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Leyla Silberschatten

Autor: Amaranth


U

rsprünglich als halber Meistercharakter in meiner allerersten Earthdawnrunde konzipiert, habe ich diese bezaubernde Elfe dann doch so liebgewonnen, dass ich sie hin und wieder auch auf Conventions oder in den seltenen Fällen meines Spielerdaseins auftauchen lasse.
Hier also die kurze Charaktergeschichte, die ich damals in einem Anflug jugendlichen Größenwahns verfasste (und nun, bedingt durch altersschwache Faulheit, nicht überarbeiten mag). Vorsicht es wird lang ;)

Es ist allgemein bekannt, dass die großen Drachen während der Plage einigen Namensgebergemeinschaften Unterschlupf gewährten. Einer dieser Drachen war Bergschatten. Viele der Dörfer und kleineren Gemeinden rund um und im Drachengebirge suchten bei ihm Zuflucht. Darunter war auch eine dunkelhäutige Elfenfamilie die bis dahin als Ausgestossene in den Wäldern gelebt hatte. Viele ihrer Mitglieder hatten seltsame körperliche Missbildungen und wären diese nicht so besonders gewesen, so hätte man sie mit Sicherheit gleich zu Beginn der Versiegelung gesteinigt.
Diese Elfen hatten nämlich milchig weiße Augen noch aßen sie etwas Anderes als rohes Fleisch. Hinzu kam, dass die Innenseiten ihrer Hände seltsam rauh und schuppig waren und sich bisweilen, bei hoher Anspannung, geschlitze, längliche Pupillen zeigten. Kurz, sie zeigten Züge, die denen der riesigen Beschützer dieser Gemeinschaft nicht unähnlich waren und man munkelte, dass sie von Bergschatten selbst gesegnet worden waren. Anders als in vielen anderen Gemeinschaften wurde dies als hohe Ehre eigneschätzt und so nahmen sie schon früh einen wichtigen Platz im Rat des Kaers ein.
Sicherlich waren sie dem ein oder anderen unheimlich, aber die außerordnetlich fähigen Magier die ihr entstammten, leisten vieles zum Wohl der Bevölkerung, so dass bereits eingie Jahre nach der Versiegelung auch das ärgste Misstrauen schwand. Anscheinen war diese Familie auch dem großen Drachen, der alle beherbergte nicht entgangen, sah man doch gegen Ende der Plage immer häufiger eine "schlanke, unauffällige, dunkelhaarige Gestalt" das Haus der "Silberschattens" besuchen.
Als die Plage vorrüber war und die Bewohner des Kaers langsam aber sicher ihre Unterkunft in den Bergen aufgaben, um sich erneut draußen niederzulassen, verließ auch jene seltsame Familie die Zuflucht und ließ sich in der Nähe nieder. Anders jedoch als Viele, verließ sie nicht das Gebirge, sondern blieb mit einigen wenigen, die dem Drachen Treu ergeben waren, in dem Tal das sich vor dem Eingang des Kaers erstreckte. Wenige Monate später kam ein dunkelhaariger Mann zu Besuch - dieser Zog sich über viele Nächte hin und eine Woche später war er einfach wieder verschwunden.
Diese Besuche wiederholten sich, wurden häufiger und nahmen dann mit der Zeit wieder ab, ja es schien als wüsste der Fremde und die Familie Silberschatten allein, wann er wieder auftauchen würde. Langsam wurde er allerdings mehr oder minder berühmt und den Bewohner der kleinen Gemeinde war klar das niemand anders als Dunkelzahn persönlich der seltsame Besucher war, der hier ein und aus ging, wie es ihm beliebte. So zog es sich über viele Jahre hin und die Familie wurde zu einer der fähigsten Außenstellen und Informationsquellen des großen Drachen.
Beinahe ein Jahrhundert nach dem Exodus aus den Kaers wurde Leyla Silberschatten in dem kleinen Tal inmitten der Drachenberge geboren. Sie war wie ihre Eltern mit mitternachtsschwarzer Haut, den blicklosen Augen und auch den anderen Merkmalen der Familie gezeichnet. Etwas Besonderes jedoch waren ihre eisblauen Haare, die schimmerten wie der Schnee im tiefsten Winter auf den höchsten Bergspitzen, wenn die Sonne darüber schien - eine selbst bei Elfen sehr ungewöhnliche und seltene Färbung.
Sie war von daher und auch durch die Kontakte ihrer Eltern, immer etwas Besonderes in der Siedlung, etwas um dessen Aufmerksamkeit man heischte. Sehr zum Unbehagen der jungen Elfe.
