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Tagebuch Des Blutsbundes Der Rettung Teil1

Tagebuch des Blutbundes der Rettung,
Buch I


beziehungsweise dessen, was davon noch übrig ist:
Firrth Windpfad – Windscout und Illusionist
Giron Lautenklang – Troubadour
Tiyagar Vomfelde – Geselle
Liandra Waldwind – Waldläuferin

1. Teil von Liandra Waldwind, Waldläuferin
23. – 25. Veltum 1516 TH


W

ir brachen also auf, um uns als ein Teil der Wasserstraßenbande auszugeben, in der Hoffnung, vor der echten Wasserstraßenbande die Triumph zu erreichen. Firrth, der sonst immer einer der Unerschrockendsten ist, hatte aus unerklärlichen Gründen Angst und meinte, daß wir besser beraten wären, wenn wir irgendwelche dubiosen Tricks anwendeten, um die Kiste in die Triumph einzuschleusen. Trotz aller Einwände beschlossen wir, unseren Plan dennoch durchzuführen.
Am Nachmittag erblickten wir am Horizont den Felsen der Triumph. Etwa zweieinhalb Meilen von der Festung entfernt am alten Pilgerpfad hatte sich eine kleine Siedlung gebildet mit Huren und allem, was so dazugehörte. Auf dem Weg zum Tor der Festung stauten sich bereits die Karren als wir die Auffahrt erreichten. Die Festung war gigantisch und kam uns noch größer vor, als beim letzten Mal, als wir sie gesehen hatten. In der Hüttenansammlung am Fuß des Weges zur Festung fanden wir weder die Weggelaufenen Ro und Excelsia noch sonst irgendetwas Sinnvolles vor. Wir hatten allerdings auch nicht wirklich etwas erwartet. Es stank und die Luft schien zu stehen. Firrth quatschte einen dicken, stinkenden, glatzköpfigen Karrenfahrer an, welcher aber schlief und dementsprechend nicht reagierte. Firrth durchsuchte ihn also und stahl ihm ein speckiges Stück Pergament, welches sich als Lieferschein für Waren in die Triumph herausstellte, die der Dicke auf seinem Karren geladen hatte. Wir beschlossen, den Lieferschein zu behalten und den daraus resultierenden Trubel am Eingang uns zu Nutze zu machen, um uns in die Festung einzuschleichen. Mittlerweile wurde es langsam dunkel, es kamen keine neuen Karren mehr nach auf dem Weg; ob wir es noch schaffen konnten?
Die Zeit wurde langsam aber sicher knapp. Giron hatte in der Zwischenzeit einen Passierschein gefälscht, die Frage war, ob wir ihn benutzen würden, denn die Qualität der Fälschung war von uns nicht gut zu beurteilen. Stimmte der Wortlaut? Machte es Sinn für eine Kiste einen Passierschein zu haben? Der Wagen vor uns mit dem Dicken war jetzt dran, die Theranischen Wachen weckten den Dicken. Wie zu erwarten konnte er seinen Passierschein nicht finden. Dafür erfuhren wir im Wortwechsel zwischen ihm und den Theranern seinen Namen: Gortilav. Nützen würde uns das allerdings nichts. Zumindest kam er auch ohne seinen Passierschein durch, jetzt waren wir also an der Reihe. Wir gaben uns wie geplant als die Wasserstraßenbande aus, mit einer wichtigen Lieferung. Man sagte uns, daß wir uns beim Schreiber melden sollten. Gut, das Tor hatten wir also schon hinter uns gebracht. Im Innenhof diskutierte der Dicke gerade mit einem Grünbemanteltem, und genau solch einer kam in diesem Moment auch schon auf uns zugelaufen. Wir zeigten ihm also unseren gefälschten Passierschein, der Grünbemantelte ging in ein Büro. Firrth folgte ihm, um ihn anzugreifen, steckte seinen gezückten Dolch aber im letzten Moment doch noch weg. Firrth kam wieder aus dem Bürogebäude heraus und versteckte sich hinter der Tür des Gebäudes. In der Zwischenzeit wurde das Haupttor der Festung geschlossen. Was immer jetzt passieren würde, es würde sich im Inneren der Triumph abspielen.
Nach etwa fünf Minuten, die wir gewartet hatten, schlich sich Firrth erneut in das Verwaltungsgebäude herein und blickte innen über die Schulter des Bürokraten, der sich mit unserem Passierschein über einem dicken Buch vertieft hatte. Dort las er, daß die Wasserstraßenbande, als die wir uns ja ausgegeben hatten, sich bei Leutnant Avilius melden sollte. Firrth schlich sich wieder hinaus, der Bürokrat folgte ihm kurze Zeit später. Wir stellten uns erst einmal dumm, was sichtlich zum Unmut des Grünbemantelten beitrug. Er gab uns eine Quittung für die Kiste und einen neuen Passierschein, der es uns erlauben sollte, innerhalb der Triumph zu Leutnant Avilius vorgelassen zu werden, woraufhin wir uns auf den Weg zum Verwaltungsturm machten. Dieser hatte einen wirklich beeindruckenden Eingangssaal, bestimmt 6 Schritt hoch mit sehr dicken Wänden. Wie man uns Auskunft erteilt begaben wir uns in den 7. Stock des Turms. Das ganze Gebäude war wirklich unglaublich verwirrend in seinem Inneren, überall zweigten Gänge ab. Dann fanden wir das Büro von Avilius. Nachdem wir anklopften, wurden wir von seinem Sekretär zu Avilius selbst durchgelassen. Avilius war ein Troll. Er ließ uns prompt einen Vertrag unterschreiben, was uns zum ersten Mal die Möglichkeit gab, die richtigen Namen der Mitglieder der Wasserstraßenbande herauszukriegen. Leider fehlte uns immer noch das Wissen, welcher der Namen zu welchem Mitglied der Bande gehörte. Unsere Vermutungen führten uns zu dem Schluss, daß der Mensch, als der sich Tiyagar ausgab, Darvinius Colendrus, der menschlich aussehende Elf, als der sich Giron ausgab, Laraniel Elboron, die Elfin, als die ich, Liandra Waldwind, mich ausgab, Harana Kelbaran und der Windling, als der Firrth sich ausgab, Kendramon Sokabom hießen. Gut zu wissen. Dann schickte uns Avilius zu Awaks, welcher uns mit Ausrüstung versehen und uns Einzelheiten unseres Auftrags mitteilen sollte. Zu diesem Zweck erhielten wir natürlich wieder einen Passierschein.
Angekommen an Awaks' Baracke rief Giron hinein, daß wir, die Wasserstraßenbande, da seien, wurde aber nicht für Laraniel gehalten, sondern für ein anderes Mitglied der Wasserstraßenbande. Nachdem Awaks uns hereingebeten hatte, wunderte er sich zunächst über unser "eigenartiges Aussehen", wie er meinte. Dann folgte eine Fragestunde, in der wir gewisse Diskrepanzen unserer Version der Wasserstraßenbande erklären sollten, welche in ihren Höhepunkt fand, als Firrth auf die Frage, was mit seinem, Kendramons, Ritual sei, ob er es denn nicht ausführen wolle, antwortete: "Phff, Rituale! Die Zeiten sind andere, es gibt kein Ritual mehr!!“ und dann, auf den misstrauischen Blick und die Aussage Awaks', er erkenne ihn garnicht wieder, mit dem glorreichen Ausspruch "Was? Ihr erkennt mich nicht? Aber ich bin’s doch, Kendramon!" reagierte. Nun war es sogar Awaks klar geworden: wir waren nicht die Wasserstraßenbande, sondern dahergelaufene Hochstapler, die es auf irgendeine Art und Weise geschafft hatten, sich Zugang zur Triumph zu verschaffen. Awaks ging los, um wie er sagte "etwas zu holen", uns war klar, daß er damit Verstärkung, Soldaten meinte und machten uns schleunigst aus dem Staub. Während Firrth Awaks folgte, machten wir uns auf den Weg Richtung Verwaltungsgebäude. Firrth kam zurück, bevor wir das Verwaltungsgebäude erreicht hatten und öffnete zusammen mit Giron ein Fenster zu selbigem. Im gleichen Moment konnte ich erkennen, wie Firrth sich irgendein Pergament unter die Jacke stopfte. Im Verwaltungsgebäude versuchte Firrth dann, die Kiste zu finden, was ihm aber nicht gelang. Sollte sie etwa woanders untergebracht worden sein? Schnell liefen wir weiter, jeden Moment könnten Awaks und mit ihm eine ganze Schar von theranischen Schergen auftauchen.
Wir erreichten das Magazin, wo wir nach der Kiste fragten und eine der Wachen nachfragen ging. Daraufhin begann Giron einer der zurückgebliebenen Wachen eine hanebüchene Geschichte von einer Frau (... "Hah, es geht um eine Frau, stimmt’s?" – "Jaja, genau! Eine Frau!" "Und? Wie sieht sie aus? *kicher, feix*" – "Ooooh, sie sieht wirklich unglaublich gut aus!" ...) und durfte als Konsequenz kurz in das Magazin, um sich nach der Kiste umzusehen. In der Zwischenzeit standen wir draußen wie auf heißen Kohlen, jeden Moment konnte die verschwundene Wache oder wahlweise Awaks mit den Soldaten oder schlimmstenfalls sogar beide zurückkommen. Im Magazin fand Giron in erster Linie ein wirres Durcheinander vor, orientierungslos gelangte er an eine kleine Klappe, die sich öffnete, ein Gesichtsausschnitt erschien und blaffte ihn an, was er denn wolle. Mit der Quittung war es ihm möglich, die Kiste im Austausch zu erhalten, woraufhin er mit ihr beladen wieder aus dem Magazin herausgestürmt kam. Dann versuchten wir, mit einem mehr schlecht als recht gefälschten Passierschein bei derselben Wache, die Giron gerade eben noch wegen "der Frau" ins Magazin gelassen hatte, ins Innere der Festung vorgelassen zu werden, was aufgrund der Sinnlosigkeit dieser Aktion dann auch gründlich misslang. Das urplötzliche Misstrauen der Wache uns gegenüber gepaart mit der Rückkehr der zu Anfang verschwundenen Wache und deren Erbostheit darüber, daß man uns so mir nichts dir nichts ins Magazin gelassen hatte, führten dazu, daß wir mit vorgehaltener Waffe festgehalten wurden und, so sagte man, Avilius geholt werden würde. Dieser kam dann auch und wir wurden mit einem hämischen Grinsen in den Kerker verfrachtet. Schade, es lief grade so gut, wieder einmal hatte uns der Übermut, der uns sonst so gut zu Gesichte steht in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht.
Vergessen war dieser unser Hochmut, der Fall war eingetreten und verärgert saßen wir in der Zelle fest. Firrth versuchte vergeblich mit Hilfe eines auf dem Boden herumliegenden Irgendwas das Schloss der Zellentür zu öffnen, während ich versuchte, ein wenig zu schlafen. Firrths Irgendwas ging dann auch kaputt, bald begann Tiyagar die draußen stehenden Wächter aus Frustration anzupöbeln, was immerhin dazu führte, daß vier von ihnen in unsere Zelle kamen, um ihn mit den Stielen ihrer Hellebarden zu verprügeln. Natürlich griffen wir sofort ein und überwältigten die handvoll armseliger Schergen des theranischen Dilettantenimperiums. Ausgerüstet mit den spärlichen Waffen der gerade Überwältigten machten wir uns aus der Zelle heraus um uns mit Verstärkung konfrontiert zu finden, welche teilweise mit Bögen und Armbrüsten bewaffnet war. Firrth nahm einer der Überwältigten Wachen den Zellenschlüssel ab und begann, die Türen der anderen Gefangenen zu öffnen, auf das eine ordentliche Revolte entstehen könne. Leider zeigten sich die Gefangenen aufgrund der späten Stunde und ihrer doch etwas dürftigen Verfassung ein bisschen zu lethargisch um so richtig in Gang zu kommen und die erhoffte Revolte blieb vorerst aus. Währenddessen versuchten wir, die angelaufenen Soldaten auf unserer Etage des Kerkers zu überwältigen, was uns immer schlechter gelang. Letztendlich entschieden wir, uns zu trennen und zu versuchen, die Treppe zum Nordwestturm zu erreichen. Ich schlug einen Haken und schaffte es mittels eines Sprunges an meinen Gegnern vorbeizukommen, wie verrückt rannte ich los und ließ beide scheinbar überrascht hinter mir zurück. Auf der engen Treppe kamen mir zwei weitere Wachen entgegen, an denen ich in voller Geschwindigkeit in Kombination mit einer Finte vorbeizuspringen schaffte. So schnell ich nur konnte, lief ich die Treppe zum Turm hoch, von Giron und Tiyagar hinter mir keine Spur. Nach einigen Treppen versuchte ich einen der jeweils vier Nebengänge, um dort vielleicht etwas nützliche zu finden, eine Uniform, mit der ich mich verkleiden könnte oder auch eine Geheimwaffe, aber es sah sehr schlecht aus.
So lief ich weiter den Turm hoch, im 7. Stock entdeckte ich dann in einem Zimmer Pechfässer zum Herunterlassen von heißem Pech durch die dafür vorgesehene Nase. Um zumindest etwas Verwirrung und natürlich auch Zerstörung zu stiften, öffnete ich einige davon und zündete das auslaufende Pech an. Wenn ich schon in der theranischen Festung sterben sollte, dann doch wenigstens so, daß ich möglichst viel von dieser kaputtgemacht hätte. Als das Feuer entfacht war, lief ich weiter den Turm hoch, beseelt von der Hoffnung, oben könne sich vielleicht ein Luftschiff, welches ich zur Flucht benützen oder eine Feuerkanone, die ich auf die Theraner abfeuern könne, zu finden. Leider musste ich dann, als ich das Dach des Turms erreichte, feststellen, daß sich mindestens 10 Soldaten auf ihm befanden. Zwar gab es auch zumindest eine Feuerkanone, aber wie sollte ich diese erreichen, geschweige denn abfeuern, ohne zuvor von den Lakaien der Unterdrückung überwältigt zu werden? Also lief ich wieder die Treppe des Turms herunter. Als ich das Stockwerk erreichte, in dem ich auf dem Weg nach oben das Feuer gelegt hatte, nahm ich schon ganz deutlichen Brandgeruch wahr, scheinbar hatte meine Zündelei Früchte getragen. Schnell lief ich weiter die Treppe herunter und im Erdgeschoss kamen mir dann Firrth und Giron entgegen, wobei ich Giron zunächst für einen Theraner hielt, da er sich bereits eine Uniform geklaut hatte. Nach kurzer Diskussion beschlossen wir, mir ebenfalls eine Uniform zu besorgen, und zu diesem Zweck gedachten wir den nächstbesten Theraner, der vorbeikommen würde, zu überwältigen. Beim Versuch dies zu tun stach ich diesem dummerweise mein Schwert genau in den Bauch, so daß seine Uniform auf einen Schlag als Verkleidung recht unbrauchbar geworden war. Nachdem Firrth und Giron mich schnippisch zurechtgewiesen hatten, verbargen wir uns hinter einer Ecke, um den nächsten Theraner abzufangen. Es kam eine Gruppe Soldaten vorbei, dessen hinterstes Mitglied von Giron mit den Worten "Hey, du! Mitkommen, Feuer löschen! Befehl vom Leutnant!" in einen Nebenraum gelockt wurde. Dort überwältigten wir ihn und schließlich kam ich so zu meiner Uniform, die nicht gerade bequem zu tragen war. Aber in der Not frisst die Elfe Quaalz.
Schnell liefen wir durch das Verwaltungsgebäude in den Außenhof, wo uns zwei Soldaten mit Tiyagar zwischen sich entgegen kamen. Bevor wir wirklich reagieren konnten, waren sie mit ihm im Verwaltungsgebäude verschwunden. Schnell liefen wir ihnen nach, am Ende eines Ganges konnten wir sie stellen und überwältigen. Wir schafften die Toten schnell in einen Nebenraum, Tiyagar ebenfalls, wo er sich auch eine Theraneruniform anziehen sollte, was er allerdings nicht so richtig hinbekam. Leider kamen im gleichen Moment aus dem Gang drei weitere Soldaten angelaufen, die die Blutspuren auf dem Boden erklärt haben wollten. Firrth log ihnen etwas von den geflohenen Gefangenen vor, die gerade eben hier entlanggekommen seien und "diese beiden Kameraden" überwältigt hätten; dann rannte er mit ihnen zusammen los, um "den Flüchtigen zu folgen". Nach kurzer Zeit kam Firrth zurück, wir hatten in der Zwischenzeit Tiyagar mit einer Theraneruniform versehen, so daß wir nun endlich und glücklicherweise auch vollzählig die Flucht in den Außenhof der Festung antreten konnten.
Das Haupttor war natürlich verschlossen und in der gegenwärtigen Aufruhr hätten wir es wohl kaum mal eben öffnen können, also blieb uns für unsere Flucht nur der Weg über die Außenmauer. Da es mittlerweile Nacht geworden war, sollte dies eigentlich ein geringes Problem darstellen, nur leider hatten wir kein Seil. Firrth hatte eine Idee und flog los, um bei den Baracken angrenzenden Ställen ein Seil zu besorgen, und schon nach kurzer Zeit kam er mit einem zurück. Wir liefen die Treppe zu einem der Außentürme am Haupttor hoch, von wo aus wir auf den Wehrgang der Mauer gelangten. Mist, alles voller Wachen. Also liefen wir zurück in den Turm, unser Glück war uns hold, denn auch hier gab es einen Pechvorrat für die Pechnase, denn wir prompt entzündeten, um kurz darauf wieder auf den Wehrgang hinauszulaufen und den dortigen Soldaten zuzurufen, daß sie dringend zum Löschen kommen müssten. Schnell befestigten wir unser Seil an einer Zinne und kletterten einer nach dem anderen herunter, Giron hätte sich fast noch ein Bein gebrochen, aber als wir dann alle unten waren, schien die Flucht ziemlich sicher.
Bis Firrth beim Entfernen des Seils, schließlich sollte unsere Flucht nicht sofort bemerkt werden, gesehen wurde. Sofort gab es im Inneren der Triumph Alarm und Suchscheinwerfer auf den Außentürmen wurden entfacht und begannen, den Bereich vor der Festung nach uns abzusuchen. Genau diesen Bereich hatten wir jetzt zu überqueren, wobei wir teilweise schwer verwundet waren. Schauerliche Erinnerungen kamen in uns hoch, Erinnerungen von Feuerkanonenbeschuss, der uns bei unserer letzten Flucht aus der Triumph begleitet hatte und einen Großteil der uns begleitenden Sklaven inklusive des mutigen Orks, dessen Name mir nun leider nicht mehr einfällt, das Leben gekostet hatte. Wir beschlossen also, einfach loszulaufen und zu versuchen, den Scheinwerferkegeln so gut es ging auszuweichen. Das ging auch eine Weile gut, bis wir dann doch entdeckt wurden. Ein Schock lief mir durch den ganzen Körper und wie von der Tarantel gestochen lief ich los, ließ Giron und auch Tiyagar hinter mir zurück. Die ersten Geschosse der Feuerkanonen schlugen neben uns ein, noch hatten sie sich nicht eingeschossen, doch wir hatten noch ein gutes Stück freies Feld vor uns. Ich lief so schnell ich konnte. Fast hatten wir schon den schützenden Waldrand erreicht, als plötzlich ein Schrei hinter mir erklang: Tiyagar hatte es erwischt! Auf den letzten Metern! Giron und ich liefen geistesgegenwärtig zu ihm, schnappten ihn uns und schafften es wie durch ein Wunder den letzten Rest des Weges ohne getroffen zu werden zurückzulegen. Endlich im Wald angekommen, liefen wir noch ein gutes Stück weiter, bis wir an den Schlangenfluss kamen. Völlig erschöpft war uns trotzdem klar, daß wir hier nicht lange verbleiben würden können.



