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Die Suche Nach Doran

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üde und erschöpft erreichte unsere Gruppe Travar. Wir kamen gerade aus Urupa, wo wir einen alten Bekannten zu treffen gehofft hatten, einen elfischen Flusspiraten namens Pingorra, doch der hatte uns die Nachricht hinterlassen, dass er nach Travar gewollt hätte.
Nun, hier waren wir und hielten Ausschau nach der Flusskobold, seinem Schiff. Dieses hatten wir schnell gefunden, doch Pingorra war nirgends zu sehen. Wortlos fiel unser Blick auf die schmierigste Hafenspelunkte vor Ort, und wie sich zeigte, war Pingorra tatsächlich dort.
Der Gute war schon wieder zu lange an Land gewesen und hatte einen Koller deswegen. Die Folge war, dass er in besagter Kneipe mal wieder einen Streit provoziert hatte, doch Asak ging hinein und holte den Piraten heraus.
Ich sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnen, dass Pingorra der schmierigste Elf ist, der mir je untergekommen ist - unter anderem kann man ihn mindestens fünf Meilen gegen den Wind riechen...
Gemeinsam bugsierten wir ihn zu seinem Schiff, wo er über die niedrige Reling stolperte und alle Viere von sich gestreckt schlafend liegen blieb. Zuvor hatte er aber erwähnt, dass Ayla in Travar wäre und sich im Roten Eber aufhalten würde.

A

sak kannte Ayla schon lange, wir anderen hatten sie jedoch nur kurz kennen gelernt. Dennoch freuten wir uns auf ein Wiedersehen mit ihr - nur diese Taverne existierte nicht. Dann fiel uns ein, dass Pingorra ein Problem damit hatte, Farben auseinander zu halten und schlossen deshalb auf den Goldenen Eber, wo wir Ayla auch tatsächlich antrafen.
Nach einer kurzen aber herzlichen BEgrüßung erzählte sie uns, dass ihr ein Händler einen Auftrag angeboten hatte und fragte, ob wir sie begleiten würden. ""Nun ja, wir haben eh grad nix zu tun", brummte ich missmutig, denn ich war noch immer ein wenig angefressen, dass wir bei unserem letzten Abenteuer fast unsere gesamte Ausrüstung eingebüßt und alles hatten ergänzen müssen - was meinem Geldbeutel gar nicht gut bekommen war. So war dieser Auftrag eine gute Möglichkeit, wie ich fand.
Wir begleiteten Ayla zu ihrem Auftraggeber, einem Händler, der sich uns mit Georg von Thalorien vorstellte. In seinem Haushalt lebten, als wären es seine eigenen Töchter, zwei junge elfische Frauen, und eine davon war ihm abhanden gekommen.
Diese junge Elfe, Doran lautete ihr Name, war keine Adeptin, aber nicht minder abenteuerlustig. Sie hatte eine alte Karte entdeckt und wollte nach dieser Karte nach einem verschollenen Ort im Liaj-Dschungel suchen.
Der Händler erklärte, er hätte den anderen gesagt, dass sie noch gut ein halbes Jahr fortbleiben würde, doch ihm selbst war klar, dass sie schon längst wieder hätte zurück sein müssen. Er bat uns, Doran zu suchen.
Wir stimmten also zu, und er gewährte uns nicht nur eine ordentliche Anzahlung, sondern auch einen Rabatt auf jene Dinge, die wir noch besorgen mussten - sofern wir diese Sachen bei ihm kaufen würden. Nur Narren schlagen ein solches Angebot aus, zumal er für uns eine Passage nach JErris und auch wieder zurück buchte und selbstredend auch bezahlte.
Bevor wir aufbrachen, gab er uns noch eine exakte Beschreibung Dorans sowie eine Abschrift jener Karte, die Doran mitgenommen hatte. Dann wünschte er uns viel Glück, und wir machten uns auf zum Luftschiffhafen.

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ie Reise nach Jerris verlief ohne Zwischenfälle und war auch recht kurz. Wir wurden von der Kapitänin des Schiffes noch ermahnt, pünktlich wieder zu erscheinen, da sie sonst ohne uns zurückfahren würde, und dann machten wir uns auf die Suche nach Hinweisen, die uns zu Doran führen sollten.
Zu unserer großen Erleichterung hatte sie sich hier Begleiter gesucht, einen Ork und zwei Zwerge, welche sie dann offensichtlich begleitet hatten. Wir ergänzten noch unseren Proviant, und an jenem Abend gingen wir zeitig schlafen, was wir sonst eigentlich nicht tun.
Am nächsten Morgen dann brachen wir auf, Kurs auf den Liaj-Dschungel. Bis dahin war alles normal verlaufen, doch was keiner von uns zu jenem Zeitpunkt ahnen konnte: es sollte ziemlich seltsam werden - vor allem für mich, denn die anderen haben das noch nicht mal gemerkt!

