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Über Das Wünschen Und Verwünschen

Autor: die ständig Getrennten


Ausführungen zum Thema "Wünschen und Verwünschen", geäußert vom Magier und reisendem Scholar Eribert Hergimol vor den versammelten Mitgliedern der Grünen Akadamie.

Liebe Sucher der Weisheit und der Vervollkommnung, Gelehrte und Lernende der Grünen Akademie,

Es ist mir eine große Ehre heute hier sprechen zu können. Anlässlich meines Besuches an diesem Ehrwürdigen Ort, hat mich der Dekan darum gebeten, ich möge doch aus meinen Forschungen zum Wesen der Magie einige Erkenntnisse mit den versammelten Scholaren teilen. Selbstverständlich willigte ich gerne ein, denn der Zuwachs an Wissen und Weisheit findet doch erst im Austausch seine wahre Vervollkommnung.

Ich habe mich in den langen Jahren meiner magischen Studien mit den verschiedenen Formen und Arten der Magie auseinandergesetzt. Für den heutigen Anlass habe ich eine davon ausgewählt über die wir wohl am wenigsten wissen. Die sich beharrlich unseren Versuchen sie eingehender zu verstehen zu entziehen scheint. Ich möchte sprechen zum Thema des Wünschens und Verwünschens.


Allgemeines

Wie ich schon angedeutet habe, gibt es unter den Weisen Barsaives keine klare Position dazu, was eigentlich passiert wenn wir uns etwas wünschen. Sicher ist nur, dass man kein Adept oder gar Magiekundiger sein muss, um effektiv wünschen zu können. Gleichzeitig scheint jedoch diese Form der Magie auf den ersten Blick auch eine der unzuverlässigsten zu sein.

Aber was ist das überhaupt: Das Wünschen?

Der Wunsch wird im Allgemeinen verstanden, als ein bewusst artikuliertes Verlangen, dass etwas Bestimmtes geschieht oder nicht geschieht, wobei sich die oder der Wünschende i.d.R. nicht in der Lage sieht dies durch eigene Kraft zu erreichen. Diese Artikulation kann laut und offen stattfinden oder auch nur ein Gedanke sein. Dabei besteht eine recht große Einigkeit darüber, dass der Wünschende dabei auch ein Signal durch den Astralraum sendet, das die Nachricht seines Wunsches enthält.

Dieses artikulierte Verlangen lässt sich weiter einteilen:

Zielt dieses Verlangen auf etwas Positives oder etwas Negatives ab?
Hier unterteilen wir in (positive) Wünsche und Flüche. Auch wenn dies zu ein wenig Unklarheit in der Terminologie führt (Wünschen als Über- und Teilbegriff), ist es doch traditionell so entstanden und ich will es deshalb so beibehalten.

Wird eine Erfüllung sofort, oder mittel- bis langfristig erwartet?
Diese Unterscheidung scheint mitunter Einfluss darauf zu haben, wie wahrscheinlich eine Erfüllung ist. So besteht die Theorie, dass Subito-Wünsche sich wesentlich seltener erfüllen.

Zielt das Verlangen auf die eigene Person, oder ein anderes Wesen?
Hier ist festzuhalten, dass Flüche i.d.R. gegen andere gerichtet werden, während der positive Wunsch deutlich öfter für persönliche Ziele genutzt wird.

Schließlich lässt sich das Feld noch nach der Bedeutung des Wunsches einteilen.
Triviale Wünsche scheinen leichter zu erfüllen, als schwerwiegende. Es gibt jedoch einige Weise, die davon ausgehen, dass gerade die schwerwiegenderen in der Praxis öfter in Erfüllung gehen, da sie eine stärkere magische Macht haben.

Theorien der Wirkungsweise der Wunschmagie

Verschiedenste magische Disziplinen haben sich mit dem Thema der Wunsch- und Fluchmagie auseinandergesetzt. So finden sich Theorien vor allem in der Lehre der Geisterbeschwörung und in der Allgemeinen Astralraumforschung, aber auch in einigen Zweigen der Schule des Illusionismus und auch in der Dämonologie. Zudem finden wir einiges an Informationen bei den Passionologen und im weitesten Sinne auch bei den Glückserforschern und in der Talismankunde.