2. Teil von Giron Lautenklang, Troubadour
25. Veltum 1516 TH

I

rgendwo in den Wäldern vor dem theranischen Behemoth "Triumph"...
Hornstöße und Signale ließen uns merken, daß hektisch nach uns gesucht wurde. Wir schlugen uns durch das Waldstück zum Schlangenfluss. 500 Schritt oder mehr von uns weg war ein Steg zu sehen, aber dort war kein Boot, so schlugen wir uns über eine Lichtung am Fluss entlang zum nächsten Waldstück, unsere Fußspuren verrieten uns. Etwa 2 Stunden liefen wir weiter, und nun brach bereits die Morgendämmerung über uns herein. Immer noch wurden wir verfolgt. Ich rief eine Eule und ein Hermelin herbei, die aber zwei hilfsbereite Feldmäuse fraßen. Sie kundschafteten die Gegend für uns aus, das Hermelin fand allerdings nur Kaninchen, aber die Eule merkte, daß uns mehrere Theraner zu Fuß folgten. Nach einer weiteren halben Stunde Fußmarsch konnten wir am Fluss ein T'Skrang-Dorf erkennen, wo wir uns als Theraner ausgaben und uns von einem misstrauischen T'Skrang mit einem Tretboot übersetzen ließen. Auf der anderen Seite des Flusses lagerten wir dann bei einigen Felsen. Während ich schlief träumte ich von großen Auftritten im königlichen Auditorium, Firrth träumte von seiner Herrschaft auf und zu Bananendorf, wo sich Excelsia Langfinger auf seinem Bananenthron ihm zu Diensten beugte... Liandra träumte von Wäldern und Elfenjünglingen und Tiyagar von Bier und untoten Freunden und Verwandten.

Als wir erwachten, bemerkten wir einen großen Raben, den ich einem fremden Willen entriss und nach Norden schickte. Wir wurden also immer noch verfolgt. Nach weiterer Wanderung erlegten Firrth und Tiyagar einen Hammel. Doch während wir uns am heißen, saftigen Fleisch Finger und hungrige Mäuler verbrannten, bemerkte Liandra eine Gestalt, die einen Schwarm Vögel aufgeschreckt hatte. Wir schlichen uns zu dem Busch, wo Liandra die Gestalt gesehen hatte, da! – wurden wir angegriffen! Ein Pfeil riss mich zu Boden, doch Firrth erledigte den Ork-Elementaristen der Wasserstraßenbande! Diese Hunde, jedenfalls vier von den elenden Kollaborateuren – wagten es uns anzugreifen, doch zwei dieser feigen Kriecher ergriffen die Flucht: Laraniel, der Troubadour und seine Gespielin Harana. Die fliehende Harana schlug Tiyagar bewusstlos! Auch der Windmeister konnte mit einem von Firrths Ohren fliehen. Wir zogen weiter nach Norden, an den Bergen entlang. Lange zeugten imitierte Vogelstimmen von unseren Verfolgern, die aber die Jagd abbrachen, als wir uns dem Bannsee näherten.
In einem Dorf verdingten wir uns als Karawaneneskorte, Ankunft in Märkteburg am 15. Sharassa. In Throal übten und lernten wir (Heul, Franja verließ mich unterdessen...), bis eines Tages die Oberbefehlshaberin Foellerian an uns herantrat wegen alter Luftschiffe von vor der Plage, Galeonen ("Luftgaleonen") genannt. Angeblich hätten Agenten herausgefunden, daß in letzter Zeit Teile der Schiffe entdeckt worden seien, und zwar bei einem Ogerstamm weit oben in den Throalbergen. Wir meldeten uns Tags darauf um 8 Uhr am Zeughaus.


3. Teil von Tiyagar Vomfelde, Lehrling
14. – 20. Rua 1516 TH

14. Rua
W

ir erhielten die notwendigen Ausrüstungen und ein Muli und machten uns auf zu Yadrian Wolkenleser, der uns mit seinem Luftschiff in die Throalberge bringen sollte. Die Wochen des Studiums und der Meditation würden uns gestärkt und mit wunderbaren Talenten versehen haben. Ich konnte es kaum erwarten, meine Fortschritte unter Beweis zu stellen. Die "Goldene Taube", wie das Handelsschiff Wolkenlesers hieß, trug ein blaues Banner auf das ein stilisiertes Symbol in Silber gestickt war. Der von Firrth verwirrte Matrose gab uns die Auskunft, daß dies das Symbol der Überland-Handelsgesellschaft sei.
Der elfische Kapitän empfing uns ein seiner Kajüte und wies uns kurz ein. Die erste Etappe sollte uns zu dem Dorfe Kobal bringen, wo die Goldene Taube 3 Wochen auf uns warten würde. Er gab uns auch eine alte Karte des Gebietes, in dem die Galeonen liegen sollten. Giron nahm die Karte an sich. Die Earthdawn war ebenfalls in diesem Gebiet gewesen, so Wolkenleser. Sogleich machten die Matrosen die Goldene Taube startbereit.
Der Start war ganz schön riskant, mehrfach befürchtete ich, daß wir an den Felsen zerschellen und in den Tod stürzen würden, doch wir erreichten den freien Himmel unbeschadet. Die Kälte drang sogleich ins Mark und die Winde machten uns zu schaffen, bis wir durch die nassen Wolken kamen. Meine abenteuererprobten Begleiter schienen von der Situation unbeeindruckt und diskutierten sinnlos, übten ihre Talente, Firrth tat merkwürdiges in einem Mehlkreis. Ich dagegen verbrachte die Zeit staunend an der Reling und genoss die grandiose Aussicht.
Abends erreichten wir das Bergdorf Kobal, das kreisförmig angelegt, sich an den Berg schmiegte und von einer Palisade geschützt wurde. Wir landeten außerhalb und die Himmelsleute machten das Schiff fest. Die Wache am Tor schickte uns zum Haupthaus, wo wir Kobork, den Vorsteher treffen sollten. Giron und ich kümmerten uns nun um die Tiere, während die anderen den orkischen Chef trafen. Der dachte, wir würden gegen die Orkbrenner vorgehen wollen; offensichtlich würden wir uns auf viele Widrigkeiten einstellen müssen. Wir erfuhren, dass die Orkbrenner (ca. 200) im Osten, das Ogerdorf dagegen im Norden lägen. Wie immer laberten meine Begleiter den armen Ork blödsinnig zu. Um mehr über die Oger zu erfahren, wurden wir von Kobork an den Schmied Martok verwiesen. Dieser handelte des Öfteren mit den Ogern – eines der Artefakte zeigte er uns: es handelte sich um eine dicke Metallplatte aus einem merkwürdigen Metall. Zunächst wollte Martok uns das Metall nicht geben, doch Firrth zauberte Geister herbei, die Martok einredeten, er solle uns das Stück Metall geben. Der arme Zwerg wurde fast wahnsinnig vor Angst bevor er es uns gab. Dann gingen wir in die wirklich widerlich stinkende Kneipe voller besoffener Zwerge. Ich hielt das barbarische Treiben nicht lange aus und ging hinaus während sich die anderen unter das stinkende Volk mischten.

15. Rua
Wir erfuhren folgende Legende: Kork, ein Zwergenkrieger, wollte das Tal im Norden erforschen und kletterte über den Berg. Er kam geschoren und verstört zurück. Wahnsinnig geworden, erzählte er wilde Geschichten von den Wilden jenseits des Berges, bis er sich eines Tages von einer Klippe stürzte.
Da niemand aus dem Dorf uns den Weg nennen konnte, gingen wir schließlich einfach Richtung Norden los, in der Hoffnung, dass es einen Pass gäbe. Den gab es aber nicht. Also bauten wir das erste Zeltlager am Fuße der Steilwand auf. Wachen: Giron, ich, Firrth, Liandra. In der Nacht wurden wir von einem lauten Brüllen geweckt. Ein großes geflügeltes Wesen ließ sich während Liandras Wache auf uns fallen. Der Gargoyle stürzte sich auf Firrths Zelt, mehrfach griff der Gargoyle an, bis sich ein Zweiter in den Kampf einreihte. Giron konnte diesen bändigen, nachdem der Gargoyle versucht hatte, mich anzugreifen. Mühsam konnte ich diesem ausweichen. Dann befahl der mächtige Giron ihm, seinen Artgenossen zu töten. Die Bestien bekämpften sich und schließlich stürzte die eine tot zu Boden, die andere floh.

16. Rua
Am Morgen ließen wir zurück, was wir nicht unbedingt brauchten und machten uns auf, die Steilwand zu bezwingen. Als die so gewandte Elfin zunächst abrutschte befürchtete ich, dass ich es nicht schaffen könnte. Tatsächlich stürzte ich dreimal ins Seil, bevor ich den schwierigen Aufstieg gemeistert hatte. Wir wurden mit einer atemberaubenden Landschaft belohnt. Der Abstieg führte uns durch ein großes Schneefeld; wir hatten gerade die Hälfte durchquert, als es zu schneien begann. Wind und Schneefall nahmen schnell zu und wir fanden uns bald in einem Schneesturm, der uns zwang, uns gegenseitig mit Seilen zu sichern. Der Tag war bereits alt, als wir endlich den Wald erreichten, den wir von Weitem bereits im Tal ausgemacht hatten.
Erschöpft errichteten wir ein Lager. In der Nacht wurde ich von drei wilden Menschen überrascht, die in mein Zelt eingedrungen waren. Blitzschnell rollte ich mich aus dem Zelt , erhielt dabei jedoch einige Treffer. Vor dem Zelt erwartete mich schon der Nächste, der mir einen mächtigen Hieb ins Gesicht gab. Trotz des Schmerzes befreite ich mich aus der Schlafrolle und floh mit magischer Geschwindigkeit. Doch es waren zu viele, zwei der Angreifer traten mir in den Weg. Dem Einen konnte ich geschickt ausweichen, der Zweite jedoch erwischte mich mit einem mächtigen Hieb am Kopf, so dass ich das Bewusstsein verlor.
Ich erwachte, als Firrth mich verarztete; wir befanden uns in einem Erdloch und von oben drangen die barbarischen Gesänge der Wilden an unsere Ohren. Neben mir lag Giron, der jedoch auch bald erwachte. Wir hofften, dass Liandra entkommen war – sie wäre unsere letzte Hoffnung. Wieder verblüffte mich Firrth, als er zur Öffnung flog und plötzlich oben verschwand um selbst wieder unten zu erscheinen und sich zu verhalten, als sei er im Freien. Ich wollte ihn gerade ansprechen, als er durch mich hindurch ging. Offenbar hatte Firrth sich der Illusionszauberei ermächtigt!! Somit stiegen unsere Chancen und damit unsere Hoffnung. Mein Kopf dröhnte, die beiden Schläge vor den Schädel hatten mich schwer verletzt. Wir schätzten, dass es noch zwei Stunden dauern würde, bis die Sonne aufginge und uns die Kraft der Heilung schenken würde…

17. Rua
Als das Licht des Morgens uns erreichte, versuchten wir uns zu erholen. Giron ging es auch sogleich besser, doch ich vermochte es nicht, meine Schmerzen zu lindern. Die letzten Nächte waren wohl zu beunruhigend gewesen. Meines Vaters Schicksal verfolgte mich noch immer jede Nacht. Nach einiger Zeit fiel plötzlich einer der Wächter tot auf das Gitter. Allerdings war von Firrth nichts zu sehen. Wir beschlossen, uns selbst zu helfen. Ich nahm das Beil der Wache und begann mit einer Hand am Gitter hängend, das Selbige durchzuhacken, als Firrth und Liandra kamen und uns befreiten. Wir waren froh, Liandra lebend zu sehen. Kaum waren wir ein wenig fortgekommen, als wir hörten, dass die Wilden mit Hunden unsere Verfolgung aufgenommen hatten. Wir schlugen einen Haken zum Bach zurück zum Dorf, denn ohne Ausrüstung wären wir aufgeschmissen gewesen, dachten wir uns. Auf Höhe des Dorfes versteckten wir uns und Firrth schlich sich, seine neue Zauberkunst anwendend, in Gestalt eines Kindes ins Dorf. Während wir auf seine Rückkehr warteten, hörten wir die Stimmen der Verfolger, die hinter uns den Bach heraufkamen, schlugen uns in den Wald und machten erneut einen Bogen zurück zum Bach. Firrth holte uns bald ein. Die Flucht war wild und plötzlich hörten wir auch vor uns Stimmen! Was tun? Wir konnten uns nicht verstecken, die Hunde hätten uns gefunden. Voraus der Feind, hinter uns der Feind. Nahezu kopflos liefen wir weiter, immer in östlicher Richtung. Firrth blieb zurück, während wir, die wir laufen mussten, erneut einen Bogen schlugen, um durch den Wald erneut zum Bach zu kommen, dem wir dann weiter folgen wollten. Firrth sollte die Verfolger von uns fortlocken.
Schließlich, viele Stunden später, kreuzten Giron und ich ein letztes Mal den Bach und begannen, eine geeignete Stelle für die Nacht zu suchen. Liandra verwischte unsere Spuren und legte Falsche. Nachdem wir zunächst auf einer Hügelkuppe Feuer gemacht hatten, wurden wir von Liandra überzeugt, eine geschütztere Stelle zu suchen, wo wir eine kalt-feuchte unbequeme Nacht verbrachten.

