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Rettungsaktion Teil3

N

ach meinem Kommentar nickten Asak, Vierna und Kiwa nur schweigend, denn dem gab es nichts mehr hinzu zu fügen. Dass da etwas mehr als faul war, war offensichtlich.
"Schön, und was machen wir jetzt?" fragte Kiwa. "Zurück nach Lorcam?"
"Gute Idee!" grollte Asak wütend. "Ich habe vor, jemandem ein paar Knochen zu brechen! So einem verräterischen Zwergenwirt..."
"Kommt nicht in Frage!" zischte Vierna, deren Schwanz wütend hin und her peitschte. "Lasst uns erst mal zu Siris und Emilius gehen. Irgend etwas haben wir vergessen, oder übersehen, oder was auch immer. Wir sollten nichts übertürzen."
"Ich stimme Vierna zu", sagte ich ruhig. "Den Wirt können wir uns immer noch vornehmen." Ich verzog kurz mein Gesicht. "Ähm, könnte mir jetzt vielleicht endlich mal einer diesen (zensiert) Bolzen aus der Schulter ziehen...?"

D

ie T'Skrang sahen uns freudestrahlend entgegen, und wir wurden auch sofort zu Emilius gebracht. "Wo ist Siris?" wollte Asak wissen.
"Siris ist in Verkleidung nach Märkteburg zurückgekehrt", gab der T'Skang-Händler zurück. "Sie will dort weitere Informationen sammeln. Und was ist mit euch? Hattet ihr Erfolg?"
"Nun, offenbar sind wir jemandem ein Dorn im Auge gewesen", sagte Vierna. "Als wir in Lorcam waren, hatten wir das Gefühl, dass uns etwas Wichtiges entfallen wäre, und wir kamen einfach nicht drauf, was das war. So haben wir dann völlig umsonst im Reisenden gesessen. Doch als wir Lorcam Tags drauf verliessen, schickte uns wer gedungene Mörder hinterher, professionelle Assassinen!"
"Was?" Emilius zeigte sich entsetzt.
"Keine Sorge, die haben wir abserviert", kommentierte Kiwa trocken.
"Einer von denen hatte einen kleinen Brief bei sich", mischte ich mich ins Gespräch ein. "Wir konnten aber nur den Namen Zahnweg Brennbier entziffern, das ist der Name des Wirts vom Reisenden. Der Rest ist in einer Sprache verfasst, die keiner von uns lesen kann. Emilius, könnt Ihr etwas damit anfangen?" Ich händigte dem T'Skrang den Brief aus.
Emilius begutachtete den Brief sorgfältig. "Hm... Ich kenne durchaus viele Sprachen, auch geschriebene, doch diese Sprache hier ist mir unbekannt", meinte er mit einem leichten Kopfschütteln. "Es könnte sich um Theranisch handeln, aber ich bin mir nicht zu hundert Prozent sicher. Tut mir leid."
"Schon gut", brummte Vierna. "Wäre ja auch zu schön gewesen. Wir wollten euch nur in Kenntnis setzen, unsere Verletzungen behandeln lassen und dann nach Lorcam zurückkehren."

N

achdem wir eine Nacht lang auf der Briton II verbracht hatten, wollten wir am Morgen nur noch unsere Karmarituale durchführen, denn sicher war sicher. Doch während die anderen frisch und ausgeruht wirkten, war dies bei mir nicht der Fall. Ich fühlte mich eher, als wenn in der Nacht eine Gruppe von Ork-Brennern über mich hinweggefegt wäre.
Schuld daran war ein ziemlich merkwürdiger Traum. Ich hatte mich in diesem an einem dunklen Ort befunden. Ich vermochte nicht zu sagen, ob es einfach nur ein Nadelwald oder etwas ganz anderes gewesen war. Doch dann war ein schmales Band hellen, silbrigen Lichts zu sehen gewesen, auf das ich trotz eines unguten Gefühls zu gegangen war. Dann hatte ich in diesem Licht einen Sarkophag gesehen, wie ich ihn in jenem Kaer nahe Urupa schon gesehen hatte. Was mich aber wirklich schweissgebadet hat erwachen lassen, war eine süffisante, und beinahe schnurrende Stimme gewesen, die folgende Worte gesprochen hat: "Ich habe auf dich gewartet, kleiner Geisterbeschwörer..."
Den Rest der Nacht hatte ich keinen Schlaf mehr gefunden, denn in dem Moment begriff ich eines: in jenem Kaer hatte ich offensichtlich mehr abbekommen als nur ein paar Schrammen...
Doch nun war es Morgen, und ich wollte mein Karmaritual durchführen, als ich wieder diese Stimme in meinem Kopf hörte. "Ich kann dir viel Karma geben, und mächtigeres als deines..." Ich lehnte ab, hörte noch ein leises Kichern in meinem Kopf - und mein Karmaritual blieb erfolglos. Das war mir zuvor noch nie passiert! Ärgerlich, aber nun ja.
Dann brachen wir vier wieder auf, und Asak fragte mich: "Sag mal, Garath, ist alles in Ordnung mit dir? Du bist heute so blass um die Nase."
Ich hatte nicht vor, den anderen von meinem seltsamen Taum und dem misslungenen Karmaritual zu erzählen, und so brummte ich nur "Hab nicht gut geschlafen..."