Tage später trafen wir auf eine kleine Karawane von Händlern, die uns vor Blitzechsen warnten, die in der Gegend ihr Unwesen treiben sollten. Dank dessen waren wir gewarnt, als wir mitten in der Nacht von diesen Kreaturen angegriffen wurden. Zu unserem Glück waren es nur zwei, die wir in Gemeinschaftsarbeit erledigen konnten.
Zwei Tage danach trafen wir auf einen Elfen, mit dem ausnahmsweise ich mich unterhalten durfte. Ist schon praktisch, wenn man der Einzige ist, der Sperethiel spricht. Von ihm erfuhr ich auf eine entsprechende Frage hin, dass Doran tatsächlich hier vorbei gekommen war, zusammen mit ihren Begleitern. Dieser Elf bat jedoch darum, einen kleinen Umweg zu machen, weil er nicht wollte, dass die Siedlung, in der er lebte, entdeckt würde. Dafür wollte er uns aber ein Stück weit auf dem Weg führen, den auch Doran genommen hatte.
Da ich um das Bedürfnis weiss, dass Elfen in ihren Siedlungen gerne unter sich bleiben, liess ich den Teil bei meiner kurzen Erklärung einfach aus und sagte nur, dass der Elf uns ein Stück führen und auf den Weg bringen würde, den Doran genommen hatte. Niemand aus der Gruppe stellte Fragen, und so zogen wir weiter. Ein paar Stunden später verabschiedete sich der Elf von uns und verschwand lautlos im Unterholz.
Dafür wurden wir in jener Nacht noch von Krabbeltieren heimgesucht, die wie unterarmlange Termiten aussahen. Leider hatte ich keinen passenden Zauber, doch wir wurden auch so mit den Viechern fertig. Doch nach dieser Nacht war meine Welt nicht mehr so wie vorher!

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s begann eigentlich harmlos. Während meiner Wache bemerkte ich, dass meine Kameraden nicht sonderlich gut schlafen konnten. Sie wälzten sich unruhig hin und her und schienen Alpträume zu haben. Ich selbst habe in jener Nacht erstaunlich gut geschlafen...
Das eigentliche Theater begann am Morgen, nachdem endlich alle wieder so einigermaßen wach und ansprechbar waren. Wir hatten unsere Plünnen gepackt und wollten aufbrechen, als plötzlich alle der Meinung waren, dass ich voran gehen sollte.
"Soll das ein Schwerz sein?" fragte ich mit einem spöttischen Lächeln. "Ich bin Geisterbeschwörer, kein Pfadfinder!"
Doch sie liessen mir keine Wahl, wenn ich nicht gerade Wert auf eine kleine Gesichtsmassage legte. He, Geisterbeschwörer! Ab nach vorn, wo ich dich sehe! dachte ich gereizt und setzte mich in Bewegung.
Unterwegs fiel mir auf, dass alle sehr schweigsam waren. Ich meine, wir haben unterwegs nie besonders viel gesprochen, doch diesmal... Selbst auf einem Friedhof wäre die Stimmung besser gewesen!
Am nächsten Morgen wieder das gleiche Spiel. So langsam wurde es mir zu bunt. "Sagt mal, was ist los mit euch? So kenne ich euch gar nicht! Was wird hier gespielt?" fragte ich mit einem leichten Grollen in der Stimme - sicheres Zeichen dafür, dass ich wirklich sauer war.
"Erstens: weil wir das so wollen. Zweitens: weil dir diese Erfahrung nicht schaden kann. Und drittens: weil wir dich sonst verhauen!" fauchte Kiwa.
Tja, was hätte ich da noch sagen sollen? Drei gegen einen einen, davon eine Ork und ein Troll. Letzterer hätte mich in der Luft wie ein Stück Papier zerrissen, dessen war ich mir in dieser Situation und mit dieser Stimmung absolut sicher. Also seufzte ich innerlich gleich mehrere Male und setzte mich missmutig wieder in Bewegung.