18. Rua
Ueber dem Dorf stieg morgens Rauch auf – Firrth teilte uns mit, daß dort vermutlich unsere Ausrüstung und der orkische Schamane, den Firrth des Nachts gemeuchelt hatte, verbrannt würden. Tags darauf ging ich auf die Jagd und fing einen großen Wildeber, der uns Nahrung für drei Tage liefern würde. Dann machten wir uns auf in Richtung Ruinen – zumindest soweit wir uns an die Karte erinnern konnten. Am Ende des Tages hatten wir etwa 10 Meilen geschafft. Wachreihenfolge: Giron, ich, Liandra, Firrth.

19. Rua
Wir mussten noch zwei Bergzüge in nördlicher Richtung überqueren und hatten noch für zwei Tage Essen. Wir nahmen uns vor, an diesem Tage den nächsten Bergzug zu überqueren. Ich würde dann auf der anderen Seite erneut zu jagen versuchen. Als wir den Bergrücken erklommen hatten, wurden wir von einem Wunder überrascht: ein blühendes Tal üppiger Vegetation – heiß-feuchte Luft stieg auf. Dies alles versprach eine erfolgreiche Jagd und eine warme Nacht. Der Abstieg wurde für mich fatal, als ich aufgrund der Anstrengung und Erschöpfung den Halt verlor, stürzte und mal wieder das Bewusstsein verlor. Dank Firrth war ich jedoch bald wieder auf den Beinen.

20. Rua
Nachts suchte mich erneut ein Alptraum heim. Als ich aufschreckte, fand ich meine Kameraden wach. Giron hatte etwas gesehen und Liandra geweckt. Firrth sollte nun nachsehen, was es gewesen sei. Er fand nichts und wir schliefen weiter. Am Morgen liefen wir bis zum Dschungel. Firrth hatte eine offene Grasfläche gesehen, an der östlichen Seite des Tals – dort vermuteten wir die Ruinen. Am Rande des Dschungels entlang suchten wir unseren Weg, ohne in den unbekannten, dichten Wald eindringen zu müssen. Zur 16. Stunde erreichten wir die Grasfläche und machten Zeichen lebender Namensgeber inmitten alter Ruinen aus. Im Zentrum der Ruinen befanden sich die Reste eines wirklich riesigen alten Haupthauses. Wir erkannten die Hirten der Schafe schon von Weitem als gigantische Oger. 5 Schritt maßen sie im Mindesten. Wir beschlossen, uns ihnen offen zu nähern…


4. Teil von Giron Lautenklang
20. – 24. Rua 1516 TH

20. Rua
W

ährend uns das Vogelgezwitscher des Urwaldes noch in den Ohren klang, bemerkten wir nebst einer Herde mit ihren drei riesigen Hirten am Ende des Tales eine Höhle, groß genug für ein Luftschiff. In der Nähe der Höhle schien ein Luftschiff gegen die Felswand geprallt zu sein, seine Überreste könnten die Quelle der aufgetauchten Artefakte sein. Wir legten eine Rast ein, doch, ach! Das Wildschwein war aus. Tiyagar machte sich auf die Jagd, gefolgt von Liandra. Nach einer Weile kam sie mit drei Eiern zurück, Tiyagar mit Holz. Wie ein Elf habe Liandra einen menschenfressenden Baum erklommen, wurde Firrth und mir berichtet. Die Eier wurden ins Feuer gelegt, nach einer halben Stunde waren sie gegart und ihr Inhalt geronnen. Ein Königreich für einen Salzstreuer! Als ich kurz aufblickte, machte ich zwei riesige Gestalten aus, 10 Meilen entfernt! Liandra erkannte „riesige und hässliche humanoide Geschöpfe, vier Schritt hoch und mit zwei Schritt langen Keulen!“ Sie trugen Kettenhemden. Schnell hatten sie uns erreicht, die Keulen geschultert! Sie unterhielten sich mit Grunzlauten und deuteten auf uns! Auf 400 Schritt Entfernung rochen wir sie schon: Schweiß, Tierhäute und Verwesung sind Ursache des höllischen Odems. Als ich sie anrief, blieben sie kurz stehen, doch dann griffen sie an! Ich bekam einen Hieb auf den Schädel, Tiyagar warf sich ins Gras. Liandra sprang akrobatisch auf die Schultern eines der Monster und enthauptete es mit einem Hieb! Tiyagar schlitzte dem anderen mit seinen Krallen den fetten Wanst auf, ich setzte wiederum sein Fell in Brand. „Neeeeiiiin!“ – mit diesem Schrei stürzte Tiyagar, an der Schulter getroffen, ins Gras. Ich schleuderte dem Oger meine Fackel gegen die Brust. Auch dort fing er Feuer. Blind vor Wut schlug Liandra daneben – „Für Erkenbrand!“ Der Dicke erwischte sie an der Nasenspitze. Tiyagar schaffte es, an dem Oger hochzuspringen! Er riss dem Oger, in dessen Bauchnabel schon Gras blühte und Regenwürmer kreuchten, den Wanst auf! Er fiel nach vorn und starb!
Die Durchsuchung der beiden ergab 60 Silberstücke, doch schon näherten sich weitere Bestien! Wir suchten unser Heil in der Flucht und schlugen uns, parallel zum Waldrand, in Richtung Westen durch den Urwald. Liandra rieb unsere Wunden mit Pflanzen ein, die uns vor Insekten schützten. Da! – ein Brüllen einer Raubkatze! Wir blieben kurz stehen, da hörten wir ein gewaltiges Rauschen, Donnern und Brausen, begleitet von einem Pfeifen. Es roch nach Schwefel – welche Teufelei erwartete uns? Liandra half mir, mit einer Liane einen Baum zu erklimmen – die Raubkatzen brüllten…Tiyagar fiel fast vom Baum, versuchte dann, auf einen anderen Baum zu springen! Welch Wahnsinniger, doch wieder rettete die heldenhafte Liandra unseren „Schwerenöter“. Im Unterholz raschelte es, und dämonische Augenpaare blickten herauf. Schließlich fand uns Firrth, der uns von der Ogersiedlung berichtete, welche auf den Ruinen errichtet wurde. Die Bestien schienen aus einem großen Loch im Berg Geröll zu tragen, eine kleinere Höhle war offensichtlich bewohnt.
Ein Geysir war offensichtlich für das Brausen und Pfeifen verantwortlich, dort rasteten wir also, in der Hoffnung von abergläubischen Ogern und wilden Tieren verschont zu bleiben. Eine erholsame Nacht stand uns also bevor."Aaääuuao!!" – ein Schrei weckte mich auf – Liandra wurde von einer Raubkatze attackiert und wand sich unter ihr. Doch Firrth, der Tapfere, vertrieb das Tier mit seinem Schlachtruf. Ich wachte den Rest der Nacht.

21. Rua
Firrth erbeutete einen Affen, Liandra schaffte Bananen herbei. Das Essen schmeckte scheußlich, da Firrth gekocht hatte. Glücklicherweise fand Tiyagar einen besseren Rastplatz an einem bergbachgespeisten Tümpel. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Jagen und Planungen. Firrth berichtete vom Lager der Oger und wir beschlossen uns auszuruhen, während Firrth kundschaften würde.

23. Rua
Wir hatten uns etwas erholt. Firrth hatte das Wrack untersucht: 100 – 150 Schritt lang, 30 – 40 Schritt breit, Mast 50 Schritt hoch. Holzbalken weggetragen, Metallteile ebenfalls weg. Auf einer Planke stand "Güldenglanz". Kleine Höhle: wurde von Ogern frequentiert, etwa fünf Oger konnten dort hausen. Seltsames Metallstück, zwei Speere, ein riesiges Kettenhemd. Das Metallstück sah vielleicht aus wie ein nautisches Instrument; Sternzeichen waren darauf eingraviert. Als Firrth die große Höhle betrat, hatte er eine Vision von zwei gigantischen Galleonen, die in einer noch größeren Höhle lägen. Auf dem Vorderdeck stand ein Zwerg in einer altertümlichen Marineuniform – ein Geist. Eine Stimme rief "Erlöse uns!" Überall auf den Decks sah Firrth Geister. Nach der Vision schlich sich Firrth in den riesigen Tunnel, der auf ganzer Höhe zugeschüttet war. Die Oger, insgesamt etwa fünfzig, gruben den Weg frei.

24. Rua
Wir machten uns auf den Weg zum Wrack, welches wir am Mittag erreichten. Dort rasteten wir bis zur Dämmerung. Als wir uns an der Höhle des Häuptlings vorbeischleichen wollten, stolperte Tiyagar und wurde entdeckt! Zum Glück konnte er davonsprinten und die Oger ablenken! Wir nutzten die Möglichkeit und schlichen uns zu der Höhle, in der Firrth einen Lichtzauber wirkte. Wieder hatte Firrth eine Vision, diesmal eine, die ihm den Weg durch eine Kuppel zeigte. Wir schlichen uns also an einem scheißenden Oger vorbei zur Kuppel, die einstmals gewaltige 500 Schritt im Durchmesser und 300 Schritt in der Höhe gemessen haben musste. Offenbar ein Zeugnis vergangener zwergischer Hochkultur. Ob hier die Luftgaleonen gebaut worden waren? Schließlich entdeckte ich ein klaffendes Loch im Boden, welches Firrth auch in seiner Vision gesehen hatte. Liandra kletterte voran, Firrth und ich folgten ihr. In einem schmalen, schnurgeraden Gang schlichen wir voran: nach 500 Schritt etwa knickte der Gang nach rechts. Nach weiteren 50 Schritt stießen wir auf eine Kreuzung, bei der wir die linke Abzweigung wählten, nach Firrths Vision. Kurz darauf konnten wir einen fahlen Lichtschein durch einen Lüftungsschacht scheinen sehen. An einer weiteren Weggabelung gingen wir zunächst links, als Firrth dann aber fühlte, daß dies der falsche Weg sei, wählten wir doch die rechte Möglichkeit. Eine weitere Kreuzung passierten wir, der Gang knickte nach rechts und wir mussten einen Luftschacht passieren, der von den Ogern als Latrine und Müllkippe missbraucht wurde. Dahinter befand sich eine Treppe, die durch einen hohen Torbogen zu einem ornamentgeschmückten Gang führte. Hinter uns in der "Latrine" konnten wir eine Bewegung vernehmen; schnell setzten wir unseren Weg fort. An einer Kreuzung mit Ornamenten (Kuppel, Quadrate, Anker, Picke/Hammer) gingen wir geradeaus, Richtung „Anker“. Eine ansteigende Treppe und ein breiter werdender Gang, dessen Seitenwände mit Bildern von Kämpfen, Reichtümern, Gütern, Dämonen und Gold verziert waren, führten uns schließlich in eine riesige Grotte!
Im fahlen Licht langsam ersterbenden Leuchtmooses konnten wir zwei Luftgaleonen erkennen. Unendlich viele Schwerter und Leichen lagen in einem großen Kreis um die beiden Galeonen auf dem Boden. Als Firrth nach uns den Kreis betrat, flammte eine Barriere auf und zerfiel. Eine dämonische Stimme lachte laut auf und dankte uns für ihre Befreiung. Oh nein!! Wir hatten offensichtlich einen Dämon befreit, Firrth trug zudem ein weiteres Dämonenmal. Das Lachen erschien nicht wieder, ebenso keine körperliche Manifestation des Dämons, also beschlossen wir, erst einmal die Höhle zu erkunden. Die Schiffe trugen beide Spuren einer Luftschlacht. In der Kapitänskajüte fanden wir das Logbuch des einen Schiffes: trotz seines immensen Alters war es noch wie neu, ebenso die Tinte im Fässchen noch flüssig! Wir lasen den letzten Eintrag: „Es ist alles für das Ritual vorbereitet (…) Eigentum für den König schützen (…) Blutritual (…)“ Der Dämon sollte also draußen gehalten werden und wir hatten ihn befreit.
Das andere Schiff hier Mynbrujes Treue. Wir erkundeten das ganze Schiff: Auf dem 1. Deck gab es nur Kanonen und Behälter für wahre Elemente. Im Bug des 2. Decks fanden wir eine Waffenkammer, wo wir uns erstmal eindeckten, schließlich würden wir für den Rückweg nach Kobal noch Ausrüstung benötigen. Die wir verloren hatten. Auf dem 3. Deck fanden wir dann sogar noch brauchbaren Proviant. Als wir schlussendlich das Schiff verlassen wollten, sahen wir die Rampe von untoten Zwergen umringt! Ein Kampf entbrannte, in dem ich niedergeschlagen wurde. Als ich wieder erwachte, lag ich in einem Gang, Liandra stand wie erstarrt neben mir, während Firrth auf sie einredete, sie jedoch überhaupt nicht zu reagieren schien. Als ich sie packte, bemerkte ich eine Art Schleim, der sie zu verschlingen drohte; schnell versuchte Firrth, diesen Schleim von ihr abzuschneiden, welcher schon begann, sich in ihren Körper zu bohren. Im letzten Moment schaffte es Firrth dann doch noch, den Dämonen, der es offensichtlich gewesen war, den Garaus zu machen, so dass die Skelette, die uns gerade anzugreifen begonnen hatten und Liandra schon niedergeschlagen hatten, ebenfalls in sich zusammenfielen. Vom Kampf geschwächt, sanken wir zu Boden.



5. Teil von Liandra Waldwind
24. Rua – 8. Mawag 1516 TH

24. Rua
D

a standen wir also im Gang, gerade so war ich mit dem Leben davongekommen. Nachdem Firrth mich behandelt hatte, ging es mir sofort etwas besser. So liefen wir also zurück zum Schacht, nur raus hier! Ich kletterte hoch, ließ Giron das Seil herunter und er folgte mir. Vorsichtig blickten wir uns um und beschlossen dann, quer über die Grassteppe zurück zu unserem Lagerplatz zu schleichen, wo wir Tiyagar vermuteten und erhofften. Leider machte Giron einen Krach wie zehn alte Trolle, dennoch bemerkten die Oger uns nicht. Bemerkenswert dumme Kreaturen. Mittlerweile war es bereits um die 3. Stunde, deswegen beschlossen wir nach einiger Zeit, das Schleichen aufzugeben und normal zu laufen. Diese Chance nutzte Giron auch prompt, um noch mehr Lärm zu machen. Nun ja, die restliche Nacht bis etwa zur 8. Stunde liefen wir noch durch das hohe Gras, um den Urwald herum bis zu unserem Lager am Tümpel, wo wir Tiyagar im Schaf redend, ja, schreiend und gestikulierend vorfanden, wie er es in letzter Zeit so oft im Schlaf tat: „Nein! Nein! Ich rette dich! Ich rette Dich!“. Giron weckte ihn und wir erzähltem ihm von dem, was wir erlebt hatten. Schließlich legten wir uns schlafen, nach der vergangenen Nacht waren wir völlig erschöpft. Tiyagar versprach, über uns zu wachen und etwas zu essen zu besorgen. Einen weiteren Tag planten wir zu rasten.