E

ein paar Tage später erreichten wir Lorcam, und wir beschlossen, Brennbier erst am folgenden Morgen aufzusuchen, bevor er seine Taverne öffnen würde. Schliesslich wollten wir ja in aller Ruhe mit ihm sprechen.
Gesagt, getan. Am folgenden Morgen gingen wir zu ihm hin, als er gerade frische Vorräte besorgt hatte. Asak fiel, typisch Troll halt, mit der Tür ins Haus.
"Moin, Brennbier! Na, laufen die Geschäfte mit Thera gut?"
"Ich mache keine Geschäfte mit Thera", gab der Zwerg mürrisch zurück.
"Ach, tatsächlich nicht? Und warum hetzt Ihr uns dann Assassinen auf den Hals? Diese Leutchen hatten einen Brief mit Eurem Namen bei sich!"
"Ich hab keine Zeit für diesen Unsinn!" fauchte Brennbier nun sichtlich gereizt. "Verschwindet! Ich habe zu tun." Damit schlug er uns die Hintertür vor der Nase zu.
Aber der Gute kannte weder uns noch unseren Troll. Wir gingen zum Haupteingang und betraten die Taverne durch diese.
"Hallo, Brennbier!" sagte Asak mit einem breiten Grinsen. "Vier Bier, bitte!"
Zahnweg Brennbier verdrehte die Augen im Kopf, schenkte uns allen aber ohne zu murren ein Bier aus, sich selbst ebenfalls. "Hört mal, ich denke, dass das alles nur ein Missverständnis ist. Dieses Bier geht aufs Haus, und dann reden wir noch mal in Ruhe, ja?"
Obwohl dies eine wirklich nette Geste war, sie machte mich misstrauisch! Und zu recht, wie sich zeigte. Kaum hatten meine Gefährten ein paar Schlucke von dem Bier getrunken, als sie auch schon besinnungslos zu Boden fielen.
Ich hatte auch von diesem Bier getrunken, doch bei mir zeigte es keine Wirkung. Nun ja, ausser dass ich jetzt sauer war. Also kippte ich Brennbier das Bier vor die Füße und zischte: "Was hast du da rein gekippt, Zwerg?"
Doch der zielte nun mit einer Armbrust auf mich und meinte mit einem Grinsen: "Wir beide werden jetzt zur Stadtwache gehen. Mal sehen, was die so zu Euch sagen werden. Los, vorwärts!"
Ich hatte gerade keinen passenden Zauber zur Hand, den ich ohne zu gestikulieren hinbekommen hätte, also entschloss ich mich zu handfesteren Mitteln zu greifen. Zur Tür zum Beispiel. Denn diese ging praktischer Weise nach innen auf...
"Also gut, Brennbier", sagte ich und tat, als würde ich mich in mein Schicksal fügen. "Ich will keinen unnötigen Ärger." Ich drehte mich um, ging zur Tür, öffnete sie - und dann drehte ich mich blitzschnell um und zog die Tür hinter mir zu! Mit meinem ganzen Gewicht zog ich an der Klinke und hielt sie geschlossen.
Drinnen hörte ich den Zwerg fluchen und spürte, wie er die Tür zu öffnen versuchte. Das brachte mich auf eine nette Idee. Ich liess die Klinke plötzlich los und verpasste der Tür zusätzlich noch einen Tritt.
Zahnweg Brennbier hob ab und krachte gegen seinen Tresen. Allerdings löste sich dabei der Bolzen seiner Armbrust und schlug knapp neben Asak ein. Zu jener Zeit hatte ich noch einen Kampfstab, und den nutzte ich, um damit den Zwerg ins Reich der Träume zu schicken.
Schnell verrammelte ich die Türen und fesselte den Zwerg. Ein Stöhnen liess mich den Kopf drehen, und zu meiner Erleichterung sah ich, wie meine Gefährten wieder zu sich kamen. Schweigend sahen sie auf den Zwerg, den Bolzen, die Armbrust und die verrammelten Türen.
"Los, nehmen wir ihn mit!" grollte Asak. "Hier werden bald die ersten Gäste auftauchen, und wir haben da noch ein paar Dinge mit dieser Wanze zu klären!" Damit warf sich der Troll den Zwerg über die Schulter.