Die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des Phänomens des Wünschens und seiner Erfüllung lassen sich etwa in zwei Hauptstränge unterteilen. Auf der einen Seite stehen diejenigen Weisen, die davon ausgehen, dass ein Wunsch erhört werden muss, von einer mächtigen Instanz, die ihn dann umsetzt; auf der anderen, diejenigen, die davon ausgehen, dass wir durch unsere Wünsche den Astralraum beeinflussen und dadurch Ereignisse in Bewegung setzen. Ich will diese beiden Theoriestränge kurz als Lehren von der höheren Instanz und Lehren von der Astralraummanipulation und ihre Vertreter jeweils als Instanzler und Manipulationisten bezeichnen.

Lassen Sie mich mit den Lehren von der höheren Instanz beginnen.
Das Prinzip ist sehr simpel und einleuchtend, wie einige kleine Beispiele zeigen werden.

Stellen Sie sich einen Bettler vor, der seit Tagen nichts gegessen hat und den Wunsch ausspricht, eine Mahlzeit zu bekommen. Es kann nun durchaus vorkommen, dass dieser Wunsch von einem vorüberziehenden Reisenden gehört wird, der zufällig einen Laib Brot dabei hat. Wenn er diesen Laib Brot nun dem Bettler gibt, erfüllt er damit dessen Wunsch.
Soweit so gut. Doch einige würden jetzt sicherlich einwenden, dass dieses Beispiel recht wenig mit Magie zu tun hat. (Dabei kommt es jedoch auf den Standpunkt an, aber dazu vielleicht später mehr). Primär liegt dieser Einwand an der Art des Wunsches - er ist eher leicht zu erfüllen - und den Umständen, dass er sowohl laut geäußert wurde und dass ein anderer Namensgeber zugegen war, um ihn zu hören.
Nehmen wir nun an, der Mann hätte sich gewünscht, sein verhasster Nachbar möge von der Krätze heimgesucht werden. Auch dies hätte ein williger Magiekundiger eventuell umsetzen können. Hätte der Mann diesen Wunsch aber nur als Gedanken geäußert, oder wäre gerade niemand zugegen gewesen wird die Sache schon komplizierter.
Damit der Wunsch dennoch eine Chance hat in Erfüllung zu gehen, müsste also jemand oder etwas diesen Wunsch wahrnehmen, der weder darauf angewiesen ist, physisch anwesend zu sein, noch den Wunsch laut zu hören.

Viele Questoren, die ich auf meinen Reisen getroffen habe versicherten mir, dass dies nur die Passionen sein könnten. Demnach sei jeder Wunsch ein indirektes Gebet an die Passionen und wenn die Passionen einem Namensgeber gewogen seien, würden sie diesen Wunsch erfüllen. Es besteht aber Uneinigkeit darüber, ob die Passionen jederzeit jeden Wunsch wahrnehmen, oder nur solche, die direkt an sie gerichtet werden, oder in der Nähe von ihnen heiligen Stätten geäußert werden. Unklar ist auch, wann eine Passion sich dafür entscheidet einen Wunsch zu gewähren und wann nicht und was geschieht, wenn mehrere Passionen unterschiedliche Interessen haben Wünsche zu erfüllen.

Da wir uns hier schließlich in der Grünen Akademie befinden, ist es an dieser Stelle unverzichtbar auch auf den Wunschbrunnen auf dem Pilgerpfad der T’skrang zu verweisen. Dort hingegen ist es nicht eine bestimmte Passion, sondern der Monddrache, von dem angenommen wird, dass er die Wünsche der Pilgernden erfüllt.