26. Rua
Nach einer Erholungsprobe am Morgen fühlten wir uns gut genug, als das wir meinten aufbrechen zu können. Wir rafften unsere paar Habseligkeiten zusammen und gingen los. An der Steilwand, die zum anderen Tal führte angekommen, machten wir eine Rast. Wiederum ging es mir danach etwas besser. Ich begutachtete die Felswand und meinte, eine gute Möglichkeit für einen Aufstieg ausgemacht zu haben. Die Anderen stimmten mir zu. Ich kletterte also los, und die erste Etappe stellte wie erwartet kein Problem dar. Elfengleich wieselte ich empor zum ersten Haltepunkt, befestigte das Seil dort für meine Kameraden. Giron folgte mir, doch als Tiyagar kletterte, begann er in etwa 10 Schritt Höhe zu straucheln und fiel! Oh Nein! Pautz! Er lag unten, lebte aber noch und rief uns hoch, dass wir ihn am Seil hochziehen sollten. Nun gut. Tiyagar neigte bereits wieder zum Fallen, doch Giron zog ihn praktisch mit dem kleinen Finger hoch! In dem Kerl steckte doch mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mochte.
Nun wollte Tiyagar rasten, eine Idee, die sich angesichts des Platzangebotes auf dem Felsvorsprung als unmöglich durchzuführen erwies. Also ließen wir ihn es auch nicht versuchen. Ich kletterte wiederum vor, diese Etappe erwies sich als viel schwieriger als die erste. Giron kletterte mir nach, dann Tiyagar. Auch er schaffte es auf Anhieb. Er schien mir sehr mitgenommen, Giron begann ihn mit einem famosen Bergsteigerliedchen aufzumuntern. „Im Frühtau zu Berge steh’n uns die Haare“ oder ähnlich sollte es, so Giron, heißen. Ich kletterte weiter, doch nach 10 Schritt entglitt mir der Fels und ich fiel, landete genau auf dem Vorsprung, auf dem meine beiden Kameraden saßen! Aua! Das tat weh! Ich saß also schmerzerfüllt auf dem Boden, da versuchte Giron, der vor nichts zurückschreckt, sein Glück. Er kletterte, trotz seines Holzbeines, wacker bis zum nächsten Vorsprung. Ich war beeindruckt. Tiyagar wollte ihm sogleich folgen, doch auch er fiel, konnte gerade so von Giron gehalten werden. Nun baumelte Tiyagar dort oben, konnte sich keinen halt verschaffen. Schließlich gelang es ihm aber doch, und er setzte seinen Weg fort bis zum 3. Plateau. Auch ich schaffte es schließlich mit Hilfe des Seils. Also auf zur 4. Etappe. Würde jetzt noch jemand von uns fallen, würde das wohl oder übel seinen sicheren Tod bedeuten.
Ich nahm meinen Mut zusammen, kletterte los und erreichte den letzten Vorsprung. Giron wollte folgen, rutschte aber ab und konnte sich gerade noch im letzten Moment an den Fels klammern. Ich versuchte, ihm das Seil zuzuwedeln, knapp konnte er es fangen und begann, daran hochzuklettern und zwar wie ein Wiesel! Wollte er uns zum Narren halten? Eitle Spielerei eines Troubadours? Ich verdrängte den Gedanken, er erschien mir hinderlich in der jetzigen Situation. Tiyagar fiel ebenfalls. Mit unglaublichen Anstrengungen konnten wir ihn halten, Aaaah! Er bekam das Seil zu fassen, schaffte es nicht, hochzuklettern, wieder baumelte er, verdammt; langsam aber sicher wurde er uns zu schwer, ich konnte das Seil kaum noch halten! Schließlich schaffte er es, uns zu erreichen, kurz bevor wir hätten loslassen müssen! Wir waren am Ende, hatten die Felswand aber bezwungen. Mit letzten Energien fanden wir eine etwas vor Wind und Wetter geschützte Stelle zum Rasten. Unter meinem stinkenden Barbarenmantel war es gar nicht so kalt, wie ich erwartet hatte.

27. Rua
Wir erwachten, gingen nach kurzem „Frühstück“ los und nach etwa einer Viertelstunde kamen wir in die verschneite Gipfelregion. Nicht mehr lange, und wir hätten diesen Berg überwunden. Der Schnee war hüfttief, wir kamen schwerlich nur voran. Gegen Mittag erreichten wir dann den Gipfel. Unter uns breitete sich das Tal mit den Wilden aus. Wir begannen mit dem Abstieg, marschierten durch das Schneefeld und nach zwei Wegstunden endete der Tiefschnee und wich sporadischen Anhäufungen, die uns nicht weiter hinderlich waren. Etwa zur 17. Stunde konnten wir die ersten Bäume erblicken. Endlich etwas Schutz! Der Wind war nicht mehr so schneidend und die Aussicht auf ein Feuerchen in der Nacht doch eine sehr angenehme. Unser Ziel war der Bach im Tal, wir waren uns jedoch nicht einig, welche Richtung wir zu diesem einschlagen sollten. Schließlich setzte Tiyagar sich durch und wir liefen weiter. Es wurde immer dunkler, nach einer Stunde hatten wir den Bach immer noch nicht gefunden. Als wir dann ohne Fluss rasten wollten, meinte Giron ein Plätschern zu hören. Ich hörte es nicht, dennoch gingen wir weiter, und erreichten wirklich den Bach! Froh über diesen Zufall, beschlossen wir, nun hier zu rasten.
Ich ging Feuerholz sammeln, jedoch gerade, als ich zum Lager zurückkehren wollte, gab der Boden unter mir nach und ich fiel in eine Grube! Wie durch ein Wunder wurde ich nicht durch einen der zahlreichen angespitzten Äste aufgespießt, die aus dem Boden ragten! Ich rief nach den anderen, und nach kurzer Zeit ließen sie mir ein Seil herunter, an dem ich aus der Grube herauskletterte. Leider befand sich das gesammelte Feuerholz noch unten. Missmutig beschlossen wir, Neues zu suchen. Giron hatte die erste Wache, irgendwann wurde ich von Tiyagar geweckt. Während ich wachte, nutzte ich die langsam verstreichende Zeit und säuberte mich ein bisschen mit Schnee. Als dann die Sonne ihre ersten Strahlen über die das Tal umgebenden Gipfel schickte, wachten die anderen auch bald auf. Wir gedachten, den Bach an einer Stelle zu überqueren, an der einige Felsen im Wasser lagen, um so möglichst trockenen Fußes hindurchzugelangen. Nachdem Tiyagar und Giron bereits drüben waren, rutschte ich aus und fiel in das eiskalte Wasser. Durch die starke Strömung im Bereich der Felsen wurde ich schnell flussabwärts getrieben, ich fand keinen Halt und kriegte keine Luft! Durch die Eiseskälte war ich wie gelähmt. Plötzlich wurde ich gepackt und ans Ufer gezogen. Tiyagar war in den Bach gesprungen, mir nachgeschwommen und hatte mir so das Leben gerettet. Am Ufer befreiten wir uns von unseren nassen Klamotten, Giron holte Holz und machte ein Feuer.
Die beiden tauten mich auf und trockneten meine Kleider. Es dauerte noch etwa zwei Stunden, bis ich wieder reisebereit war, etwa zur 11. Stunde konnten wir wieder aufbrechen. Wir versuchten, eine Distanz von etwa 100 Schritt zum Bach zu halten und folgten seinem Lauf in Richtung des Barbarendorfes. Giron ging vor und wurde urplötzlich von einer Schlinge eines Seils, das an einem Baum befestigt war, in die Luft gerissen! Er hing etwa 10 Schritt über uns in der Luft. Während wir noch am Überlegen waren, wie wir ihm am besten helfen könnten, schnappte Giron schon nach dem Seil, an dem er mit seinem Fuß hing, und begann daran heraufzuklettern. Er schaffte es! Wir waren beeindruckt! Er schnitt sich von dem Seil los und kletterte herunter zu uns. Hier schien alles voller Fallen zu sein, die erbosten Dorfbewohner wollten uns wohl unbedingt in die Finger kriegen. Naja, der Verlust ihres Schamanen war wohl die mindeste Strafe, den diese Halboger verdient hatten. Grimmig trieb Giron uns weiter, bis wir eine unergiebige Mittagsrast machten. Bald erreichten wir den Engpass inmitten des Tals und beschlossen, langsam aus dem Wald Richtung Bergzug zu gehen. An unserer alten Feuerstelle wollten wir rasten. Ich suchte nach etwaigen Spuren, fand aber keine, doch dann entdeckte Tiyagar ein Seil oder eine Ranke, die unter der Asche unserer alten Feuerstelle durchführte! Schon wieder eine Falle! Folgerichtig beschlossen wir, woanders zu rasten und gingen weiter in Richtung des Bergzuges.
Während seiner Wache, gegen 12. Stunde hörte Giron plötzlich Stimmen und weckte uns. Schnell packten wir unseren Kram und liefen los Richtung Norden. Vor uns erblickten wir den Schein von Fackeln, also blieben wir regungslos stehen und warteten ab. Die Leute mit den Fackeln liefen an uns vorbei und wir beeilten uns, weiter Richtung des Berghanges zu laufen. Wir schätzten den restlichen Weg bis zu der Stelle, an der wir über den Bergzug klettern wollten, auf etwa 20 Meilen. Zwei Stunden wollten wir noch weiterlaufen und dann noch ein bisschen schlafen, denn die Nacht war bisher noch nicht wirklich erholsam gewesen. Als wir dann tatsächlich eine Pause machten, lagen nur noch 15 Meilen vor uns. Unser Ziel rückte näher, das war ein großer Trost. Giron und Tiyagar ließen mich die Nacht durchschlafen und teilten die Wache unter sich auf.

28. Rua
Die Sonne ging auf. Ich fühlte mich geringfügig gestärkt, schnell brachen wir auf. Nach zwei Stunden schätzten wir den restlichen Weg auf etwa 7 Meilen. Fast wären wir noch einmal in eine Falle getappt. Doch Giron war geistesgegenwärtig genug, ihr auszuweichen. Sein Glück, denn sonst wäre er von zwei Baumstämmen zermalmt worden und wir hätten nicht mehr viel gehabt, was wir hätten vergraben können. Hastig liefen wir weiter, das Ziel schon vor Augen. Schließlich erreichten wir das Geröllfeld, es waren nun nur noch 5 Meilen! Wir trafen auf eine Schlucht, die wir zu durchqueren versuchten. Giron erwähnte nebenbei noch, dass die Barbaren ja vom Dämon beeinflusst gewesen hätten sein können, was wir aber nicht glauben wollten. Mithilfe eines Seil und unseren geschulten Kletterkünsten ließen wir die Schlucht schnell hinter uns; bald würden wir’s geschafft haben!
Ab jetzt wollten wir schräg auf den Berg zugehen, um Weg zu sparen. Wer uns jetzt aus dem Tal noch erblicken würde, würde uns ohnehin nicht einholen können. Wir kamen noch an eine weitere Schlucht, die wir aber umgangen, indem wir ihr bergauf folgten bis zu ihrem Ursprung. Etwa eine Wegstunde weiter entdeckten wir dann eine Stelle, die uns geeignet erschien, dort die Nacht zu verbringen. Ein kleines Feuer würde uns die ärgsten Temperaturen vom Leibe halten, also entzündeten wir unser letztes Bisschen an mitgebrachtem Holz.

29. Rua
Die Bewölkung hatte seit dem Vortag zugenommen, da wir aber an diesem Tag gedachten den Bergzug zu überqueren, würden wir wohl keine Probleme mit ernsthaftem Schneefall bekommen. Wir erreichten ein weites Schneefeld, das sich bis zum Gipfel hochzog. Weit über uns ragte der dritte Gipfel in den grauen Winterhimmel. Da! Oben auf dem Berghang standen uns unbekannte, kleine Gestalten mit riesigen Füßen und fingen an, herumzuhüpfen! Was sollte das wohl, fragten wir uns, bis es uns wie Schuppen von den Augen fiel: Diese Kreaturen wollten eine Lawine auslösen! Wir rannten los, doch die Biester liefen in unsere Richtung weiter. Nur sehr mühsam kamen wir voran, da der Schnee hüfthoch lag. Giron rief den Wesen etwas zu, doch sie reagierten überhaupt nicht. Wir beeilten uns, doch mittlerweile waren es bereits 20 von den kleinen Dingern. Tiyagar lahmte bereits etwas, da hörten wir ein Knacken in der Eisdecke und der Schnee und das Eis über uns, begann auf uns zuzurutschen! Nur noch 300 Schritt lagen vor uns, doch mir fiel es immer schwerer, voranzukommen. Dann brach die Lawine über uns herein. Ich versuchte, an der Oberfläche zu bleiben, doch wurde gnadenlos von den Schneemassen verschluckt.
Als das Getöse dann aufhörte, fand ich mich im Dunklen begraben unter einer unschätzbaren Schicht Schnee. Völlige Stille um mich herum, nur unterbrochen von meinem Atmen und meinem rasenden Herzschlag. Ich versuchte, mich etwas zu drehen, damit ich mit meinem Schwert nach oben graben konnte, doch irgendwie wollte das nicht klappen. Was sollte ich tun? Weitergraben und hoffen, dass ich rauskam? Ich hatte ja keine Ahnung, wie tief ich überhaupt verschüttet war. Nachdem ich noch ein paar Mal erfolglos nach oben gestochert hatte, entschied ich, meine letzten Reserven dafür einzusetzen, nach Tiyagar und Giron zu rufen. Vielleicht hatten sie ja mehr Glück gehabt als ich und konnten mich hören, ja, vielleicht sogar finden. Nachdem ich ein paar Mal gerufen hatte, war ich vollkommen erschöpft und begann, bunte Punkte vor meinen Augen tanzen zu sehen, meine Arme und Beine konnte ich längst nicht mehr spüren. Alles begann sich zu drehen und schließlich wurde es schwarz um mich herum.
Als ich erwache, befinden wir uns bereits wieder in Kobal. Ich erfuhr, dass die beiden mich schließlich gefunden hatten, ich sei bewusstlos gewesen. Nachdem sie mich erwärmt hatten, begannen sie den Abstieg mit mir auf dem Rücken, wobei Tiyagar dann noch fiel, sich aber während des Falles so drehte, dass er den Sturz aufnahm, sich beide Handgelenke brach, mir aber ein weiteres Mal das Leben rettete. Mit letzter Kraft hatten sie dann das Dorf erreicht. Das Luftschiff, das auf uns warten sollte, war allerdings verschwunden. Kobork klärte uns schließlich auf, dass es mit Unterstützung eines weiteren Luftschiffes losgezogen sei, um die Orkbrenner zu vernichten.

30. Rua
Am Morgen wurden wir durch Gepolter geweckt. Wie wir erkennen konnten, nachdem wir uns die Augen gerieben hatten, war die Ursache des Gepolters Generalin Foellerian, die uns von ihrem erfolgreichen Feldzug gegen die Orkbrenner berichtete und sogleich von unseren Ergebnissen informiert werden wollte. Nachdem wir von unserer erfolgreichen Mission berichtet hatten, teile Foellerian uns mit, dass wir unsere verlorengegangene Ausrüstung soweit möglich von ihr bzw. aus Beständen der Throalischen Armee ersetzt bekommen werden würden, was uns dann doch sehr erfreute.

1. Mawag
Wir bekamen dann auch erstaunlich viel von den Dingen auf unserer Liste. Zusätzlich jeder 200 Silberstücke für unsere Bemühungen. Wunderbar.

2. Mawag
An diesem Morgen flogen wir zurück Richtung Throal, mir ging es mittlerweile schon wieder wesentlich besser. Nachmittags erreichen wir das Tor Throals und schließlich ankerten wir. Der Kapitän der „Goldenen Taube“ sagte uns dann, dass, wenn wir am nächsten morgen um 8 Uhr hier sein würden, er uns mit nach Tansiarda nehmen würde, was etwa 7 Tage zu Pferd von Parlainth entfernt lag. Erfreut über diese gute Nachricht, kehrten wir erst einmal bei Meister Feuerstein ein, widmeten uns ausgiebig der Körperpflege (ich hatte ein Bad dringend nötig!), Tiyagar besorgte sich auch noch eine neue Rüstung und ein Pferd.

