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Rettungsaktion Teil2

D

a waren wir nun. Siris hatten wir tatsächlich auf ihrem alten Schiff gefunden, das halb versunken in einer kleinen Bucht am Fluss lag, und sie hatte uns erlaubt, ein paar Tage hier zu bleiben, damit wir, vor allem aber Asak, uns erholen konnten.
Während dieses Aufenthalts weihte uns Siris in alles ein, was sie in letzter Zeit erfahren hatte, und allmählich erkannten wir, welche Ausmaße die ganze Angelegenheit anzunehmen drohte.
Der König von Throal, Varulus III., war nicht nur vergiftet, sondern sogar entführt worden, und niemand wusste, wo er sich befand! Ausserdem gab es weitere Probleme: die Freiklingen waren inzwischen als Giftmischer bezeichnet worden, weil man ihnen die Vergiftung des Königs anlastete...
Kein Wunder also, das nun Jagd auf die Mitglieder der Freiklingen gemacht wurde. Doch etwas ging da nicht mit rechten Dingen zu, denn die Freiklingen standen von Anfang an treu zum König von Throal.
Wir ahnten, dass unser Leben komplizierter geworden war, und wie Siris schon gesagt hatte, würde es das Beste sein, wenn wir uns nach Lorcam begaben, um dort weitere Nachforschungen anzustellen.
Doch zumindest drei Tage blieben wir auf der Chorrolis' Segen, was uns allen wirklich gut tat.

S

chliesslich brachen wir gen Lorcam auf. Wir folgten dem Fluss in südlicher Richtung, wo wir zwei Tagesmärsche später von einem Hügel aus auf die Fährstation sehen konnten. Den Fluss mussten wir ja überqueren, und so war dies die beste Gelegenheit. Nur hatte die Sache einen Haken: die Fährstation wurde gerade von einer Bande Ork-Brenner überfallen, und zu allem Überfluss wollten diese dann auch direkt die Fähre in Brand stecken!
Das konnten wir natürlich nicht zulassen! Also stürmten wir wie immer planlos los und gingen die Ork-Brenner an. Der Kampf war hart und lief für uns nicht allzu gut, zumindest solange, bis ein seltsamer Fremder auftauchte. Dieser war ein Mensch und war komplett schwarz gekleidet, auffällig war nur die feuerrote Feder an seinem Hut. Meiner Ansicht nach muss es sich bei diesem Kerl um einen Schwertmeister gehandelt haben, aber egal. Zumindest überstanden wir den Kampf, und dieser Fremde nahm zum Glück nicht alle Pferde der Ork-Brenner mit.
Während sich Asak, Kiwa und ich um die Fähre kümmerten und verhindern suchten, dass sie komplett abfackelte, sah sich Vierna ein wenig um und fand in einem verwüsteten Gebäude eine Menschenfrau, der die Brenner offensichtlich Gewalt angetan hatten.
Für uns als ehrenwerte (Hust...!) Adepten war klar, dass wir sie in diesem Zustand unmöglich allein zurücklassen konnten. Also nahmen wir sie, als wir den Fluss überquerten, ebenso mit wie die übrigen Pferde. Dasss Asak der einzige von uns war, der nicht reiten konnte, war klar: das hätten diese Viecher nicht überstanden und wären in der Mitte durchgebrochen!