Eine ganz andere Theorie hörte ich das erste Mal auf einer Reise in das südliche Barsaive, wo ich auf eine Karawane traf, die Waren aus Mesopotam transportierte. Nicht ein Geisterbeschwörer sondern ein Troubadour war es, der mir damals als erster von den Wunschgeistern berichtete. Er schwärmte mir vor von magischen Lampen, in denen man diese Geister gefangen hielt und sie so dazu zwingen könne einem 3 beliebige Wünsche zu erfüllen. Auf meine Nachfragen, wie dies von statten ging und warum es gerade 3 Wünsche seien, konnte er jedoch keine Aussage geben.
Ich betrachtete den Bericht zunächst eher als die kreative Ausschmückung eines begabten Geschichtenerzählers. Allerdings war meine Neugierde geweckt und ich beschloss mich auf eine längere Reise in diese Lande zu begeben und begab mich nach Travar, um meine Reise vorzubereiten. Insgesamt war ich eineinhalb Jahre in den Landstrichen, die hierzulande unter dem Begriff Mesopotam bekannt sind unterwegs. Eine sehr beeindruckende Reise auf der ich viel Neues und Interessantes gesehen und erlebt habe. Ich möchte mich hier aber auf mein Thema konzentrieren. Unter anderem traf ich schließlich in einer abgelegenen Wüstenstadt auf einen weisen Mann namens Miramur al Manurim, der sich bereit erklärte, sein Wissen über die Wunschgeister, die sogenannten Djinnaji, mit mir zu teilen.
Die Anhänger dieses Ansatzes gehen davon aus, dass diese Wunschgeister von einer speziellen Niederwelt aus in den Astralraum gelangen, aus der sie auch ihre magische Energie beziehen. Wunschgeister hätten keinen eigenen Antrieb und würden keine eigenen Ziele verfolgen und lediglich aktiv wenn in ihrer Nähe ein Wunsch geäußert würde. Sei der Wunschgeist mächtig genug einen Wunsch zu erfüllen, würde er dies automatisch tun. Einige Geisterbeschwörer meinen, dass ein Wunschgeist mit jedem erfüllten Wunsch mehr Energie aus seiner Ursprungsniederwelt ziehe und damit immer größere Wünsche erfüllen könne.
Der Weise erklärte mir dann, dass es tatsächlich den dortigen Geisterbeschwörern gelungen ist ein Beschwörungs- und Bannritual zu entwickeln, mit dem man einen solchen Wunschgeist in einen Behälter, z.B. eine Flasche, oder eine Öllampe, einsperren kann, um ihn dazu zu zwingen dem Besitzer des Behälters Wünsche zu erfüllen. Allerdings ließen sich die Djinnaji nur dazu bringen 3 Wünsche zu erfüllen, danach schiene ihnen die Gefangenschaft auf das Gemüt zu schlagen und sie würden keine weiteren Wünsche erfüllen. Ein Djin kann nur dadurch wieder frei werden, dass sein Besitzer einen seiner 3 Wünsche dazu nutzt ihm die Freiheit zu geben. Daher, so der Weise, würde der Wunschgeist erneut anfangen Wünsche zu erfüllen, wenn er den Besitzer wechselt. Mir scheint allerdings, dass es hier noch einige ungeklärte Fragen gibt, die erst in den folgenden Zeitaltern durch gründliche Nachforschung beantwortet werden können.

Zum Abschluss meiner Ausführungen über die Lehren von der höheren Instanz möchte ich noch kurz erwähnen, dass es auch solche Stimmen gibt, die die Meinung vertreten, dass Wünsche von den Dämonen erfüllt würden und sich daher letztlich immer gegen den Wünschenden wenden.

Ich möchte nun dieses Feld verlassen und mich den Lehren der Astralraummanipulation widmen.

Das Prinzip dieses Ansatzes liegt dem der Instanzler diametral entgegen. Statt die Erfüllung eines Wunsches in der Aktivität einer äußeren Instanz zu suchen, sehen die Manipulationisten das wünschende Subjekt selbst als Quelle und Herbeiführer der Erfüllung. Alles baut auf der Erkenntnis auf, dass wir, wenn wir wünschen ein magisches Signal durch den Astralraum schicken. Manipulationisten gehen nun davon aus, dass diese Signale nicht einfach passiv „durch den Astralraum schwirren“, sondern ähnlich wie Spruchzauberei auf die Struktur des Astralraums einwirken, was letztlich einen Effekt auf unseren materiellen Lebensraum haben kann.

Unter den wenigen Astralraumtheoretikern, die sich mit dem Phänomen der Wunschmagie beschäftigt haben, vertreten die meisten die Meinung, dass diese Auswirkungen auf den Astralraum im Grunde von sehr geringem Ausmaß und sehr unzuverlässig seien. Das Wünsche tatsächlich in Erfüllung gehen sei daher abhängig von Ort und Zeit der Äußerung. Ein guter Freund von mir, der Magier Hepaphisios von Urupa, beruft sich auf die Ausführungen Nithrans des Weisen in seinem Capitulum III des Gemüths der Geyster über Beschwörungen und geht davon aus, dass es im Astralraum gewisse Knotenpunkte gibt an denen das magische Level erhöht bzw. die Distanz zu unserer Welt deutlich veringert ist. Zudem befände sich der Astralraum beständig in Schwingung, wodurch es wiederum zu Schwankungen im Energielevel komme. Dies würde sich kaum merklich auch auf die normale Spruchzauberei auswirken – so ließen sich seiner Ansicht nach besonders gelungene Sprüche meist auf solche Knotenpunkte und Schwingungen zurückzuführen. Im Falle der Wunschmagie würden sie aber den signifikanten Unterschied machen. Nur wenn das durch den Wunsch ausgesandte astrale Signal auf ein besonders hohes Energielevel träfe, würde der Effekt mächtig genug sein, um tatsächlich eine effektive Veränderung zu bezwecken.