3. Mawag
Die „Goldene Taube“ wurde gerade beladen, als wir morgens ankamen. Wir gingen an Bord, das Schiff legte ab. Die Sonne schien, ich wollte schnell raus aus den dunklen Höhlen Throals, und so erfasste mich schnell eine Hochstimmung. Wir nahmen Kurs Richtung Süd-Ost und erblickten unter uns den Schlangenfluss, gegen Mittag bereits den Schlingenfluss. Unter uns Dörfer voller Narren: bald würde der Krieg sie verbrennen. Abends ankerten wir bei einem Handelskontor in Darranis. Darranis war eine recht große Stadt, etwa 10.000 Einwohner schätzte ich, die Hütten und Zelte waren längst über die Stadtmauer hinausgequollen, ebenso gab es eine Flussbootanlegestelle. Für ein geringes Entgelt konnten wir im Handelskontor übernachten, ein Angebot, auf welches wir gerne zurückgriffen!
Doch nun war es erst einmal schwer nötig, eine ordentliche Kneipe aufzusuchen, eine, in der auch noch was anderes als Zwergenbergarbeiter zu finden war, und dort ein Bier zu trinken. Der Verwalter des Kontors empfahl uns die „Gebrochene Achse“. Gesagt, getan. Als wir eintraten, erblickten wir eine überraschende Vielfalt an Namensgebern, sogar ein Obsidianer war anwesend. Leider war es nicht Ro. Ich bestellte mir ein leckeres Zwergenbier und alles war wunderbar! Ich hätte große Lust gehabt, mich richtig volllaufen zu lassen, doch angesichts meiner doch noch etwas angeschlagenen Gesundheit unterließ ich das lieber.
Tiyagar erzählte von der Kadavermenschenkönigin und ihrem Gefolge, die jedes Jahr einmal „zum Feiern“ nach Haven kämen, und daß in Parlainth alles voller Dämonen sei und daß das Geld dort auf der Straße läge. Ich war gespannt, was uns dort erwarten würde. Vielleicht würde ich in einem der angrenzenden Wälder einen Lehrmeister finden? Als er etwas mehr getrunken hatte, erzählte Tiyagar dann noch vom Grund seiner ständigen Alpträume: Sein Vater sei seit acht Jahren verschollen, uns nun zöge irgendetwas ihn, Tiyagar nach Parlainth. Giron und Firrth machten ein paar müde Witze darüber. Mir war nach einigen Bieren doch alles egal und ich bestellte Blutwein! Firrth konterte sogleich mit einer Order für teure Theranerplörre: 20 Kerben im Kerbholz!! Der Wahnsinn gastierte! Durch den Elfenwein wurde ich etwas schwermütig. Firrth begann, über die Neugründung Cara Fahds zu reden und geriet mit einem Ork in die Kontroverse, ob dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein könne. Der Ork glaubte, dass es keinen König für die Orks geben könne, sie seien uneins, ja, er halte die Neugründung Cara Fahds gar für einen Schachzug der Theraner! Nachdem ich dann im Suff etwas von Tiyagar Alpträumen erzählte, lief der Ork davon. Scheinbar brachte er uns mit Dämonen in Verbindung? Welch eine Memme! Wir redeten noch viel Wirrsinn, und als wir dann nach Hause wollten, drehte sich alles. Giron stellte sich quer, dauernd störte er unseren Gesang, zog an unserer Kleidung und schubste uns in die Zimmer; wir wollten jedoch noch rauchen. Als mir dann ungut wurde, bat ich Giron, mich doch in mein Zimmer zu bringen. Wie nett, er tat es ohne zu murren.

4. Mawag
Am Morgen fühlten wir uns alle bis auf Giron nicht so gut, nach einem kurzen Frühstück und 2 Silberstücken extra für die Sauerei in Firrths Zimmer, waren wir froh, schnell aufbrechen zu können. Nach etwa einer Stunde Flug erreichten wir die letzten Ausläufer der Throalberge und konnten nun den Bannsee sehen. Dann drehten wir ab Richtung Osten, unter uns die alte theranische Handelsstraße. Wir sahen, dass Tansiarda eine Brücke über den Schlangenfluss baute, um Throal, Parlainth und Urupa zu verbinden. Schließlich setzten wir am Nachmittag zum Sinkflug an. Firrth zeigte sich entsetzt über die politischen Verhältnisse, die der Kapitän der „Goldenen Taube“ ihm offenbarte, er verlangte gar den Beschuss der brückenbauenden Zwerge. Es folgte eine Grundsatzdiskussion, die dazu führte, dass der Kapitän Firrth wahrscheinlich in keiner allzu guten Erinnerung behalten hat. Schließlich landeten wir und verabschiedeten uns. Firrth wollte erneut mit dem Kapitän diskutieren, der Kapitän schien darauf jedoch keine Lust zu haben, woraufhin Firrth zu prahlen begann. Er spielte sich auf. Er redete von Kratak Mumps. War er noch betrunken? Wie auch immer, auf der alten Handelsstrasse ritten wir dann nach Tansiadia.
Anstatt die Nacht dort zu verbringen, ritten wir noch etwas weiter, um die Nacht in der Wildnis zu verbringen. Später standen wir vor Syrtis, wollten aber noch weiter. Eine weitere wilde politische Diskussion entbrannte unterwegs, in der Firrth die „Erbmonarchie von Bananendorf“ mit dem Elfenhof des Blutwaldes verglich. Ein Hin und Her ohne Sinn. Als wir dann endlich rasteten, hatten wir wirklich ein wunderbares Fleckchen Erde gefunden; ich fand einen Bach, der eine Lichtung kreuzte und verbrachte die ganze Nacht im Wald.

5. Mawag
Nachdem ich die Nacht nicht geschlafen hatte, begann ich den Morgen mit einem Karmaritual. Ein kurzes Frühstück folgte, dann brachen wir auf, und bereits nach kurzer Zeit wurde das Gelände merklich welliger und hügeliger. Wie immer unterwegs ergingen wir uns in politischen Diskussionen, die in dem allgemeinen Fazit resultierten, dass es ein Orkkönigreich Barsaive geben sollte. Welch ein Unsinn.
Als wir uns in einem Waldstück befanden, rief Giron plötzlich „Achtung!! Ein Hinterhalt!!“ und duckte sich. Etwas Vierbeiniges mit Schnabel griff ihn an! Es sah etwa wie ein Frosch aus, war aber größer als ein Hund, hatte einen kurzen, öligen, schuppigen Pelz und einen wirklich großen Schnabel. Ich schlug mit meinem Schwert nach dem Wesen, traf nicht, Tiyagar schlug daneben, dann ein Kampfschrei von Firrth, der das Tier einzuschüchtern schien, aber auch er traf es dann nicht. Dann, Tiyagar schlug nach der Kreatur, kratzte sie, ei Pfui! - eine ölige Substanz trat aus ihr aus! Dann trat Girons Bärin Diane auf den Plan: ein gewaltiger Hieb ging auf das Tier nieder! Es lebte immer noch! Eine tiefe Wunde hatte es bereits. Noch immer ging es hin und her. Ich ging nach einem Treffer zu Boden, doch dann setzte Firrth zu einem finalen Schlag an: ein gewaltiger Windlingshieb traf das Tier und es ging nieder! Reglos blieb es liegen, endlich war es tot. Nachdem wir uns beruhigt hatten, fanden wir auch Girons Pferd, welches während des Kampfes weggelaufen war, hinter einer Wegbiegung wieder. Wir ritten weiter. Trotz ihres gewaltigen Alters und großen Felsbrocken links und rechts des Weges, die von den Bergen heruntergefallen zu sein schienen, war die Straße völlig unversehrt. War sie durch einen Schutzzauber vor der Zerstörung gefeit? Sollte dieser Zauber noch immer anhalten? Die Steigung nahm noch immer zu, die Gegend wurde immer felsiger, nach einiger Zeit türmte sich links von uns eine gewaltige Felswand auf, rechts klaffte ein tiefer Abgrund: wir waren in den Caucaviabergen. Giron erzählte uns vom bösen Ruf dieser Berge: auf Trollisch bedeutete der Name „Caucavia“ „grausam“, viele seltsame und bösartige Kreaturen solle es dort geben. Die Gegend war wild und entwurzelt; hier und da lagen Bäume, die umgestürzt waren und Luftschiffe mieden es, hier entlangzufahren.
Dennoch würden wir hier rasten müssen. In einer Felswand fanden wir dann eine Art eingemeißelte Hausfassade, Parlainther Theranerstil, wie uns Tiyagar mitteilte. Leere Fensterhöhlen blickten uns an, wir waren skeptisch, doch als Tiyagar meinte, er sei schon einmal hier gewesen, beschlossen wir, die Nacht in diesem „Haus“ zu verbringen. Als wir drinnen die Räume nach etwaigen Gefahren durchsuchten, wurde ich im ehemaligen Stall von irgendetwas angesprungen! Eine Jehuthra! Sie traf mich knapp, ich ging zu Boden und rief meine Kameraden um Hilfe. Ich schlug ebenfalls nach dem Biest, traf es aber nicht, dann zauberte die Jehuthra ein blauleuchtendes Energienetz über mich! Ich konnte mich nicht mehr bewegen! Doch just in diesem Moment kam Giron in den Raum gestürmt. Auch Tiyagar und Firrth kamen jetzt angelaufen. Sie standen jetzt zwischen mir und der Jehuthra. Firrth griff sie von oben an, traf mit einem kräftigen Hieb und an der Wunde begann schwarzes Öl aus der Kreatur auszutreten. Ich war immer noch vom Netz gefangen, eine seltsame Kälte, die mich lähmte, ging von ihm aus. Dann wurde auch Firrth von einem solchen Energienetz getroffen und fiel herunter! Zweimal hintereinander schlug dann Giron nach dem Biest, Krach! – ein gewaltiger Treffer! Das Biest strauchelte, noch einmal setzte er nach, hieb ihr ins Genick und die Jehuthra bracht tot zusammen. Das schmerzende Energienetz fiel von Firrth und mir ab. Nach dem Kampf begaben wir uns endlich zur wohlverdienten Ruhe.

6. Mawag
Schon früh brachen wir auf. Gegen Mittag wurde das Gelände weniger steil, die Schlucht an unserer Seite weniger tief, doch dann erblickten wir vor uns eine zerstörte Brücke: ein etwa 4 Schritt langes Stück war aus ihrer Mitte einfach herausgebrochen. Tiyagar meinte, dass sie bei seinem letzten Besuch hier noch heil gewesen sei, aber das änderte nichts an unserer gegenwärtigen Situation. Giron befahl seiner Bärin, hinüberzuspringen, und als ihr das gelang, schickten wir auch unsere Reittiere hinüber, um dann zu guter Letzt selbst zu springen. Nach diesem Hindernis ging es wieder bergab und die Gegend wurde nach und nach auch wieder bewaldeter; wir hatten das Gebirge hinter uns gelassen! Schließlich rasteten wir an einem krautigen Tümpel, Giron erzählte die Geschichte vom Schwarzmagier auf der Amazonenfestung in Myrmidonia, wo Firrth dereinst einen dreiköpfigen Drachen tötete, mit einem Hieb! Tiyagar wollte es allerdings nicht glauben. Das alles war so anstrengend, dass ich bald einschlief.

8. Mawag
Am Horizont: riesige Wälder; vor uns: eine Siedlung, Haven, wie Tiyagar uns aufklärte. Hinter der Mauer, so Tiyagar, lag Parlainth! Am späten Nachmittag trennten uns nur noch 5 Meilen von Haven, so dass wir erkennen konnten, dass die Stadt aus der Nähe betrachtet etwas nach Flickwerk aussah. Immerhin besaß sie aber auch eine Stadtmauer und beim Näherkommen machte sie auch keinen ärmlichen Eindruck, sondern vielmehr einen Umtriebigen und Abenteuerlichen. Als wir die Stadttore erreicht hatten, sahen wir vor uns eine breite Straße liegen, die uns geradewegs auf einen großen Platz, auf dem mehrere Bäume und auch ein Brunnen standen, führte. Ebenfalls stand da ein riesiger Wachturm, der von der Architektur und vom Alter her wohl noch aus theranischer Zeit stammte. Großes Gewusel herrschte – wohin mit uns? In den Ruhelosen Troll – Stätte wilder Geschichten, auf das Tiyagar uns dort von seinen Zielen erzählte.
Dort angekommen wusste er bei einem leckeren Hausgebräu Folgendes zu erzählen: Vor drei Jahren hatte er eine Gruppe junger Adepten kennengelernt, die nach Parlainth gehen wollten. Er wollte mit ihnen gehen und hatte zu diesem Zwecke in seines Vaters’ alten Sachen gewühlt und dort Briefe gefunden, die, übersetzt, davon berichteten, dass elfische Diebe die Schatzkammer von Parlainth plündern wollten. Tiyagar wollte diesen Schatz also finden, um seinen Stiefvater auszuzahlen, damit seine Schwester den Hof übernehmen könne. Also ließ er sich mit dahergelaufenen Abenteurern ein, die auf dem Hof der Familie übernachtet hatten. Die Gruppe ließ sich schnell überzeugen, den Hinweisen nachzugehen. Eines Abends brachen sie dann also auf.
Zunächst schien auch alles ganz gut zu laufen in Parlainth, doch plötzlich meine Tiyagar, der Stadtteil in dem sie sich befanden, hätte sich geändert. Er fand seine Anhaltspunkte nicht mehr und Unruhe stieg in der Gruppe auf. Sie verbrachten eine ungemütliche Nacht in den Ruinen und am Morgen hatte sich das Viertel erneut verändert! Einen Tag lang irrten sie umher, begleitet vom Gefühl, verfolgt zu werden. Dann, der Überfall! Menschengroß, mit Stacheln übersäht, messerscharfe Klauen! Riesige Gottesanbeterinnen! Während des Kampfes wurde Tiyagar bewusstlos.
Als er wieder erwachte, waren alle außer ihm tot. An eine Wand stand geschrieben „Flieh, mein Sohn!“ Er lief los, nach Stunden entdeckte er endlich einen Anhaltspunkt, folgte diesem und schaffte es so, aus Parlainth herauszukommen. Den Schock ertränkte er in einer Kneipe im Bier. Nach drei Tagen lief er einfach los, weg von Haven, Parlainth und allem, was ihn an seinen Vater, die Abenteurergruppe und die verfluchte Stadt erinnern würde. Er erreichte Märkteburg, wo er schließlich auf uns, den Blutsbund der Rettung traf. Nun quälten ihn seit einigen Wochen die immergleichen Alpträume.


6. Teil von Firrth Windpfad, Windscout
9. – 10. Mawag 1516 TH

9. Mawag
D

er Troubadour ist lustig. Der Ruhelose Troll ist zu teuer, 80 Silberstücke! Deshalb Billigherberge. Giron bezahlt aus der Gruppenkasse. Die Nacht ist sehr erholsam. Achte Stunde Frühstück mit Dämonenhörnchen und Unsinn. Mysteriöser Zettel in Tiyagars Zimmer, doch das Zimmer ist verlassen. Tiyagar ist verschwunden, wir suchen ihn. Der Zettel ist von einem „Freund“ und handelt von dem Versprechen, etwas über seinen Vater zu erfahren. Er ist auf der Stadtmauer Richtung Parlainth gelaufen. Wir verfolgen seine Luftspur. Pferde können nicht auf die Stadtmauer klettern! Wir gehen zu Fuß. Trollposer prollt uns an wir sollen ’nen Zettel unterschreiben. Ich motz’ ein Bisschen rum, hab jetzt Stadtverbot. Wir kommen an einen Spalt in der Mauer, 3 Schritt. Meine Kumpanen springen elegant darüber. Liandra springt mit Salto. Scharfe Kanten, eklige Sachen, Pilze und so. Großer Baum auf der Mauer. Tiyagar ist mit vier Untoten unterwegs. Die Luftspur beweist dies. Wir sind gewarnt. Giron hat Zweifel.
Wir betreten Parlainth durch einen Spalt in der Stadtmauer. Alles wirkt wie eine Geisterstadt. Aura der Bedrohung, der Schmerzen und Jahrhunderten der Folterung. Überall verrottete Gärten und verdrehte, eklige Statuen von gequälten Menschen. Wir beeilen uns. Angst und Bedrohung erfassen uns. Ich erzähle vom großen Drachen in Parlainth, keiner glaubt mir. Langsam verirren wir uns. Eine Wendeltreppe führt ins dunkle Nichts – wir steigen tapfer hinab. Liandra mit Lichtquarz voran. Es gibt mysteriöse Abzweigungen, aber die Spur geht in die Tiefe. Giron treibt mich voran. Liandra hat Magisches Spurenlesen gewirkt und bestätigt die Luftspur. Wir treffen auf eine Gabelung und auf frischere Spuren von Tiyagar, er scheint geflohen zu sein, denn die Spur verläuft in Schnirren und Schnögeln. Giron ist der Meinung, dass Tiyagar bestimmt untot ist. Wir stoßen wieder an die Oberfläche.
Am großen Boulevard geht die Spur Richtung Haven. Eine böse Falle stört meine Kreise und verletzt mein Bein. Wir werden von widerlichen Zwerglein verfolgt. Uns kommen zwei Namensgeber entgegen. Sie erzählen vom großen Drachen in der Stadt, Kohlengrien. Wir machen einen kleinen Schlenker um die Gottesanbeterinnen und kommen wieder auf den Boulevard und schließlich nach Haven. Tiyagar schläft in seinem Zimmer. Tiyagars alte Gefährten sind Untote. Er hat seinen Vater getroffen in den Katakomben. Liandra schwätzt dumm. Sein Vater war keinen Tag gealtert. Er erzählte was von einem Auftrag. Sein Vater ist unsterblich. Bösi, bösi! Tiyagar sollte auch unsterblich werden. Ritual. Tiyagar floh. Todesschreie überall. Sein Vater voll Blut mit riesen Eckzähnen. Er kam auf ihn zu und er floh voll Angst. Boulevard Richtung Haven Gottesanbeterinnen.
Tiyagar erzählt von der Geschichte Havens. Torgak ist ein Bonze, der alles unter Kontrolle hat. Zwei Forschergilden, eine für und eine gegen Torgak: Blendrufs loyaler Forscherbund und Weichhauts freie Forscher. Gerechtigkeitsglocke Gerechtigkeit für alle, sehr klein. Liandra und Giron hören sich im Ruhelosen Troll um. Ich flieg zu Torgaks’ Warenlager um die Sache von heute morgen zu klären. Riesiges Lager, teure Preise. Ich folge dem Angestellten zu Torgak. Beeindruckende Behausung mit Balkon und Wasserpfeifen. Firrth entschuldigt sich bei Torgak und seine vorlaute Art wird ihm vergeben. Der Ruhelose Troll ist voll von Abenteurern, ein riesiges Brauhaus. Böse Geschichten über die Windungen vom stinkenden alten Ork. Wir prellen die Zeche und gehen zu Vardeghols Wissensbörse über die Geheimnisse von Parlainth. Böse Geschichte über die Windungen über Podas und Co. Zurück in die Gaststätte. Wir wollen in die Windungen aufbrechen und gehen schlafen.