Gerade, als wir durch den Hinterausgang hinaus wollten, hörte ich wieder diese Stimme in meinem Kopf, die mir Hilfe anbot. Ich lehnte ab - und wurde von einem Zauber getroffen, der mich eine Vision meines Todes erleben liess. Das war zu viel. Bewusstlos sackte ich zusammen.
Ich erfuhr es erst viel später, dass auch Asak diese Stimme in seinem Kopf gehört hatte, und auch er hatte das Hilfsangebot abgelehnt. Er hatte daraufhin starke Schmerzen zu ertragen, doch dank seiner Sturheit und der wesentlich besseren Konstitution steckte er das mit einem wütenden Knurren weg.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich neben dem gefesselten Brennbier auf einem Karren, und ausserhalb Lorcams, ausser Hör- und Rufweite irgendwelcher Gehöfte und Wege, nahmen wir uns Brennbier noch einmal vor.
Wir alle waren stinksauer, und ich hätte ihm nur zu gern ein paar hübsche Schnitzereien verpasst, doch wir hielten uns zurück und fragten ihn lediglich aus. Unsere beiden Frauen glaubten ihm, dass er nichts mit alledem zu tun gehabt hatte, Asak brauchte eine Weile, bis er das ebenfalls glaubte. Ich selbst glaubte diesem (zensiert) Zwerg kein Wort, doch mit drei zu einer Stimme war ich überstimmt. Wir liessen ihn laufen, und zu seinem Unglück musste er noch mal kurz zu uns zurück, weil er seinen Karren vergessen hatte, worauf Asak ihn freundlich hingewiesen hatte.
Es dauerte nicht lang, bis berittene Gardisten aus Lorcam hinter uns auftauchten, doch wir gingen rechtzeitig in Deckung und gelangten auf Umwegen wieder zurück zu Emilius und seinem Schiff. Wir erstatteten nun ausführlich Bericht und erzählten ihm alles, was wir bei unseren beiden Aufenthalten in Lorcam herausgefunden hatten.
"Es scheint, dass die Theraner etwas Großes planen", meinte Emilius nachdenklich. "Wie wir mittlerweile herausgefunden haben, wollen sie dem König das Geheimnis eines astralen Korridors abringen."
Asak erbleichte. "Und sie halten ihn in der Festung Weltende gefangen. Und genau dort beginnt dieser Korridor!"
"Die haben fähige Magier", sagte ich mit einem mulmigen Gefühl im Magen. "Wenn die herausfinden, wie dieser Korridor funktioniert, könnten sie einen eigenen erschaffen, und somit..."
"...ihre Truppen mitten ins Herz von Barsaive bringen, ohne Luftschiffe einsetzen und ihre Truppen über Land marschieren lassen zu müssen", stöhnte Emilius, der allmählich begriff, was da ablief.
"Sie könnten Barsaive damit von praktisch allen Seiten her angreifen", brummte Vierna, der man ebenfalls ansehen konnte, wie unwohl ihr dieser Gedanke war. "Wir müssen uns beeilen und den König finden!"
Emilius traf eine Entscheidung. "Also gut. Ich kann euch zwar nicht zur Festung bringen, doch da Asak offenbar weiss, wo diese Festung liegt, werde ich euch bis an den Fuß der Berge von Scytha bringen. Warme und bergtaugliche Kleidung und Ausrüstung kann ich euch geben, sowiet wir welche an Bord haben. Enenso Proviant. Doch dann seid ihr auf euch allein gestellt."
"Verdammt!" fauchte Kiwa. "Sieht so aus, als würde das Schicksal von ganz Barsaive in unseren Händen liegen, und die Zeit ist gegen uns!"





letzte Änderung 21-Mai-2007 22:00:00 MESZ von unknown.



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