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egen Nachmittag zog schliesslich Nebel auf, und dieser war besonders meinen Kameraden nicht geheuer, da sie immer wieder sich bewegende Schemen sahen. Auf mich wirkten sie wie Nebelgeister, und die waren mir etwas Vertrautes.
Ich kam zu dem Schluss, dass all diese seltsamen Ereignisse im Zusammenhang stehen mussten: die Alpträume meiner Kameraden, ihr plötzliches Misstrauen gegen mich und jetzt dieser Nebel. Ich konnte es förmlich riechen, dass es da eine Verbindung gab. Nur welche? Und vor allem, warum war ich offenbar der Einzige, der keine Alpträume hatte?
Etwa drei Stunden vor Einbruch der Nacht tauchten vor uns aus dem Nebel die Ruinen einer Stadt auf, denen wir uns behutsam näherten. Nur die Passionen mochten wissen, was dort auf uns wartete. Eine Lücke in der Mauer, durch welche wir in die Ruinenstadt hinein konnten, war schnell gefunden, und so bewegten wir uns schliesslich innerhalb der Stadtmauern (oder dem, was davon noch übrig war) langsam um diese herum, wobei wir ein Gebäude zu finden hofften, das unbeschädigt genug war, uns als Nachtquartier zu dienen.
Wir fanden schliesslich ein halbwegs erhaltenes Gebäude, und Asak verpasste mir einen groben Stoß zwischen die Schulterblätter, der mich taumeln liess. So gerade noch konnte ich verhindern, in die mumifizierten Überreste einer Person zu treten. Die anderen folgten mir ins Innere, und da wir alle schon des öfteren neben Leichen hatten schlafen müssen, störte uns dies nicht weiter.
An einer Wand gab es eine Inschrift, die eindringlich davor warnte, in der Stadt zu verbleiben, und erst recht einen großen Bogen um den im Norden der Stadt gelegenen Tempel zu machen. Nun, ich kannte Asak gut genug um zu wissen, was er sagen würde, und ich wurde nicht enttäuscht.
"Pah! Seit wann hat mich eine Warnung vor drohendem Unheil schon mal von etwas abgehalten?" grollte der Troll. "Ich werde mir diesen Tempel ansehen!"
"Asak hat gar nicht so unrecht", sagte ich daraufhin. "Doran wollte hierher, und wenn wir sie irgendwo finden können, dann beim oder im Tempel." Ich sah die anderen an, doch die nickten nur schweigend.