10. Mawag
Nächster Morgen Aufbruch und Rüstungskauf. Tiyagar findet noch Kram aus den Katakomben, den er mitgenommen hat. Brief an seinen Vater von Ulujal. Tiyagar mit Liandra und Giron kaufen eine Rüstung für Tiyagar. Während Firrth den Brief studiert, der in Zaubersprache geschrieben ist. Handelt über magisches Artefakt. Giron will die Stadt vom Erdboden säubern! Los geht’s! Täh, Täh! Zerstörung huibuh. Leichen, Löcher, Müll. Fetter Fight, Tiyagar bewusstlos. Liandra schleppt ihn. Wir fliehen in ein altes Haus.


7. Teil von Giron Lautenklang
10. – 15. Mawag 1516 TH

10. Mawag
M

öglicherweise würden dies die letzten Stunden unserer Gruppe sein…
Ich stand auf und sprang ins Haus, wobei ich zweien von den Bestien auswich. Liandra wich einem Hieb aus, dem Zweiten nur knapp – das Wesen zertrümmerte den Boden mit dem Hieb. Firrth verlor das Gleichgewicht und stürzte, stand auf und flog ins Haus. Sie kamen! Ihre Panzer waren zu hart für unsere Schwerter! Liandra wurde zurückgedrängt, schon stand eine zweite Dämonenanbeterin im Türeingang. Sie griff mich an, beide Hiebe trafen! Aaaargh! Das Dunkel umfiel mich!...

Ich erwachte: gleißendes Licht erwartete mich. War dies die Halle der Helden? Ja, dort war Firrth und Liandra war auch hier…doch was war das? Überall waren diese dämonischen Kreaturen! Ich musste wieder erwacht sein! Nun gut, auf in den Kampf! „Hah, wer in den Windungen stirbt, wird untot!“ Firrth und Liandra schlugen auf die Insektoiden ein. Mein Hieb ging daneben – sollte ich etwa schon ein Kadavermensch sein? Meine Bewegungen waren fahrig geworden! Entnervt durchbohrte ich eines der Ungeheuer, Firrth erledigte es. Ein weiteres Tier krabbelte heran und schnappte nach uns, Firrth traf es am Gelenk zwischen Thorax und Abdomen – das Biest war Geschichte. Schließlich wurde das Getrappel leiser – wir waren vorerst gerettet.
Während Firrth uns verarztete, hörte Liandra Elfengeflöte. Wir durchsuchten das Haus, Firrth fand stolz eine leere Samtschublade, die er mir als „Geheimnisse, Geheimnisse!“ verkaufen wollte. Oben fanden wir eine Bibliothek mit vielversprechenden Titeln wie „Die Abenteuer des Hauptmanns Lavendel“ oder „101 Wege, Trolllieder zu singen“. Das Arbeitszimmer wies den vormaligen Bewohner als Händler aus. Kurz darauf machten wir uns vom Acker, Liandra und ich trugen Tiyagar. Die Luft war rein, doch wir hörten in der Nähe das ominöse Klicken der dämonenanbetenden Insektoiden. Firrth untersuchte den Weg nach Zwerglein-Fallen. Dabei schnitt er sich und prügelte wutentbrannt auf den Fallen herum. Schließlich erreichten wir Haven. Firrth ging Ställe ausmisten, ich schlief.

11. Mawag
Am nächsten Tag verließen wir Haven, ein Pfeil sagte „Summ, summ, ich zerbreche!“ und zerbrach. Ich machte Musik und verdiente 2 Goldstücke, Firrth traf sich abends mit einer Verkäuferin, die in Begleitung erschien. Die Dame hieß „Alaina“! Einer ihrer Freunde hieß „Trevor“ und war Karawanenbeauftragter zwischen Travar und Haven. Trevor erzählte vom „Blauen Banner“, einer Abenteurergruppe, die von einem Paar Zwergenschwestern angeführt wurde. Blabla, Luftschiffe wurden von Dämonen angegriffen, Ursache: Dämon, Geisterbeschwörer vor der Plage, im Windlingskaer. Das Blaue Banner entwendete ein Buch, dieses wurde aber vom Dämonen zurückgeklaut, die „Blaue Bande“ bannte den Dämon und zerstörte das schwarze Luftschiff.
Firrth erzählte Unfug über uns und insbesondre über mich! Als er die Kaschemme verließ, traf er eine Abenteurergruppe: zwei Zwerge, ein Troll, ein Mensch, ein Ork und ein Elf. Theranerschweine, die uns „überreden, mit ihnen zu kommen“ wollten. Nachdem er uns berichtete, kehrte er zurück in den Ruhelosen Troll und belauschte die Theraner: Namen: Praylar (Troll, 2,4 Schritt groß, schwer, schwarze Mähne, Robe-> mit Buch!)), Oortal (Ork, blond, blauäugig, groß, ebenfalls Robe ->Buch!)), Larm (Zwerg, Waffenschmied), Landrial (Elf, Scout, langes, schwarzbraunes Haar, dürr und untersetzt), Gradan (Zwerg, 1,2-1,3 Schritt groß, Krieger), Affern (Mensch, Schütze, groß und schwer, Mitte 30, braunes Haar). Firrth setzte die Bande auf Loaks' Erben an. In ihrem Zimmer fand Firrth einen Zettel: Auf jeden von uns waren 500 Silberstücke ausgesetzt. Wir brachen sofort in den Wald auf, um dort zu lagern. Nach einer kurzen Rast, die uns keine Erholung brachte, brachen wir wieder auf.

12. Mawag
Zuerst nach Westen, dann nach Norden. Ziel war es, Parlainth zu umrunden.

13. Mawag
Wir gingen auf die Jagd, Richtung Norden: Vogelgezwitscher. Doch wir fanden nichts: nur Sperlinge. Am Nachmittag warteten wir auf Diane, die Jagen war. Firrth und Liandra gingen Fischen: Bachforellen waren diesmal die unschuldigen Opfer. Wir reisten am Bach entlang.

14. Mawag
Mir ging es besser, Diane hatte gestern etwas gejagt. Uns schien es, dass wir nach Osten reisen müssten. Da! Die Fährte eines Paarhufers. Firrth ging ihr nach: er erlegte einen Hirsch. Ein leckeres Hirschragout war unserer Taten Lohn. Zur 17. Stunde erreichten wir den Waldrand. Wir ritten weiter nach Südosten, da sahen wir Richtung Süden einen dunklen Fleck: eine Siedlung? Es war Kernsdorf, das Tiyagar zu meiden trachtete. Wir reisten in die Richtung des Dorfes, vor dem wir rasteten. Zwei Bauern meckerten über uns rum.

15. Mawag
Wir näherten uns Haven und stießen auf eine Spur, die etwa von Tiyagars Dorf nach Parlainth und umgekehrt führte. Auf dem Rückweg dieser Spur waren außerdem Rinder- und Wagenspuren zu erkennen. Jemand war aus Parlainth gekommen, hatte in einem Dorf Kühe und Karren geholt und war nach Parlainth zurückgekehrt... Wir gingen Richtung Dorf. Ein großer Gutshof mit Wirtschaftsgebäuden, zwei toten, verbrannten Pferden wurde niedergebrannt. Wir fanden eine, durch Schwerthiebe getötete Leiche.
Weiter ging’s, direkt nach Haven. Dort entdeckte Firrth, daß uns die Idioten gefolgt waren. Wir stellten unsere Tiere wie gewohnt beim Wirt ab, kletterten über die Stadtmauer und betraten Parlainth: die Windungen!! Wir marschierten tüchtig drauf los während Firrth uns "führte". Da! Eine Stimme rief uns! Er war in einem Keller gefangen, wir gingen hin. Ein Dämon namens Dwallig hielt ihn dort angeblich gefangen. Liandra zerschlug die Handschellen, doch dann...Pardauz! Eine Falle! Er griff an! Schnell war er tot, seine Leiche löste sich in gelben Nebel auf.
Nach einer Weile trafen wir auf einen Schacht, der uns bekannt vorkam. Nach der dritten Ebene kamen wir an den abgebrochenen Treppenabsatz. Wir hatten den Ausgang gefunden, nun mussten wir den Weg zurück finden. In der 4. Ebene: Wir betraten den schmalen Gang, eine Wegkreuzung, ein Gang mit Türen. Firrth lauschte und schnüffelte, fand aber nichts. Wir gingen links herum und öffneten die nächste Tür: drei mal fünf Schritt und Kisten standen drin: alle leer. Dann gingen wir doch geradeaus, kamen erneut an eine Abzweigung. Irgendwann fanden wir Tiyagars alte Spur, der wir folgten. Ich machte Kreidezeichen an den Abzweigungen. Firrth wurde von einer Falle aufgespießt! Wir befreiten ihn, sodann hörte ich Stimmen und Schritte, eine Tür fiel irgendwo ins Schloss, dann verklangen die Schritte...
Wir kamen an eine Abzweigung, an der zwei Spuren Tiyagars zusammenliefen. Wir näherten uns der Mitte des unterirdischen Labyrinths, der Gang verbreiterte sich zu einem Raum. Im Springbrunnen sprudelte nichts, aber auf dem Boden befand sich eine schwarze Kruste: Blut oder Nutella. Wir entdeckten die Zellen und hörten Stimmen – die Gefangenen? Dann folgte ein kurzer Gang, der in einen weiten Raum mit Säulen mündete. Dekadent eingerichtet, schwaches Dämmerlicht, Fresken, Liegen, ein Tisch mit Getränken und Essen, Teppiche, ein großer Sessel, ein Arbeitstisch mit Utensilien, an dem ein großgewachsener Mann saß und dann aufstand: etwa 35 Jahre alt, tolles Vampircape, bleiche Visage, es war wohl Tiyagars Vater. "Hallo Vater!" "Ah, du bist also zurückgekehrt. Du hast dich für mich entschieden. Bist du gekommen, um das Ritual zu vollziehen?" Es folgte eine Debatte. Auf drei griffen Liandra, Firrth und ich an! Ein toller Schwertmeister war das! Aua, der teilte aus, Tiyagar war erst unentschlossen. Ein heftiges Gemetzel, Tiyagars Vater wurde schwer getroffen und flog als ein Schwarm Fledermäuse davon. Als wir flohen und Firrth noch versuchte, die Gefangenen zu befreien, liefen uns noch vier Kadavermenschen hinterher, wir rannten durch das Labyrinth davon, die Treppe hoch.


8. Teil von Tiyagar Vomfelde
15. Mawag – 28. Mawag 1516 TH

15. Mawag
E

s regnete. Die Windungen wirkten noch trister als sonst, Wir waren orientierungslos, wussten nicht wohin, was tun? Die Idee, den Einbeinigen als Köder vorzuschicken, verwarfen wir. Firrth versuchte unsere Spuren wiederzufinden, doch es gelang nicht, düstere Erinnerungen kamen auf. Firrth stieg schnell auf und machte in der Ferne den großen Boulevard aus. Sofort machten wir uns in diese Richtung auf. Schließlich hörten wir in der Entfernung Kampfeslärm – zwei Gruppen bekämpften sich. Wie sehr die schwarz gekleideten Bösewichte in der Überzahl waren, war noch nicht klar, dennoch eilten wir zur Hilfe. “Schert euch davon, Mächte der Finsternis!“ rief Firrth unerschrocken, als er sich ins Getümmel stürzte. Zweitgleich stürzten auch Giron und ich uns in den Kampf. Ich konnte zwei niederstrecken bevor sie flohen. Von der anderen Gruppe waren viele tot. Anscheinend wollten die eine „Schädelkette“ wiederbeschaffen, ein mächtiges nekromantisches Artefakt. Der Elf, Xulonas Ti Raeshamon (2 Schritt groß, schlank, schwarzer langer Zopf, blaue Augen, helle Haut, besonders schönes Gesicht, Rüstung mit unbekanntem Wappen) – erzählte von der „Bruderschaft der Nacht“, in deren Besitz die Kette einst gewesen sei. Die fremde Gruppe hatte die Kette bereits, doch die Kadavermenschen hatten sie ihnen wieder abgenommen. Firrth nahm die Fährte auf und wir verfolgten die Kadaver in die Kleinen. Als wir sie einholten, hatten sie keine Chance: nach wenigen Sekunden hatten wir sie alle getötet. Firrth hatte einem von ihnen die Kette abgenommen.
Elf: „Die Bruderschaft der Nacht“ kam vor einer Woche nach Haven und heuerte die Fremde Gruppe an, um das Artefakt, das vermeintlich gestohlen worden und nun im Besitz von Zwiegeboren war, von dort zurückzuholen. Die Bruderschaft kam vermutlich aus den Delarisbergen. Die Gesandten der Bruderschaft waren bei dem Angriff der Kadavermenschen umgekommen, darum wird es lange dauern, bis wir Kontakt mit den Auftraggebern aufnehmen können.“

Xulonas erzählte uns von einer Heilerin in Haven, die wir nun besuchen müssten. „Alora“ – sollte dies meine Schwester sein? Sie war es tatsächlich. Es war grausam ihr gestehen zu müssen, was ich getan hatte. Doch sie tröstete mich. Ich war so glücklich über das Wiedersehen! Sie versorgte unsere Wunden. Xulonas bot sich an, unsere Tiere zu holen und dem Wirt eine Geschichte zu erzählen, die die Verfolger von uns ablenken würde. Gegen meinen Willen entschlossen sich die Anderen, bei dem Alten Vomfelde unterzukommen. Liandra und ich kümmerten uns um die Reittiere und brachten sie außerhalb der Stadt, während Firrth und Xulonas zu Hiermon gingen, um mehr über die Kette herauszufinden. Giron blieb bei Alora, damit er sich erholte.
Hiermon erzählte, dass sich die Bruderschaft der Nacht mit Dämonen beschäftigte – niemand wisse, wo in den Delarisbergen ihre Zitadelle läge. Es hieße, sie läge nahe eines verseuchten Lebensfelsens, dessen Kraft sie nutzten. Die Knochenkette sei ein Grimoire, das das gesammelte Wissen des Ordens berge und folglich ein unglaublich mächtiges Artefakt.

16. Mawag
Komische Sache mit einem „Obsidianer“, der sich in orangenem Rauch auflöste – sehr mysteriös.

Anm. Liandra: Hah! Der feine Herr Tiyagar, der sich erst nach gemütlichem Ankleiden aus seinem Zelt bequemte, als wir in den frühen Morgenstunden erneut von diesem Obsidianer, der uns in den Windungen versucht hatte in eine Falle zu locken, angegriffen wurden! Er löste sich nach ein paar Treffern mit der Klinge in orangenem Rauch auf, so dass Tiyagar davon jedoch nicht viel mitbekam!

