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Ein Denkmal Teil3

R

atlos standen wir nahe des Stadttores von Urupa und sahen uns an. Vierna fasste es in passende Worte: "Nur noch vier von den zehn toten Ogern liegen oben an der Klippe? Das ist nicht gut. Das ist gar nicht gut!"
"Vor allem, weil es Gerüchte gibt, nach denen sechs tote Oger heimlich in die Stadt eingedrungen sein sollen", fügte Kiwa ernst hinzu.
Ich als Geisterbeschwörer sagte erst mal nix dazu. Mir war jedoch klar, dass der Dämon, der in diesem Kaer unterhalb besagter Klippe herumlungerte, dafür verantwortlich sein musste. Aber zu welchem Zweck?
Wir einigten uns darauf, schnellstmöglich zu Iis und Asak zu gehen, um die beiden auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Iis nahm zunächst einmal glücklich seine Sturmsense entgegen und probierte sie aus. Sichtlich zufrieden nickte er schliesslich. Doch dann fiel ihm etwas ein. "Sagt mal, wo ist eigentlich Torm?"
"Der hat sich hängen lassen", sagte ich, ohne vorher nachzudenken und erhielt für diese Bemerkung einen unsanften Stoß von Viernas spitzem Ellbogen zwischen die Rippen.
"Garath und ich haben ihn tot in seiner Hütte aufgefunden. Erhängt mit dem Seil eines Flaschenzugs und mit durchtrennten Pulsadern an den Handgelenken."
Asak wurde unter seiner bleichen Haut noch blasser. "Flaschenzug? Doch nicht etwa unserer?" fragte er nervös.
"Aber es kommt noch besser", fügte Kiwa grimmig hinzu. "Von unseren zehn toten Ogern befinden sich nur noch vier oben an der Klippe. Gerüchte gehen um, nach denen diese anderen sechs Oger bereits hier in der Stadt seien."
"Verdammt, ich mach das Ding platt!" grollte Asak wütend.
"Ich weiss ja nicht, wie ihr das seht, aber ich finde, wir sollten hier schnellstens verschwinden. Das Denkmal ist ohnehin praktisch fertig, Torm wollte heute nur noch ein wenig Kleinkram daran machen."
"Ähm, wir können noch nicht weg", meinte Vierna mit nervös zuckendem Schwanz. "Garath und ich haben Torms Tod bei der Garde gemeldet und müssen noch abwarten, ob die uns noch brauchen."
"Dann schlage ich vor, dass Kiwa und Teru schon mal den Wagen wieder zurückgeben, und du gehst mit Garath mal fragen, ob die euch noch brauchen. Wir treffen uns dann wieder vor diesem Stadttor." Iis liess keine Diskussion aufkommen.

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ierna und ich holten unsere Plünnen aus dem Long Mong und verabschiedeten uns vorm Wirt, dann suchten wir nach einem Gardisten, der so aussah, als wenn er unsere Frage würde beantworten können. Doch dann sahen wir, selbst aus einer Seitengasse kommend, eine Gruppe von Gardisten und hörten, dass sich diese aufteilen sollte. Eine Gruppe sollte zum Stadttor, die andere zum Long Mong. Schweigend sahen wir uns an, dann huschten wir über Schleichwege zurück zum Tor, wo wir auf die anderen trafen.
Kiwa erklärte uns, dass ein recht schmuddelig wirkender Elf sie und Teru aufgefordert hatte, zum Hafen in den Grünen Kobold zu kommen. Bei Asak erschien ein verdächtiges Grinsen im Gesicht, und der Troll-Bogenschütze machte sich Richtung Hafen auf. Wir anderen folgten ihm.
Es dauerte zwar ein Weilchen, aber dann fanden wir besagte Taverne und traten ein. Schlagartig verstummten alle Gespräche, und von irgendwo her tönte es: "Das sind doch die, die gesucht werden!" Waffen wurden gezogen, und so manch finsterer Blick traf uns. Doch dann passierte etwas seltsames.