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m nächsten Morgen suchten wir den Tempel. Wir fanden ihn recht schnell, und das Gebäude war noch erstaunlich gut erhalten - ebenso wie der Nebel. Der Eingang des Tempels kündete davon, dass die Tore einst gewaltsam geöffnet worden waren, und da ich wieder vorangehen "durfte", entdeckte ich die Toten auch als erster.
Als Geisterbeschwörer erkannte ich bei einigen mumifizierten Leichen, dass sie einst Opfer eines Zaubers geworden waren, der nur von hochkreisigen Angehörigen meiner Disziplin oder aber von Dämonen gewirkt werden konnte, doch das behielt ich zunächst für mich. Zunächst einmal wollte ich mich umsehen, ebenso wie die anderen.
Asak und ich sahen einmal fast zeitgleich aus der Tür hinaus und stellten fest, dass der Nebel weg war. Asak tat dies als Laune der Natur ab, aber ich hatte ein seltsames Gefühl dabei. Etwas stimmte nicht.
Hinter einer der Türen entdeckten wir einen Raum, in dessen Mitte ein Altar stand, der aus dem selben Gestein gefertigt war, wie der Tempel: rotem Marmor. Und auf diesem Altar lagen die sterblichen Überreste einer offenbar männlichen Person, in deren knochigen Fingern das Heft eines Schwertes lag. Das Schwert war dem Mann auf die Brust gelegt worden, und als ich mir das mit Astralsicht anschaute, sah ich, dass der Altar von einem goldenen Käfig umgeben schien. Das Schwert hatte eine rötliche Aura, und Flammen schienen vom Schwert zum Käfig zu lecken. Wo sie sich berührten, sah es aus, als würde sich die Flamme in Erde verwandeln. Zusammen mit den Blutrinnen betrachtet war mir klar, dass es hier einst Blutopfer gegeben haben musste.
Ich sah mal kurz zur Eingangstür, die wir von unserem Platz aus noch immer sehen konnten, und bemerkte eine weibliche Elfe. Der Beschreibung des Georg von Thalorien nach war ich mich sicher, dass dies Doran sein musste. Sie bedeutete mir, zu ihr zu kommen, den anderen aber nichts zu sagen. Mit der Bemerkung, dass ich ein wenig frische Luft schnappen wollte, setzte ich mich in Bewegung, stets darauf bedacht, in Sichtweite zu bleiben, um dem Misstrauen meiner Kameraden keine neue Nahrung zu geben.
Die Elfe entpuppte sich tatsächlich als Doran, und sie warnte mich davor, dass meine Gefährten versuchen würden, mich zu töten. "Warum sollten sie das tun?" fragte ich, und Doran berichtete mir, dass ihre Begleiter Alpträume bekommen und schliesslich versucht hatten, sich gegenseitig umzubringen. Da dämmerte mir, was Sache war: meine Kameraden standen unter einer Art Bann! Doran berichtete, dass der Ork, der in ihrer Begleitung gewesen war, sich gegen die Zwerge hatte wehren und diese töten können, sei dann aber in den Dschungel gelaufen. Doran vermutete, dass er mittlerweile von wilden Tieren getötet worden war. Ausserdem machte sie mich auf das Schwert aufmerksam und meinte, dass es meinen Gefährten nicht in die Hände fallen dürfte. Ich müsste es an mich bringen und zerstören. Ich wollte sie noch fragen, warum sie und ich keine Alpträume gehabt hatten, doch sie verschwand bereits in den Straßen.
Als ich zurückkehrte, sah ich sofort, dass Kiwa sich bereits das Schwert genommen hatte. "Nanu, was hast du dir denn da in deinen Gürtel geschoben?" fragte ich unschuldig und wurde mit einem wahrlich gehetzten Blick belohnt. Doch dann brach das Chaos aus.
Kiwa griff Asak an, damit der sie nicht mit seinem Bogen angreifen konnte. Mit grimmigem Gesichtsausdruck (zumindest vermute ich das), begann ich, den erforderlichen Faden für Knochentanz zu weben, was von Asak bemerkt wurde. Ich wollte den Zauber nicht gegen ihn richten, sondern gegen Kiwa, damit sie ihre Waffe fallen liess. Leider geriet sie im entscheidenden Moment aus meinem Sichtfeld. Der Zauber verpuffte, und fluchte hingebungsvoll.
Ayla, auf ihrer Flugechse Donas sitzend, beendete das Theater. Windling hin oder her, eine wütende Ayla beeindruckte selbst unseren Troll. "Sagt mal, spinnt ihr eigentlich?" donnerte sie. "Was ist nur in euch gefahren? Ich würde sagen, wir müssen reden - und zwar hier und jetzt!"
Asak knurrte etwas unverständliches und stiefelte davon, während Ayla, Kiwa und ich uns auf den Boden der Haupthalle setzten. Ich fragte zunächst, ob sie in den letzten Tagen Alpträume gehabt hätten, was mir beide bestätigten. Erst dann berichtete ich ihnen von meinem Gespräch mit Doran. Das Misstrauen wurde weniger, auch wenn es nicht ganz verschwand. Aber es war ein guter Anfang. Dann berichtete ich noch, was ich via Astralsicht gesehen hatte. Gerade, als wir uns fast so wie früher fühlten, hörten wir aus einem der Räume weiter oben im Tempel ein geradezu wahnsinniges Gelächter.
"Ich glaube, Asak ist jetzt endgültig verrückt geworden", murmelte Ayla erschüttert.
Amen!

E

s stellte sich heraus, dass Asak in einem der oberen Räume Geld gefunden hatte - und eine Geheimtür. Unsere altbekannte Neugier brach durch, und so sahen wir uns die Geheimtür an. Einen Öffnungsmechanismus konnte von uns keiner finden, und so brach Asak (er ist nun mal nicht der subtile Typ...) die Tür kurzerhand auf und stellte sie vorsichtig an die Wand. Seinen leise gemurmelten Kommentar "Könnte ja kaputt gehen..." hörte ich natürlich, ebenso wie Ayla. Ich musste feixen. Doch ausser einem guten Blick in die Haupthalle bot der Raum hinter der Geheimtür nichts.
Wir beschlossen, den Keller zu inspizieren. Schliesslich sahen wir in einem der Kellerräume einen Block ähnlich dem, der oben stand, doch dieser hier war aus schwarzem Gestein gefertigt. Die Kanten waren derart scharf, dass man sich daran hätte schneiden können! Ich begriff, dass beide Blöcke im Zusammenhang stehen mussten und wollte mir das mal genauer ansehen, doch ein Blitz aus dem Astralraum liess mich geblendet zurücktaumeln.
Kiwa hatte sich derweil dem Block genähert und berührte ihn - nur um wie vom Blitz gefällt zusammenzubrechen, die Hand fest verbunden mit dem Steinblock. Ich hielt die anderen zurück und wagte einen erneuten Blick in den Astralraum. Und diesmal konnte ich erkennen, was los war.
In diesem Block war ein Wesen gefangen, das grob einer Qualle ähnelte, und seine Tentakel hielten Kiwas Handgelenk umschlungen. Ich teilte dies den anderen mit. Doch noch während wir überlegten, wie wir Kiwa helfen konnten, wurde sie auch schon fort gestoßen und landete ein wenig vom Block entfernt unsanft auf dem Boden, wo sie benommen liegen blieb. an ihrem Handgelenk war ein Muster zu sehen, dass tatsächlich an das Nesselmuster einer Qualle erinnerte, nur dass dieses schwarz war und ihren Arm wohl für den Rest ihres Lebens verunzieren würde.
Ich kümmerte mich um sie, wähernd die Ork sich wieder zu fangen suchte und die anderen belämmert herum standen. Minuten später ging es Kiwa wieder besser.

