gelang mir sie gefangenzunehmen ohne das einer starb. Da sagte einer der Spieler, niemals lasse ich mich gefangen nehmen und zündete seinen Thermal-Detonator. Bevor ich was sagen konnte hatte er auch schon gewürfelt und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Alle in der Gruppe starben (unter Ausschöpfung von aller Boni inkl. Forcepoints)außer ihm natürlich, da er beim Wiederstehen eine wahnsinnig hohe Stärke würfelte. Aber weil dies mittem im Stadtzentrum war, eilte recht schnell Verstärkung heran und dann liquidierte ich ihn. Und das fanden dann alle wieder gerecht, lachten und bauten neue Charakter als wäre nix gewesen. Unheimlich oder??? --elidis

Will auch mal nen Star Wars-Rollenspiel spielen =( - gibts das noch? -- Fabian, möge die Macht mit ihm sein

Das kann mitunter aber auch lustig werden, wir haben neulich das Erlebnis gehabt das zwei Adepten im 1. Kreis, grade aus ihrem Kaer gekrochen und in Kratas verlaufen, an Vistrosh geraten sind und bei einem Kampf sein Haus und seine engsten Vertrauten in die Luft gejagd haben (jaja, die rohe Magie... waren glaube ich 86 Initialschaden) - was alle Pläne des Spielleiters bezüglich Vistrosh und irgendwelcher Sklavenjagden auf das Kaer natürlich umgestaltete :)

Wir hatten das mal in einer Spielsitzung. Da hatte Clanngett irgend so einen Ork oder so in einem Lager auftauchen lassen. Dieser Ork schockte mienin Char irgendwie an. Aufgrund der Nachteile des damaligen Charakters reagierte ich meiner Meinung nach charaktergerecht und schoss den Kerl ab. Na ja. Es kam wie bei "The Gamers". Der Kerl war Platt und der SL auch. dementsprechend verlief das Abenteuer etwas sehr anders als se geplant war, doch Clanngett löste es sehr gut.
In anderen Situationen war nicht ich es der den Plot zerlegte sonder eine Mitspielerin. DSA, irgendwo in Aventurien, im Osten eine Stadt, im Westen NICHTS. Wir hatten gerade einen schweren Kampf gegen einen Bären bestritten und waren ziemlich alle, da bestand die Spielerin darauf gen Westen zu ziehen. Der weitere Mitspieler und ich schauten uns an und ließen unsere Chars gen Osten abziehen. Den char der Mitspielerin sowie die Mitspielerin tauchten nicht wieder in unserer Runde auf...
-- TheWho





letzte Änderung 10-Jul-2008 18:43:54 MESZ von unknown.



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