Sie suchte deshalb ständig nach Möglichkeiten der Gesellschaft anderer zu entfliehen um mit sich und der Natur alleinzu sein. Da ihre Eltern die Disziplin des Magiers ausübten beschäftigte sie sich neben der Natur auch mit der Geschichte der Elfen und vielen anderen Themen die in den staubigen Büchern zu finden waren. Dies verstärkte jedoch nur ihre Verschlossenheit, erkannte sie doch was die Blutelfen mit ihrem Ritual getan hatten und wie die anderen Elfen auf diese "Monströsitäten" reagierten. So gingen die Jahre ins Land und der Tag ihres Erwachsenwerdens näherte sich.
An diesem Tag jedoch brach ein gewaltiger Dämon in das kleine Wäldchen ein, in dem sich die Siedlung verbarg. Wie er die Abwehrmechanismen der Berge und die verschiedenen Wächter des Gebirges hatte überwinden können wusste niemand.
Er wütete durch das kleine Elfendorf, tötete und fraß mehrere Bewohner und verschlang schließlich vor den Augen der panischen Elfe ihre Eltern bei lebendigem Leib. Dann verschwand er, so plötzlich und schnell, wie er gekommen war.
Von diesem Moment an war Leylia seltsam verändert, sie wirkte trübsinniger und trauriger denn je zuvor. Etwas Absonderliches für Elfen, sehen diese doch den Tod nur als einen Aufstieg in die höheren Ebenen des Daseins. Leyla jedoch wurd eimmer verbitterter und eines Tages nahm sie ohne ein Wort ihre Sachen und verließ das Dorf, in der Hoffnung, Rache üben zu können und diese Welt ein für allemal von dem Fluch der Dämonen zu befreien. Sie wusste das die Seelen ihrer Eltern Gefangenen des Dämons waren und nie nach Tesrae ke'Mellakabal gelangen würden, der Zitadelle der Leuchtenden, solange der Dämon lebte. So verschwand sie, brach ihre Ausbildung zu Waldläuferin ab und hinterließ ihrem Lehrer nur eine Botschaft, dass sie wiederkehren werde.
Ein Tiermeister der Kathaner fand das Mädchen etwa zwei Wochen später, halb verhungert und mit gebrochenem Bein in einem Busch am Rande eines Hügels. Er nahm es bei sich auf pflegte sie gesund. Als es Leyla soweit besser ging, dass sie wieder gehen konnte, bemerkte er im Laufe der Tage ihr erstaunliches Talent im Umgang mit Tieren.
Es schien fast als könnte sie mit den Tieren reden, zumidnest aber, sich mit ihnen verständigen. So musste es sein, denn als sie in der Nähe der Behausung des Adepten, der auf den namen Selvjian hörte, von einem Jaguar angefallen wurde, hatte der Mann sich noch nichteinmal erhoben, da lag sie schon mit der riesigen Katze auf dem Boden und tollte mit ihr herum.
Auch floh kein Vogel vor ihr und einmal kam sogar einer der örtlichen Affen und brachte ihr Früchte. Diese Ereignisse bestätigten Selvjian in seiner Vermutung, dass Leyla eine gute Tiermeisterin abgeben würde und so begann er sie eingehender zu prüfen und wenige Tage später mit ihrer Ausbildung.
Hierbei vertiefte sich ihre Beziehung zu dem Jaguar, den sie Thelami nannte, das elfische Wort für Jäger, und wenige Monde vor dem Ende der Ausbildung schlossen sie das Vertrautenband.
Es dauerte fast zwei Jahre bis ihre Ausbildung vollständig abgeschlossen war und nur wenige Tage später verspürte Selvjia den Ruf seiner Ahnen.
Er war alt geworden und runzelig, etwas das Leyla sehr verwunderte, wurden Elfen doch selbst im hohen Alter nie gebrechlich.
Als der Tag seines Ablebens gekommen war, rief Selvjian Leyla zu sich an sein Bett und sprach: "Es ist an der Zeit meine Kleine, dass du deinen eigenen Weg findest. Ich werde in Kürze nicht mehr sein, und dann musst du allein gegen das kämpfen, was von der Plage zurückblieb. Wende an was du gelernt hast und hilf, diese Welt von den Schatten der Plage zu heilen. Möge Jaspreee und die anderen Passionen mit dir sein."
Und als er diese Worte gesprochen hatte, schloss er für immer seine Augen.
Voller Trauer um den erneuten Verlust eines geliebten Namensgebers begrub Leyla den alten Mann und schwor an seinem Grab, dass kein Wort über ihre Lippen kommen sollte, bis der Tod ihrer Eltern gerächt war und der Dämon vernichtet, der sie getötet hatte.
Dann nahm sie ihre wenigen Habseligkeiten und verließ das Dschungelheim des Alten, um seinem Wunsch zu folgen und ihr Schicksal zu erfülllen.

-- Amaranth





letzte Änderung 17-Sep-2007 07:23:59 MESZ von unknown.



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