W

ir kamen überein, den Tempel schnellst möglich wieder zu verlassen, und wir hatten es auf einmal ziemlich eilig. Nun hatten auch die anderen begriffen, dass sie unter einer Art Bann gestanden hatten. Doch als wir raus kamen, blieben Kiwa und ich wie angewurzelt stehen - etwas war anders als vorher. Und dann entdeckte ich Doran, was ich meinen Gefährten sagte.
Bevor wir handeln konnten, tauchte aus dem Wald plötzlich ein Ork auf, mit wirrem Haar und irrem Blick. Das musste der Ork sein, der Doran begleitet hatte.
"Wir halten dir den Ork vom Hals", zischte Kiwa. "Kümmer du dich um Doran!"
Ich rannte los, um die nun flüchtende Elfe einzuholen. Während ich sie verfolgte, so erzählten mir die anderen hinterher, hatte Ayla dem Ork mit nur einem Hieb den Kopf von den Schultern geschlagen. Man erinnere mich daran, dass ich mich nicht mit streitbaren Windlingen anlege!
Doran flüchtete auf einen Baum, und ich redete mir den Mund fusselig, um sie zum Herunterkommen zu bewegen. Am Rande registrierte ich, dass nun auch Ayla mit Donas, Asak und Kiwa näher kamen. Da Doran ihren Baum partout nicht verlassen wollte, nahm ich meine Magie zur Hilfe. Der Zauber Knochentanz kann schon recht nützlich sein...
Kiwa meinte später, man solle sie daran erinnern, dass sie sich nicht mit gereizten, elfischen Geisterbeschwörern anlegt...
Ich sprach lange auf Sperethiel, unserer elfischen Sprache mit Doran, die mir so nach und nach alles erzählte. Und Stück für Stück gab ich dies an meine Kameraden weiter.

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er Rückweg nach Jerris verlief ohne Zwischenfälle, und wir erreichten unser Luftschiff pünktlich. An Bord gab mir Asak noch ein Grimoire, bzw. das, was davon noch übrig war - es enthielt nur noch wenige Seiten. Einige Zauber konnte ich brauchen, denn es waren welche meiner Disziplin. Andere hingegen sahen eher aus, als wären sie für Magier gedacht gewesen. Ausserdem reichte mir Asak noch ein paar Blätter mit der Bemerkung: "Diese komischen Linien da könnten Elfisch sein, oder?"
Ich sah mir die Blätter an. "Du hast recht", meinte ich trocken. "Das ist in Sperethiel geschrieben. Sieht aus, als wären das Gedichte." Ich las mir das Zeug durch.
"Mann, sind die schlecht!" kommentierte ich erschüttert und überlegte, ob ich da nicht lieber Papierboote draus basteln sollte...

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eorg von Thalorien war hocherfreut, als wir ihm Doran relativ unversehrt zurückbrachten. Vor lauter Freude gab er nicht nur ein Fest und gab uns den Rest der versprochenen Belohnung, sondern sorgte auch dafür, dass zumindest Kiwa und ich den Aufstieg in den dritten Kreis in Angriff nehmen konnten. Die notwenigen Voraussetzungen hatten wir ja.
So war dann doch noch alles gut verlaufen, aber nach dieser Sache wurden ein paar Gespräche fällig, und die will ich hier an dieser Stelle lieber nicht wiedergeben...





letzte Änderung 21-Mai-2007 21:11:28 MESZ von unknown.



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