Diese Theorie wirft natürlich gleich auch Fragen auf, wie es sich in diesem Falle mit Verschmutzungen des Astralraums verhält. Hepaphisios vertritt dazu folgende Ansicht, betont aber, dass es sich dabei um Spekulation handelt: Wenn ein Wunsch in einem verschmutzten Teil des Astralraums ausgesandt würde könnte er pervertiert in Erfüllung gehen. Statt eines saftigen Apfels erhielte man beispielsweise einen vergammelten mit Maden drin.

Ein wenig anders sieht es die renommierte Astralraumtheoretikerin und Magistra dieser Akademie, T’Voima. Sie meint, dass es letztlich hauptsächlich auf den Willen der Wünschenden ankommt. Nur Wünsche, die von Namensgebern geäußert werden, die über genügend Willenskraft verfügen können mit Erfüllung rechnen. Allerdings hat sie auch darauf hingewiesen, dass sich ihr Ansatz durchaus auch mit den Theorien Hepaphisios‘ und seiner Anhänger verbinden ließe.

Ihr Ansatz nähert sich dabei (ohne dass sie sich dessen vielleicht bewusst ist) sehr stark an die Schule des radikalen Illusionismus an, einer Strömung, die noch nicht allzu große Bekanntheit in Barsaive hat, aber deren Anhänger immer zahlreicher werden und die bisherigen Gesetze der Magie, oder vielleicht sogar die ganze Weltordnung, in Frage stellen.
Der radikale Illusionismus lehrt, dass die gesamte Welt eine einzige große Illusion ist. Was wir sehen, hören, schmecken, fühlen, oder sonst wie wahrnehmen sei eine magische Täuschung. Da dies so sei, könne man diese Täuschung auch rein mit dem Willen verändern und den eigenen Wünschen anpassen.

Erinnern wir uns kurz zurück an mein anfängliches Beispiel mit dem Bettler, der sich eine Mahlzeit wünscht und von einem zufällig vorbeikommenden Reisenden einen Laib Brot erhält. Vorhin hatte ich gemeint, dass dies wohl wenig mit Magie zu tun habe. Im radikalen Illusionismus nun, könnte man annehmen, dass durch die magischen Signale der beiden Akteure, dem Wunsch des Bettlers nach Nahrung und dem latenten Willen des Reisenden, Bedürftigen zu helfen, die Realitätsillusion so geformt wurde, dass beide Ihren Willen erhalten.
Oder aber, der Reisende selbst ist eine vom Bettler durch seinen Willen hervorgerufene Illusion, die ihm seinen Wunsch erfüllt.
Oder drittens, und hier kommen wir zu einer der wohl kontroversesten Annahmen des radikalen Illusionismus, weder Bettler noch Reisender existieren, sondern im Grunde genommmen, sind es alles nur Imaginationen einer Allweltimaginierenden Seeleninstanz. Demnach wären auch Sie und ich nicht tatsächlich real, sondern nur imaginär. Die Trennung zwischen Ihren Seelen und der meinen nicht wahrhaftig vorhanden. Dies sei auch der Grund, warum es möglich ist, die Gedanken anderer zu beeinflussen, denn schließlich handelt es sich schließlich doch nur um kollektive Gedanken.

Aber ich schweife ab und verlasse das ursprüngliche Thema. Es bleibt festzuhalten, dass es in der Theorie des radikalen Illusionismus noch viele offene Fragen gibt und dass es wohl nie zufriedenstellende Antworten darauf geben wird, wenn man letztlich davon ausgeht, dass auch diese nur Teil einer Illusion sind. Dennoch kann uns eventuell die Beschäftigung mit dieser Lehre einige neue Einsichten in das Wesen der Magie geben.

Ich möchte an dieser Stelle meine eigenen Ausführungen zur Wunsch- und Fluchmagie schließen. Ich hoffe Sie haben einige neue Erkenntnisse und Anregungen erhalten und bin gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen zu diesem Thema.

Die Diskussion ist eröffnet.