Xulonas stellte sich als ein Elfenprinz königlichen Geblütes, der aus dem Königreich Shosae Ron verbannt worden war, nachdem er sich mit den unreinen Ausländern eingelassen hatte, heraus. Die Ältesten verböten jeden Kontakt. Doch er hatte sich in Kelessa, die Tochter eines Waldläufers verliebt, die seines königlichen Blutes jedoch nicht würdig sei, wie die Elementaristen- und Magiergilden es sahen. Die heimliche Hochzeit war bekannt geworden und Xulonas wurde verbannt. Wir boten uns an, seine Familie zu holen – OHNE BEZAHLUNG! Sowas… Aber Liandra hatte die Aussicht bei dem waldlaufenden Schwiegervater zu lernen und so machten wir uns auf durch den Wald und erreichten am Abend den Spitzdorndschungel oder „Gorischen Wald“, wie Xulonas ihn nannte.

17. Mawag
Unsere Reise führte uns ostwärts durch den dichten Wald. Gen Abend kamen wir an eine künstliche Lichtung, auf der Felder angepflanzt wurden und in deren Mitte sich ein Dorf mit etwa 100 Häusern befand. Wir wurden erfreut begrüßt. Im Gemeinschaftsraum wurde wild gezecht. Wir soffen und fraßen auf Kosten der Dorfbewohner. Hier wohnten hauptsächlich Menschen, Orks und Zwerge. Tureem hieß das Dreckskaff. Turan war der Älteste des Dorfes. Er hielt uns für eine Gruppe Abenteurer, die er angeworben hatte, um Monstren zu bekämpfen, die das Dorf terrorisierten. Wir erklärten uns bereit, für gratis die Monstren zu töten. Ich war erneut nicht einverstanden! Abends verlas ein Ork die Briefe von Krathis Gron, der Mahutar, die in orkischer Sprache waren – sie wollte das Orkkönigreich Cara Fahd neu gründen. Die Propaganda war mitreißend und die anwesenden Orks waren begeistert. Wir nächtigten im Gemeinschaftsraum. Am nächsten Tag kümmerte sich Alora um die verwundeten Dorfbewohner, während wir in den Wald gingen, um die Jehuthras zu finden. Todesmutig spielte ich den Köder für die tödlichen Monstren und trug einige Wunden davon, bevor ich die erste Jehuthra endlich mit einem gewaltigen Schlag niederstrecken konnte. Eine Zweite jedoch fing mich mit ihrem Netz und so mussten meine tapferen Kameraden sie ohne meine Hilfe erschlagen. Im Dorf empfing ich die 60 Silberstücke, die meine Freunde jedoch ablehnten. Nun ja, jetzt hatte ich ein Jehuthranetz und Geld!
Den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns auszuruhen. Alora hatte alle meine Wunden behandelt. Sie war wirklich gut! Es freute mich sehr zu sehen, dass sie eine begabte Heilerin geworden war. Abends wurde wild gefeiert – Giron übertraf sich selbst, als er eine wundervolle Ballade meisterlich interpretierte und von unseren Taten berichtete.

18. Mawag
Heute suchten wir den ganzen Tag nach Spuren weiterer Jehuthras, doch wir konnten nichts finden.

19. Mawag
Mir ging es den Umständen nach ganz gut – eine Wunde war trotz aller Fähigkeiten Aloras und meiner Selbstheilungskraft geblieben. Als wir uns morgens auf den Weg machen wollten, ließ uns dieser Stall-Windling nicht in Frieden. Dennoch – er schaffte es nicht, uns seinen alten Klepper aufzuschwatzen. Im Krämerladen des Dorfes durften wir uns mit Proviant eindecken, und so ausgerüstet machten wir uns auf den Weg Richtung Osten. Die Frau, nach der wir suchten, lebte in einem Dorf namens „Sternenglanz“. Ihr Vater habe wahrscheinlich nichts dagegen, dass sie Xulonas wiederfinde beziehungsweise zu sich hole. Die Gesetze seien jedoch streng, so dass wir wohl würden unerkannt bleiben müssen. Die Sache kam mir sehr riskant vor. Wir reisten eine Woche weiter, bis wir an die Grenze des Elfenreichs kamen. Dort wollte Xulonas auf uns warten. Wir sollten genau Richtung Osten wandern, bis wir auf einen Pfad stoßen würden – von da würde es wohl etwa anderthalb bis zwei Tage dauern, bis wir Sternenglanz erreichen würden.

27. Mawag
Der Wald wurde dichter, obwohl die Bäume gigantisch waren und vereinzelt standen, dazwischen kleinere Bäume und Dickicht. Das Fortkommen war sehr erschwert. Am Fuß eines besonders großen Baumes lagerten wir diese Nacht. Meine Wache war unheimlich; ich hatte noch nie einen so dichten Nebel erlebt. Tatsächlich schien er fest-flüssig zu sein – Alles wirkte sehr unwirklich. Mir war klamm und kalt.

28. Mawag
Gegen Mittag trafen wir auf den Trampelpfad, den wir in Richtung Norden weiter folgen sollten. Firrth schwirrte voraus. Wir kamen sehr schnell voran auf dem Pfad. Als wir nach einer Mittagspause zurück zum Weg kamen, traten zwei Elfen vor uns – eine Patroullie. Firrth, Liandra und Giron sprachen in fremden Zungen mit den Elfen. Vermutlich wollten sie sich wie üblich irgendwie herausreden. Dann brachten die Elfen uns irgendwo hin – ich vermutete einmal, dass es zur Hauptstadt gehen würde. Es wurde viel gequatscht, aber wer versteht schon diesen elfischen Singsang? Nun, scheinbar alle außer mir?! Die weibliche Elfe schoss einen Signalpfeil ab.


9. Teil von Liandra Waldwind
28. Mawag – 13. Teaju 1516 TH

28. Mawag
W

ir saßen auf einer kleinen Lichtung. Die Elfin stellte sich als Rulia vor, der männliche Elf als Delarion. Beide waren in typischer Waldläuferkleindung gekleidet, trugen Speere mit Steinspitzen bei sich und dazu noch jeder einen Kurzbogen. Wir nutzten die Wartezeit bis wir abgeholt werden sollten, um eine kleine Mahlzeit zu uns zu nehmen. Firrth schwatzte dem Elfen ein bisschen von dessen Brot ab, während Tiyagar seltsamerweise weiterhin den ekligen Zwergenproviant zu sich nahm. Die beiden Elfen erzählten uns unterdessen von den politischen Verhältnissen in ihrem Königreich und bereits nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden um Königstreue handelte, die das Tun der Gilden insgeheim ebenfalls nicht guthießen. Die Gilden hätten alles unter Kontrolle, bauten keine neuen Behausungen für die immer weiter wachsende Bevölkerung und verböten den Handel mit anderen Völkern, so dass es Trotz des Reichtums des Waldes an Nahrung fehle. Viele seien deswegen unzufrieden und es werde wohl bald zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen. Eine Bewegung namens Neue Welt versuche, die Politik zu ändern. Kurz darauf waren Schritte zu hören, die sich uns näherten, Ein Elf trat zu uns auf die Lichtung, ein eitler Lackel in einer grünen, bestickten Robe mit einem Diadem im Haar, begleitet von fünf Wachen. Förmliches Geschwafel folgte. Der Kerl sei Hisar, flüsterte uns Rulia zu, welcher ein Gegner der Neuen Welt sei. Wenn wir vor den Rat gestellt würden, so sagte Rulia, sollten wir eine gewisse Sheila – diese sei insgeheim die Anführerin der Neuen Welt – versuchen auf unsere Seite zu bringen. Firrth gab den Brief von Xulonas noch schnell an Delarion, damit wir, sollten wir durchsucht werden, nicht damit konfrontiert werden würden. Dann wurden unsere Augen verbunden und wir wurden abgeführt. Ich versuchte mir den Weg zu merken, was wohl aber von wenig Erfolg gekrönt war, meine Sinne schienen heute nicht auf dem besten Stand zu sein. Hin und wieder trafen wir auf andere Elfen, mit denen sich Hisar flüsternd unterhielt, leider konnte ich nichts von dem, was gesagt wurde, verstehen. Schließlich wurden unsere Augenbinden wieder abgenommen und wir standen vor der Hauptstadt des Königreiches Shosae Ron: Riesige Bäume, mindestens 100 Schritt hoch, mit Brücken verbunden und mit Pavillons und Balkonen behangen, zwischen ihnen ein breiter Fluss, der ebenfalls von Brücken unterbrochen wurde, auf ihm Fischerboote. Ich schätzte die Einwohnerzahl dieser Stadt auf mindestens 10000 Elfen. Jedoch waren es nicht nur die gewaltigen Bäume, die ihnen als Behausungen dienten, es waren auch zahlreiche Bretterbuden und -verschläge zu sehen, was mich fast schon an Märkteburg erinnerte. Die Überbevölkerung schien hier wirklich ein ernsthaftes Problem zu sein, doch momentan hatten wir ganz Andere. Fünf weitere Wachen traten auf uns zu und wir würden nun, so sagte Hisar, „uns durch einen Geheimgang“ zum Palast des Königs zu führen, um „nicht so viel Aufsehen zu erregen“. Eine billige Lüge, soviel war klar und mehr hätte ich diesem schmierigen Hisar auch gar nicht zugetraut. Am liebsten hätte ich ihm direkt hier an Ort und Stelle den Kopf vom Leib getrennt, aber das wäre wohl mehr als unangebracht und verfrüht gewesen. Nachdem Hisar einen Zauberspruch gewirkt hatte, öffnete sich ein Baumstamm und eine Treppe wurde sichtbar. Wir stiegen also hinab und gelangten so in einen groben Erdgang der in Richtung der Stadt führte. Der Gang war so schlecht gegraben, dass König Varulus sich im Grabe umdrehen würde, soviel sei einmal gesagt. Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch erreichten wir eine hölzerne Tür, die sich ebenfalls auf einen Zauberspruch Hisars hin öffnete und in einen hellerleuchteten Raum aus Holz führte. Er hatte Fenster, jedoch ohne Glas, vielmehr schienen sie aus einer Art lebendiger Membran oder Haut zu bestehen, so fein, dass sie fast völlig durchsichtig wirkte. Erstaunlich. Dies alles sei die große Kunst der Lore-Schilas, klärte man uns auf. Hisar verschwand durch eine Geheimtür und deutete uns zu warten. Nun waren wir völlig allein in diesem Raum und die Tür war ebenfalls nicht zu finden, wie Firrth feststellen musste. Ein Blick aus den Fenstern verriet uns, dass wir uns etwa 4 Schritt über dem Erdboden in einem riesigen Baumstamm befanden, scheinbar in einem der riesigen Bäume, die wir bereits von außerhalb der Stadt gesehen hatten. Nach etwa 20 Minuten kam Hisar zurück und deutete uns, ihm durch den Gang zu folgen. Bald durchschritten wir einen Torbogen, hinter dem Sonnenlicht zu sehen war und betraten eine Balustrade, von der aus eine Treppe um den Baumstamm gewunden noch weiter hinauf führte. Wir gingen also weiter hoch und kamen so auf einen riesigen Balkon, der mindestens 40 Schritt maß. Von dort konnte man durch einen weiteren Torbogen in den innen fast völlig ausgehöhlten Baum sehen. Ebenso waren hier noch mehr Wachen anwesend. Wir durchschritten den Torbogen und uns bot sich ein imposanter Anblick: Eine Art großer Halle, die von dämmrigen Lichtkristallen dezent erhellt wurde, inmitten des Raumes ein riesiger Tisch, der aus dem Baum herausgewachsen zu sein schien. An den Wänden vielerlei hübscher Elfenkitsch, gewachsene Wandteppiche, die irgendwelche Szenen zeigten. Man konnte sich einfach vorstellen, dass in Throal das gleiche nur aus Stein zu sehen gewesen wäre. An dem riesigen Tisch saßen sieben Gestalten, alle sehr alt und mit wichtiger Miene im Gesicht versuchten sie wohl den Eindruck von Weisheit und Würde zu vermitteln. Hah! Innerlich musste ich lachen, das war also die konservative, verknöcherte Greisenschar, die im Begriff war, dieses wundervolle Land mit all seinen Bewohnern in den Untergang zu führen, einzig und allein aus dem Interesse ihrer Machterhaltung aus! Zwei von ihnen waren Frauen, ein weiterer saß etwas erhöht und trug eine Art Krone, im Gesicht einen Bart. Dieser Elf gab nun auch zu, dass man uns belogen hatte, als man gesagt hatte, dass wir zum König geführt werden würden. Es folgte so einiges an arrogantem Herumgestreite von beiden Seiten, was schließlich darin resultierte, dass der Alte wissen wollte, was wir wüssten.
Wir erzählten von den Ländern im Westen und Südwesten, Giron zeichnete sogar noch eine Karte von Barsaive. Schließlich verkündete der Alte, man werde nun über unser Schicksal beraten. Wir wurden währenddessen auf den Balkon geschickt, umgeben von Wachen. Firrth begann ein Gespräch mit einer der Wachen und wir erfuhren so, dass während der Plage ein einziger Dämon in das Kaer dieser Stadt eindringen konnte und den Palastbaum des Königspaares verderbte. Nachdem er getötet worden war, wurde der Baum verbrannt, deswegen gäbe es auch jetzt noch keinen Palast, aber man sei dabei, aus einem Samen des Königsbaums einen neuen heranzuzüchten. Unterdessen wohnten der König und die Königin in einem Haus, mehr erfuhren wir nicht, da Firrth es sich nicht verkneifen konnte, sich über die Wache lustig zu machen. Tiyagar verkündete, er wolle hier bleiben und irgendwelche Elfenfrauen heiraten. Mittlerweile war drinnen etwas geschehen: eine weitere Person war zu den sieben Elfen hinzugekommen und hatte begonnen, mit ihnen zu diskutieren, wobei sie sehr laut wurde und mit der Faust auf den Tisch schlug. Scheinbar eine ziemliche Kontroverse. Schließlich kam die Frau mit wütendem Gesicht in unsere Richtung auf den Balkon gelaufen, wir sprachen sie prompt an und es stellte sich heraus, dass sie besagte Sheila war. Welche ein Glück für uns! Wir redeten mit ihr, sie schien sehr erbost darüber, dass die Sieben sie nicht über uns informiert hatten. Wir deuteten an, dass wir Xulonas kannten und in seinem Auftrage hier seien, woraufhin sie wortlos davonrannte. Wir harrten also ratlos weiter der Dinge, die da kommen sollten. Irgendwann waren die Sieben fertig mit ihrer Diskussion und Hisar ging hinein, um das Ergebnis zu erfahren. Als er wieder herauskam, sagte er uns, dass wir zunächst unsere Waffen abgeben sollten. Wir taten dies zögerlich, wobei ich überlegte, ob dies der richtige Zeitpunkt wäre, ihm endlich seinen hässlichen Schädel abzuschlagen. Ich tat es nicht und wie sich herausstellte, war dies sogar die richtige Entscheidung. Zu guter letzt teilte er uns mit, was entschieden worden war: Firrth und ich dürften am Leben bleiben und zukünftig unter den anderen Elfen hier in Shosae Ron leben, während Giron und Tiyagar zum Tode verurteilt worden waren. Wutentbrannt entgegnete ich, dass ich auf ein Leben unter einer derart dämlichen, rassistischen Obrigkeit sehr gut verzichten könne und darüber hinaus absolut nicht gewillt sei, für diesen Zirkus, der sich hier vor unseren Augen gleich einer Farce abspielte, meine Freunde zu verraten, nur weil sie keine spitzen Ohren hätten. Firrth hingegen entschied sich dann doch für Hisars Angebot. Mit einem Grinsen im Gesicht nahm Hisar unsere Entscheidungen entgegen. Mir stieß sauer auf. Dann wurden wir weggeführt.
Wir wurden in dunkle Umhänge gehüllt und hinab auf die Strasse geführt, Richtung außerhalb der Stadt, offensichtlich um kein Aufsehen unter der unzufriedenen Bevölkerung zu säen. Nun stand uns wohl unsere Exekution bevor. Wir begannen, Freiheitslieder zu singen, woraufhin uns mit dem Schwert gedroht wurde, Schließlich erreichten wir ein Heptagramm aus Bäumen in dessen Mitte wir uns stellen sollten. Nun war der richtige Zeitpunkt beschloss ich und sprang los, um diesen Ausbund eines niederträchtigen Lakaien niederzustrecken, bevor er seinen Zauber vollenden konnte. Ich sprang an den beiden Wachen vor ihm vorbei und… schlug daneben! Nun rächte es sich, dass ich den Faustkampf in letzter Zeit so vernachlässigt hatte. Tiyagar und Giron versuchten ebenfalls, zu Hisar vorzudringen, wurden aber von den Wachen aufgehalten. Tiyagar gelang es, eine Wache mit einem Hieb zu verletzen, wurde dann aber bewusstlos geschlagen. Giron und ich standen noch, aber es war zu spät: Hisar hatte seinen Zauber gesprochen, aus dem Boden vor unseren Füßen sprossen Ranken hervor, die uns in Windeseile umschlungen und sich immer fester zusammenzogen, um uns zu zerquetschen. Ich versuchte, ihnen entgegenzusetzen, aber es war zwecklos, viel zu stark war ihre Kraft! Was mit den anderen war, konnte ich unterdessen nicht mehr sehen. Ich spürte den Tod nahen und wusste keinen Ausweg mehr, als dann… „HALT!“ – ein Ruf gebieterisch über die Lichtung erschallte! War es Floranuus, uns zu erretten? War ich bereits im Götterwald? Ich konnte nach wie vor nichts sehen, aber die Ranken zogen sich auch nicht mehr weiter zusammen. „Halt; was geht hier vor?“ – die Ranken um mich herum begannen, sich zu lösen, offenbar hatte eine Autorität gesprochen, vielleicht war es der König? Als ich wieder etwas erkennen konnte, sah ich Sheila als auch einen Mann, der sich unschwer als der König dieses Landes erkennen ließ. Begleitet wurde er von Wachen, jedoch trugen diese ein anderes Wappen als die, die uns bis dahin begegnet waren: Nur ein weißer Mond auf dunklem Grund ohne die Bäume und die Sterne. Der König schien sehr erbost, wies Hisar zurecht, dass ein großer Rat hätte einberufen werden müssen, bevor in diesem Lande jemand zum Tode verurteilt werden dürfe. Hisar stritt natürlich jegliche Verantwortung ab und verwies auf den befehl der Sieben. Nichts hätte ich diesem Wurm in jenem Moment mehr gegönnt als einen Blitz vom Himmel, der seinem erbärmlichen Leben das Lichtlein ausbliese. Schnell liefen wir zu Tiyagar, um zu sehen ob er noch lebte. Dies war glücklicherweise der Fall. Der König tat derweil kund, dass ein versammelter Rat über unser Schicksal entscheiden müsse und uns bis dahin kein Haar gekrümmt werden dürfte. Verwirrt standen wir dort, gerade so mit dem Leben davongekommen, als dann auch Firrth angeflogen kam. Er begann mit Sheila zu reden, die sichtlich schlecht auf ihn zu sprechen war. Endlich konnten wir dem König mitteilen, dass wir von Xulonas geschickt worden waren, was ihn erblassen ließ. Als wir die Geschichte unserer Zusammenkunft und unseres Auftrags erzählt hatten, bot Sheila uns an, einen Boten nach Sternenglanz zu schicken, um Kelessa, Xulonas’ Frau, eine Nachricht zukommen lassen zu können. Bis dahin ruhten wir uns in einer Art Weidenhütte aus und wurden von einem äußerst fähigen Heiler versorgt. Mir ging es nach der Behandlung so gut, dass ich im Geiste schon wieder Pläne schmiedete, wie ich Hisar den Garaus machen könnte. Nach etwa zwei Stunden kam dann der Bote, Giron hatte mittlerweile einen Brief an Kelessa aufgesetzt, den wir dem Boten übergaben. Als dann Sheila kam, begannen wir zu planen, wie wir in dieser Nacht einen möglichst großen Teil der Bevölkerung, die ja mit den Zuständen sehr unzufrieden war, auf unsere Seite bringen könnten. Sheila kannte eine Menge Tavernen, in der wir unsere Geschichte erzählen können würden, also zogen wir los, unser ganzes Vertrauen in die Troubadourkünste Girons’ gesetzt. Als erstes besuchten wir den „Fliegenpilz“, eine Taverne, die tatsächlich in einem riesigen, echten Fliegenpilz untergebracht war. Firrth wollte davon essen, aber ich konnte ihn abhalten. Als wir eintraten, verstummte die gesamte Masse an Elfen, sie waren sehr beeindruckt von Giron, der eines seiner Talente gewirkt hatte. Alsgleich sprang er auf die Theke und begann mit durchdringender Stimme unsere Geschichte zu erzählen, wie es dramatischer und ergreifender nicht zu bewerkstelligen wäre. Als er dann auf Xulonas zu sprechen kam, wussten wir, dass wir gewonnen hatten: Die Leute waren auf unserer Seite und wollten nichts lieber als Xulonas wieder an ihrer Spitze wissen. Giron stimmte ein Lied an, welches von der Rückkehr Xulonas’ handelte und ein gewaltiger Chorus aus allerlei Elfenkehlen begann nach kurzer Zeit, ihn begeistert mitzusingen. Als Giron endete, erntete er tosenden Applaus und wir waren ebenso wie Sheila guter Dinge, dass am morgigen Tage bei unserer Verhandlung viele, uns wohlgesonnene Elfen anwesend sein würden. So ging es fast die ganze Nacht noch weiter durch die unterschiedlichsten Tavernen und es war nicht eine dabei, wo unsere Geschichte nicht auf tosenden Applaus und vollkommene Zustimmung gestoßen wäre. Schließlich, es war schon fast morgen, fielen wir völlig erschöpft ins Bett.