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in leises, aber dennoch deutliches "Na, na, wer wird denn gleich so derart seine Manieren vergessen?" liess die Besucher der Taverne innehalten, und mit einem Mal hatten plötzlich alle etwas besseres zu tun.
"Hahahaha, Pingorra! Schön dich hier zu sehen, altes Haus!" lachte Asak und umarmte den wohl schmuddeligsten Elfen, den ich je gesehen habe! Doch die anderen Gäste wollten sich offenbar nicht mit ihm anlegen, also musste er schon was drauf und einen gewissen Ruf haben.
Pingorra erwiderte die Umarmung so gut er konnte und meinte grinsend und mit einem Blick auf eine Fahndungsliste: "Nur fünfhundert Goldstücke... Was soll's, ihr seid ja noch jung!" Dann begrüßte er auch Iis herzlich, und wir anderen bekamen zumindest noch ein freundschaftliches Schulterklopfen. Ich verspürte das dringende Bedürfnis, meine Klamotten gründlichst zu waschen!
"Was habt ihr denn angestellt?" wollte Pingorra wissen.
"Nichts", gab Vierna zischend zurück. "Garath und ich haben nur einen Toten gefunden und dies der Garde gemeldet."
"Der Garde? Man merkt's, ihr seid noch jung. Aber ihr werdet lernen!" Dann lachte er herzlich und meinte dann: "Ich kann euch sofort aus der Stadt bringen."
"Eine gute Idee", meinte Iis. "Lasst uns von hier verschwinden."
Pingorra warf sich seinen Waffengut über und rief dem Wirt "Setzt die Zeche auf meine Rechnung!" Dann ging er auch schon los, gefolgt unserer Gruppe.
Als Asak sich noch mal umdrehte, entdeckte er einen schlanken Elfen am anderen Ende der Gasse. Einen Elfen mit graubrauner, geschuppter Rüstung, einer Augenklappe über dem linken Auge und einem unheimlich rot glühenden Auge. Dieser deutete mit einem süffisanten Lächeln nach schräg voraus, und Asak fluchte. "Gardisten!"
Ein weiterer Ansporn war für uns alle nicht notwendig. Wir rannten so schnell wir konnten Richtung Hafen, über die morsch wirkende Mole und rauf auf die Flusskobold. Pingorra rief uns Kommandos zu, und obwohl wir keine Seeleute waren, legte die Flusskobold in Rekordzeit ab.
Vierna wurde die große Ehre zuteil, die Flagge hissen zu dürfen: schwarzer Untergrund, ein Fass, und auf diesem ein Skelett sitzend, in einer Hand einen Humpen, in der anderen ein Entermesser - eine Piratenflagge!
Na toll, dachte ich. Man macht uns für einen Mord verantwortlich, den wir nicht begangen haben, man bezeichnet uns als Giftmischer, die wir nicht sind, entziehen uns mehr oder weniger elegant unserer Verhaftung und machen mit einem Piraten gemeinsame Sache...
Die Flusskobold nahm schnell Fahrt auf und musste das Flusstor passieren, bevor es geschlossen wurde. Ein paar Gardisten wollten schlau sein und entern, doch wir liessen ihnen keine Chance. Zwar töteten wir sie nicht, aber wir warfen sie zumindest über Bord, was mit deren Rüstungen sicherlich nicht gerade angenehm gewesen sein dürfte. Somit kam dann noch Widerstand gegen die Garde auf die Liste...
Wir konnten das Flusstor gerade noch rechtzeitig passieren, doch dann sahen wir Amon Task, der einen Kristallbogen in der Hand hielt und auf uns anlegte. Die Entfernung wuchs, und Asak keuchte: "Das schafft er nicht, das sind mittlerweile gut 450 Schritt!"
Amon Task liess die Sehne los, und Augenblicke später brach Asak zusammen, einen kristallenen Pfeil in der Brust, der sich wenig später in nichts aufgelöst hatte und nur das Einschussloch zurückliess. Glücklicherweise war Asak nicht allzu schwer verwundet worden. Ein letzter Blick zu Amon Task zeigte, dass er uns hinterher sah und sich dann umdrehte und fort ging.

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ingorra setzte uns am nächsten Tag einige Meilen weiter nördlich am Flussufer ab und erklärte, dass er über den Fluss nach Travar reisen würde in der Hoffnung, dass er unsere Feinde damit ablenken konnte. Dann verabschiedete er sich von uns.
Teru, der bereits am Vortag einen mentalen Ruf an seine beiden tierischen Gefährten ausgesandt hatte, fand Pferd und Hund recht schnell, und nun wieder komplett machten wir uns auf, noch einmal dieses Kaer aufzusuchen, weil Iis dort unbedingt noch was erledigen wollte. Und treudoof wie wir anderen nun mal waren, begleiteten wir ihn.

To be continued...





letzte Änderung 21-Mai-2007 21:11:29 MESZ von unknown.



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