Z

wei Tage später erreichten wir Lorcam, wo wir die Frau des Fährmanns der Obhut eines Garlen-Questors überliessen, nachdem wir die Hälfte des Erlöses vom Verkauf der Pferde abgezweigt hatten. Mit dieser Hälfte konnte sie einen Neuanfang machen. Die andere Hälfte teilten wir unter uns auf, dann suchten wir die Taverne Zum Reisenden, wo angeblich die Alte Garde immer wieder gerne einkehren sollte.
Nun, das Bier, welches der Zwergenwirt uns kredenzte, war wirklich hervorragend, doch irgendwie war der Wirt, Zahnweg Brennbier, mir und Asak suspekt. Eine Weile saßen wir in der Taverne und beobachteten die Leute. Ausserdem versuchten wir, uns an etwas zu erinnern, dass Siris gesagt hatte, doch keinem von uns wollte es einfallen.
Also verliessen wir die Taverne mit dem unguten Gefühl, etwas wichtiges vergessen zu haben. Asak wollte dafür versuchen, Informationen von einem Händler zu bekommen und stellte sich dabei derart ungeschickt an, dass wir ihn schliesslich völlig genervt und gewaltsam fortzerren mussten. Der Troll hatte mal wieder mehr über uns verraten, als dass er Informationen erhalten hatte...
Die Nacht verbrachten wir im Großen Wagen, wo man preiswert übernachten konnte. Ausserdem hätten wir dort eine Nachricht von Iis und Teru vorfinden sollen, doch nichts dergleichen. Es schien, als hätten die beiden Lorcam nie erreicht. Dafür hinterliessen wir ihnen eine kurze Nachricht, wiederum mit Hinweis auf die Chorrolis' Segen von Siris.
Die Nachruhe hatte zumindest ich bitter nötig, denn am Tag hatten wir eine kleine Gruppe von drei Zwergenkriegern getroffen, die unschwer als Schlachtenwüter zu erkennen gewesen waren. Nicht nur, dass sie auf unsere Kosten gesoffen hatten wie die Löcher, nein, ich durfte mir so viele Witze und Schmählieder auf mein Volk anhören, dass ich kurz davor gewesen war, meine Beherrschung zu verlieren! Und wer mich kennt, weiss, dass ich normalerweise einen sehr langen Geduldsfaden habe...
Aber etwas Gutes hatte diese Begegnung doch gehabt: durch das, was sie uns erzählten, erhielten wir einen entscheidenden Hinweis darauf, wohin der König entführt worden war.
Nun, wir verliessen Lorcam wieder, weil wir uns lieber noch einmal mit Siris austauschen wollten, vor allem wegen der neuen Informationen. Ein paar Stunden nach unserem Aufbruch wurden wir von drei Reitern überholt, die dunkel gekleidet waren und unter ihren Mänteln Armbrüste verborgen hielten. Sie ritten an uns vorbei. Der einzige, den sie gesehen hatten, war Asak gewesen, der sich erkundigt hatte, wie weit Lorcam noch weg wäre; wir anderen hatten uns im Unterholz versteckt.
Einer der Männer hatte Asak den Rat gegeben, im Reisenden abzusteigen, weil es dort weit und breit das beste Bier gab, und mit einem Lachen ritten sie vorüber.

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wei Tage später trafen wir sie an der Fähre wieder, was uns schon ein wenig wunderte, da man zu Pferd schliesslich viel schneller unterwegs war als zu Fuß. Kiwa und Vierna waren vorgegangen und wollten sich mit denen übersetzen lassen, um uns danach die Überfahrt möglich zu machen, denn noch gab es keinen neuen Fährmann. Doch ohne Vorwarnung griffen diese Männer an - und entpuppten sich als erfahrene Assassinen!
Während des Kampfes wurde ich in der rechten Schulter getroffen, doch der Treffer war halb so wild. Die Assassinen sahen hinterher schlimmer bzw. toter aus. Als wir diese Männer durchsuchten, erkannte ich einen von ihnen wieder.
"Verdammt! An den hier erinnere ich mich", knurrte ich. "Den habe ich im Reisenden gesehen. Der saß mit zwei weiteren an einem Tisch nahe dem Fenster bei der Tür."
"Bist du dir da sicher?" fragte Kiwa skeptisch, doch ich nickte nur.
"Ich bin mir sicher. Hier, diese Narbe war mir aufgefallen." Tatsächlich hatte der Mann eine Narbe im Gesicht, die ziemlich markant war, so man sie einmal gesehen hatte. "Entweder waren das also Boten, oder die haben auf uns gewartet, weil zu offensichtlich herumgeschnüffelt haben", brummte ich und sah unseren Troll von der Seite her an.
Noch einmal durchsuchten wir die Männer und förderten diesmal einen gut versteckten, kleinen Brief hervor. Diesen konnten wir zwar nicht lesen, doch zwei Worte sprangen uns regelrecht ins Auge: Zahnweg Brennbier.
"Das ist doch der Wirt vom Reisenden", grollte Asak unheilvoll.
"Exakt", stimmte ich zu. "Und ist doch seltsam, dass diese Kerls hier versuchen wollten, uns das Licht auszupusten und dann auch noch einen Brief, in welchem Brennbiers Name erscheint, dabei haben. Wenn ihr mich fragt, da stinkt etwas wie alte Stiefel!"





letzte Änderung 21-Mai-2007 22:00:22 MESZ von unknown.



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