29. Mawag
Am Morgen wurde auch Tiyagar wieder wach, einen besseren Zeitpunkt hätte er sich ja auch gar nicht aussuchen können. Sheila erzählte uns die Schöpfungsgeschichte, an die man in Shosae Ron glaubte. Die Elfen hier glaubten, sie stammen vom Monddrachen ab. Eine sehr interessante Geschichte. Dann wurden wir zur Verhandlung abgeholt. Unser Weg wurde schon gesäumt von zahlreichen Elfen, und als Giron das Lied von Xulonas Rückkehr anstimmte, begannen sogleich wieder zahlreiche Elfen mitzusingen und uns zu folgen. Wir wurden in eine Art Mulde zwischen mehreren Hügeln gebracht, wo die Verhandlung stattfinden sollte. Außenherum befanden sich Sitze, ähnlich wie in einem Amphitheater und in der Mitte drei Tische, an einem saßen König Urasch Iraschjatut und seine Gemahlin Enis Edrif, an einem die sieben Elementaristen und am letzten die sieben Magier, bekleidet mit Roben, auf denen Sterne zu erkennen waren. Wir wurden in die Mitte geleitet, wo wir gezwungen wurden, uns zu verbeugen. Der König erhob sich und beklagte sich noch einmal über das Verhalten der Elementaristen und wollte dann von ebendiesen die Anschuldigung hören, die gegen uns erhoben wurde. Dann begann der Dämlack mit Bart seinen üblichen Brei abzusondern, er sprach von den Traditionen, von der Gefährlichkeit der Ausländen und dererlei Dingen, während wir ihn immer wieder unterbrachen und auf die beklagenswerten Zustände unter der Bevölkerung hinwiesen, die er bis dato übersehen zu haben schien, was vom Volk mit Begeisterung aufgenommen wurde, vom Dämlack jedoch kaum zu Kenntnis genommen wurde. Schließlich war Giron an der Reihe für uns zu sprechen. Er klagte die Behandlung an, die uns widerfahren war, großer Unmut seitens des Volkes war die Folge. Dann erzählte er von unserer Bekanntschaft mit Xulonas, was erneut gewaltigen Zuspruch seitens der Bevölkerung brachte, und schließlich endete er mit einer Anklage seinerseits gegen das unverantwortliche Verhalten der Gilden gegenüber der Bevölkerung und das brachte das Fass zum überlaufen. In den Gesichtern der so genannten Weisen war das blanke Entsetzen zu sehen, sie waren plötzlich ganz kleinlaut und sprachen von Irrtümern und Verwechslungen, um sich rauszureden.
Letztendlich wurden wir freigesprochen. Da uns das aber nicht genügte, setzte Giron noch eins drauf: er verlangte die Bedingungslose Rückkehr von Xulonas! Tosender Jubel von allen Elfen! Kleinlaut stimmen die Elementaristen und dann noch viel kleinlauter die Magier zu! Auf den Händen der Massen werden wir in die Stadt zurückgetragen, der Tag zum Feiertag ernannt! Ein gutes Gefühl. König und Königin waren uns ebenfalls sehr dankbar, und baten uns, ihre Gäste zu sein. Dankbar nahmen wir an. Sie erzählten uns so einiges über ihr Land, was ich mir alles merkte. Vielleicht werde ich eines Tages eine Schrift über die verschiedenen Elfenvölker auf dieser Welt verfassen. Dazu wird aber noch so einiges an Reisen nötig sein. Später am tag traf dann noch Kelessa, die Frau von Xulonas, ein und bedankte sich überschwänglich bei uns. Wir taten bescheiden, genau so, wie es sich für wahre Helden geziemt. Innerlich war ich natürlich stolz und auch froh und ich denke, den anderen erging es ebenso. Wir fragten (zu Tiyagars Leidwesen?) auch nicht nach Geld, nach Lehrmeistern jedoch schon, und so ergab es sich, dass ich bei Kelessas’ Vater in die Lehre ging. Insgesamt vier Monate wollten wir bleiben, eine lange Zeit, doch wir taten es. Wir erfuhren viel über Shosae Ron und seine Bewohner, Firrth entwickelte sich zum Weiberhelden und stellte so ziemlich jedem kindischen Windlingsmädchen der Umgebung nach, Tiyagar versuchte das gleiche mit Elfenfrauen. Eine anstrengende Zeit.

29. Riag
Wir planten, nachdem wir das nun doch recht schön gewordene Elfenkönigreich verlassen würden, zurück nach Westen und dann nach Norden zu gehen, um endlich die unbekannten Gefilde dort zu erforschen. Aber dann sollte es doch direkt in Nordwestliche Richtung gehen, ein Hin und Her in der Planung. Wir verabschiedeten uns von Xulonas und allen anderen. Kelessa plante, ihr nächstes Kind nach Giron oder mir zu benennen, je nachdem, welches Geschlecht es haben würde. Welch eine Ehre! Insgeheim hoffte ich natürlich auf eine Tochter. Doch dann folgte endgültig der Abschied. Ich würde dieses Land vermissen, dankbar würde ich auch Kelessas’ Vater in Erinnerung behalten. Als wir aufbrechen wollten ein Schock: Firrth erinnerte an die Schädelkette, die ich schon längst wieder vergessen hatte! Als ich nachguckte, war sie weg! Wir fragten Xulonas, doch auch er wusste von nichts. Mir war es eigentlich egal, sollten die albernen Schwarzmagier doch selbst danach suchen mit ihren obskuren Zaubersprüchen, aber Firrth drängte. Er hatte eine doch etwas unwahrscheinliche Theorie über den Verbleib der Kette entwickelt, in der auch die Theraner eine Rolle spielten, Giron eine nicht minder Unglaubliche. Um der lieben Seele Ruh' klapperten wir sämtliche fünf(!) Geisterbeschwörer Shosae Rons ab, doch, oh Wunder, keiner von ihnen hatte die Schädelkette oder auch nur jemals davon gehört. Also ritten wir zurück nach Tureem. Der Pferdehändler musste sie uns gestohlen haben aus Wut darüber, dass wir kein Pferd gekauft hatten, so lautete unsere neueste Idee. Firrth trug jetzt einen Stirnreif statt seines alten Knochenhelms, gute Elfenarbeit, aber mit kitschigem Motiv: zwei Drachen halten einen Mond fest. Nachdem wir den Trampelpfad erreicht hatten, ging es zu Fuß zurück Richtung Westen.

3. Teaju
Wieder dieser seltsame Nebel des Nachts: die Grenze war nahe. Wir stellten wiederum all unsere Pläne in Frage; wo waren eigentlich Ro und Excelsia? Gegen Abend zogen Wolken auf und es wurde kühl… Giron und ich planten, irgendwann einmal zusammen ein Kind zu zeugen. An einem Bach rasteten wir, machten ein kleines Feuer und taten uns am schmackhaften Elfenbrot gütlich. Firrth hegte den Wunsch, endlich mit der Wasserstraßenband abzurechnen, ich konnte es gut verstehen, dass ihn sein fehlendes Ohr oft an die offene Rechnung mit Kendramon erinnerte. Endlich gingen wir schlafen, Giron hielt die erste Wache. Von einem Schrei werde ich irgendwann aus dem Schlaf gerissen: „ALAAAAARM! Wir werden angegriffen!“
Ich sprang auf und griff mir Firrths Retter, mein treues, altes Schwert und sprang aus meinem Zelt. Hoffentlich nicht wieder dieser neblige Obsidianer. Prompt wurde ich von einem Pfeil empfindlich getroffen und stürzte zu Boden. Sogleich sprang ein Zwerg mit Schwert hervor und schlug nach mir, traf mich jedoch nicht. Aus dem Nichts kam Tiyagar hervorgeschossen und schubste den Zwerg mit einem kräftigen Rempler direkt ins Feuer! Doch Zack! Schon sprang ein weiterer herbei, diesmal mit Kettenhemd und Axt! Er schlug nach Tiyagar, traf ihn! Gleich darauf setzte er nach, traf jedoch statt Tiyagar den Boden. Bärtiges Nusshirn! Derjenige Zwerg, der von Tiyagar ins Feuer geschubst worden war, begann, am Bart brennend, zu heulen. Ha! Giron verpasste dem Zwerg mit der Axt ordentlich eine, als plötzlich ein dumm guckender, scheinbar unbewaffneter Troll aus dem Unterholz hervorbrach und Giron angriff, jedoch nicht traf. In der Zwischenzeit machte Firrth sich daran, die lauernden Bogenschützen aufzuspüren und auszuschalten. Doch dann: urplötzlich hatte ich keine Kontrolle mehr über meinen Körper, begann, sinnlos herumzulaufen! Ich sah Giron zu Boden gehen, ein wilder Kampf brannte dort und ich konnte nicht eingreifen! Ich wollte nicht mehr eitel Schnirren und Schnögeln laufen! Auch Tiyagar ging zu Boden, so sah ich, doch dann kam Firrth herbei und enthauptete den Troll mit einem gewaltigen Hieb! Auf Theranisch erklang der Ruf „RÜCKZUG!“, endlich konnte ich mich wieder bewegen, wutentbrannt stürzte ich mich mit meiner Krallenhand auf den einzigen verbliebenen Gegner, den Zwerg, der ehemals die Streitaxt getragen hatte. Ich verpasste ihm einen Hieb, er versuchte seinerseits mich zu treffen, verfehlte aber, schon lief er davon, ich hinterher. Nach einer Weile stellte ich ihn, ein sinnloses Hin und Her entbrannte, ich konnte ihn nicht treffen, er mich auch nicht, aber auf lange Sicht würde er mich wohl besiegen, deswegen lief ich zurück zum Lager, wo ich Giron antraf, der sich um den bewusstlosen Tiyagar kümmerte. Firrth war nirgends zu sehen, wahrscheinlich jagte er immer noch einem der Schurken hinterher. Nach einer halben Stunde war immer noch kein Zeichen von ihm zu vernehmen. Wir überlegten, was zu tun sei.

Ende des I. Buches



Wow, ich bin beeindruckt, was ihr schon alles erlebt habt, hat mich ne weile gekostet den ganzen text zu lesen, aber klasse. Ich hätte aber mal eine Frage: Diese Monatsnamen, habt ihr euch die ausgedacht, oder von irgendwo anders her? --Johann



Hallo und vielen Dank für das Lob! :)
Die Monatsnamen haben wir uns nicht selbst ausgedacht; die findet man zumindest in der Barsaive-Box, womöglich auch in anderen Quellenbüchern, aber ich wüsste aus dem Stegreif sonst nicht in welchen. Wir haben allerdings die Schreibweise hier und da ein bisschen variiert, aber eher aus Trödeligkeit, z.B. schreiben wir gleube ich immer "Sharassa" statt "Charassa", wie es eigentlich heissen müsste. --Liandra




letzte Änderung 21-Mai-2007 22:00:12 MESZ von unknown.



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