"Ehrenwerter Scholar Hergimol,
vielen Dank für Ihre ausführlichen und aufschlussreichen Darlegungen zur Wunsch und Fluchmagie. Es ist ja wirklich interessant von wie vielen verschiedenen Blickrichtungen man dieses Feld betrachten kann. Es fällt dabei nicht leicht, zu ergründen, welche die trefflichste ist. Zum Anfang Ihres Beitrages hatten Sie auch erwähnt, dass es durchaus auch Erkenntnisse in der Talismankunde und bei den Glücksforschern zu diesem Thema gibt. Ich wollte fragen, ob Sie darauf noch einmal asuführlicher eingehen könnten, in welchem Bereich diese Theorien einzuordnen wären. Ich befasse mich in meinen eigenen Studien viel mit Amuletten, Talismanen und Glücksbringern aller Art, u.a. eben auch mit solchen, die Wünsche und Flüche verstärken. Dabei ist klar zu sagen, dass es einige Indizien dafür gibt, dass bestimmte Arrangements einen gewissen Erfolg versprechen. Vielen Dank." -- K'Vesko, Magistra für okkulte Gegenstände

"Liebe K'Vesko,
vielen Dank für diese Frage. Es ist in der Tat nicht so einfach, die Talismankunde klar in die von mir vorgestellten Ansätze zu integrieren. Sie lässt sich weder endgültig den Lehren von der höheren Instanz, noch denen der Astralraummanipulation zuordnen. Dies liegt vor allem daran, dass, wie Sie es auch verdeutlicht haben, die Talismankunde eher eine empirische Forschung ist, die untersucht, ob bestimmte Arrangements, wie Sie es nennen, von magischen bzw. okkulten Elementen eine gewünschte Wirkung erzielen, oder nicht. Dabei tritt die Untersuchung, warum ein gewisses Amulett besser wirkt als ein anderes, meist in den Hintergrund. Zumal die Amulett- und Talismanerstellung meist uralten Traditionen folgt.
Ich möchte Ihnen dennoch einige Informationen dazu geben. Die Wirkungsweise von Talismanen ließe sich zum Beispiel der Lehre der höheren Instanz zuordnen, wenn man annehmen würde, dass durch sie ein direkterer Kanal zu der jeweils angenommenen Instanz geschaffen würde. So könnten Talismane wie Astrale Lockstoffe dienen, die Djinnaji anlocken.
Andererseits sind Talismane und Amulette in ihrer Struktur den Matrizen nicht unähnlich, was die Vermutung nahelegt, dass durch sie eine gewisse Bündelung der Astralen Energien erfolgt, wodurch wiederum ein Bezug zu den Lehren der Astralraummanipulation gesehen werden könnte. Oder, schließlich drittens, könnte es sein, dass Amulette und Talismane den Willen eines Namensgebers fokusieren und damit eine stärkere Manipulation des Astralraums ermöglichen.
Ich möchte Sie in jedem Fall ermuntern, dieser Frage weiter nachzugehen und mir zu berichten, was Sie dabei herausfinden." -- Eribert Hergimol

"Ehrenwerter Hergimol,
auch ich möchte mich ausdrücklich für ihre umfassenden Erläuterungen bedanken. Allerdings ist mir mit Verwunderung aufgefallen, dass Sie zwar aus beinah allen magischen Disziplinen einen Blick auf die Wunsch- und Fluchmagie geworfen haben, jedoch die Lehren des Elementarismus dabei nicht zur Sprache gekommen sind.
Ich persönlich denke, dass sich diese sehr gut in die Lehren der höheren Instanz einfügen lassen, auch wenn ich, mit Verlaub anzweifele, dass es soetwas wie eine Niederwelt des Wunschelementes gibt. Es ist denke ich allgemein erwiesen, dass es nur 5 wahrhaft wahre Elemente gibt. Die in Mesopotam entdeckten "Wunschgeister" sind wohl aller wahrscheinlichkeit nach Elementargeister, vermutlich von der Wasserebene. Das würde auch die Affinität für flaschenartige Gegenstände erklären." -- Aldolius der Jüngere, Elementarist des 6. Kreises

"Lieber Aldolius,
ich bin untröstlich. Ja tatsächlich, ich habe die Elementaristen in keiner Weise erwähnt. Und dies an diesem Ort. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich bisher noch niemanden getroffen habe, der sich mit mir über Wunschmagie aus einer elementaristischen Perspektive unterhalten hat.
Ihre Ideen zu einer anderen Einordnung der Wunschgeister nehme ich gerne auf." -- Eribert Hergimol





letzte Änderung 18-Feb-2012 10:30:43 MEZ von EribertHergimol.



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