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Von Der Natur Des Todes

M

ancher stellt sich die Frage nach der Zeit, die noch bleibt. Unabwendbar stand von Anfang an fest, daß uns der Sensenmann irgendwann holen wird. Was ist der Tod? Wie fühlt er sich an? Unzählbar sind die Antworten, und sicher findet jeder die seine. Und doch.

Wer wirklich Licht ins Dunkle bringen will, muß sich zunächst fragen, wie einzigartig ist der Tod? Er ist normal. Ein Hund wird überfahren, ein Mensch fällt im Krieg, Leute trauern, dein Schuh hat heute ein Insekt zerquetscht, geradezu friedlich friert das Leben ein, und es geht weiter, das Insekt zerfällt, die Teile bilden Dreck, kleinste Lebewesen, immer und überall da, verwerten die Reste, und nur ein staubiger Chitinrest mag noch daran erinnern. Eine normale Veränderung passiert, wie Regen, der auf ein Blatt fällt und vom Boden aufgesogen wird. Von außen betrachtet gibt es wenig Unterscheidung, einzig die Form hat sich geändert.

Das Verstehen dieser einfachen Tatsache kann beruhigen. Der Tod ist so normal wie das Leben. Der Tod ist nicht viel mehr als das Leben. Und das Leben unterscheidet sich, betrachten wir die Teile des Insektes, in nicht vielem von dem Tode. Aber das Insekt? Versetze Dich in seine Lage, und schon versagt jede Vorstellung. Nein. Das ist ein vorgefälltes Urteil, begründet auf einer Analogie, die keine Kausalität zuläßt. Unsere Wahrnehmung ist getäuscht - wenn wir nur im Ich und im Subjekt denken, dann sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Der Wald, das sind die Teile, die eben nicht nur die Teile dieses Insektes sind, sondern in erster Linie Teile der ganzen Welt sind. Einzig, wir sehen sie nicht, die Welt, nicht als eigentliche Quelle allen Seins, wir trennen in unserer Vorstellung die Freunde als einzelne Personen, als Individuen, so wie uns selbst. So denken wir. Doch dagegen unser Fühlen, unser Bauch. Wann fühlen wir uns am Glücklichsten? Wenn wir uns selbst überwinden, wenn wir eins sind mit der Welt, wenn wir ganz da sind im Hier und Jetzt, erfüllt.

Mancher, der nicht so Bauchmensch ist, mag sich von der Kühle des materiellen Weltbildes irritieren lassen. Die Teile, das ist Materie, das sind organische und unbelebte Stoffe, und letzten Endes verlieren wir darin jede Sinnantwort, denn wie soll aus all diesen materiellen Teilen das Leben entstehen?

Letzten Endes stößt die menschliche Erkenntnis hier an eine Grenze. Selbst wenn sich die Forschung weitergräbt, wird uns die Antwort nicht erfüllen. Und doch unterliegen wir wieder einer Täuschung, die sich aus unserem Denken ergibt. Auch wenn der Geist keinen logischen Zugang hat, kann ich mir eines bewußt machen: daß ich diesen Zugang schon habe. Ich bin, um mich herum ist Raum, sind die Dinge, und mein Dasein, mein Denken, und vor allem auch das Fühlen ist real, und steht in totalem Einklang mit der Welt, denn das ist die Welt: erfüllt mit Leben, mit Geist, auch mit Wärme und Liebe, und diese Dinge sind so real wie mein Schreibtisch vor mir.

Dieses Subjektive Bewußtsein ist eine Erscheinung der Welt wie jeder simple Gegenstand vor mir, dem ich wenig Beachtung schenke. Und so normal, wie das ist, ist auch der Tod. Der Tod ist schon da, wenn wir ihn fühlen wollen, müssen wir bewußt im Jetzt sein, denn so wird es auch sein, wenn wir gehen. Die Welt, die Dich gerade bildet, die Dir ein Ich gibt, ist alle Magie, ist aller Stoff, aus dem Du bist, ist jedes Denken und Fühlen. Und diese Welt ist nicht kalt. Sie ist so warm wie unser Inneres, das kann uns versichert sein, denn wir sind nur ein Teil von Ihr, so wie sie ein Teil von uns ist. Und eines Tages werden wir wieder Welt sein, wenn nur noch Hier und Jetzt ist, erfüllt, so wie jetzt.

Man merkt es nur nicht immer. So normal ist es. Wir müssen uns um nichts bemühen, es ist immer da und unzerstörbar, die Existenz, denn diese gehört der Welt. Die Welt ist es, die uns sein läßt. Egal was wir tun, egal ob wir unser Leben vergeuden, es ist egal, und es ist gut. Danach werden immer noch Dinge existieren, und eben um diese Essenz geht es. Dinge existieren nicht nur in unserem Geist, vielmehr existieren diese Dinge und werden als Ich wahrgenommen, als eine besondere Form, aber der Tod ist nur eine Umformung dieser Dinge. Die eigentliche Urangst des Todes, die der Vernichtung von Existenz, ist somit unbegründet.

Sein ist und wird sein.

Gute Nacht

Sorokan, Questor der Wahrheit





letzte Änderung 21-Mai-2007 21:59:58 MESZ von unknown.



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