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Im Nebel Teil2

D

a standen wir nun, starrten in die graue Suppe des nächtlichen Nebels und hielten unsere Waffen bereit. Es schien, dass jeder von uns immer wieder scheinbar angegriffen wurde. Doch durch diese Scheinangriffe trennten wir uns unbemerkt voneinander, bis jeder von uns allein irgendwo im Nirgendwo stand.
So zumindest kam es mir vor, als ich merkte, dass ich die anderen weder sehen noch hören konnte, und selbst der Schein des Lagerfeuers war nicht mehr als ein diffuses Glimmen. Mir hatten sich die Härchen aufgestellt, und ich fieberhaft überlegte ich, was ich tun konnte.
Da meine physischen Augen mir hier nicht mehr helfen konnten, wechselte ich kurzentschlossen auf Astralsicht - und bereute es einen Moment später. Ich sah noch, wie etwas auf mich zukam, dann traf mich dieses Etwas auch schon mitten im Gesicht. Ich taumelte zurück und wechselte wieder auf normale Sicht, wobei ich mir behutsam mit einer Hand übers Gesicht fuhr. Ich konnte jedoch keine Verletzung spüren. Doch was nun?
Mir war klar, dass es den anderen wohl kaum anders gehen würde. Ich beschloss, an Ort und Stelle zu bleiben, bevor ich wegen des Nebels noch sonstwo landen würde. Doch nur Augenblicke später vernahm ich ein Geräusch, dass ich nur zu gut kannte: das Singen von Asaks Bogen. Vorsichtig, mein Schwert griffbereit in der Hand, bewegte ich mich vorwärts in die Richtung, aus der ich das Geräusch gehört hatte.
Dann urplötzlich ein schriller, unheimlicher Schrei unmittelbar neben mir. Das reichte. Ich gebe es keineswegs gerne zu, aber in jenem Moment war mein Fluchtreflex einfach stärker. Ohne zu denken rannte ich los, egal wo hin, hauptsache weg von der Quelle des Schreis!
Während ich rannte, stiess ich plötzlich mit jemandem zusammen, konnte jedoch nicht sagen, wer das gewesen war. Erst später erfuhr, dass es Kiwa gewesen war, mit der ich heftig zusammengeprallt war. Ich war zu Boden gegangen, rapptelte mich aber sofort wieder auf und rannte weiter. Doch dann plötzlich ein Schatten vor mir, ich wurde von irgend etwas hart getroffen, und dann...

Z

u Füßen Viernas kam ich wieder zu mir. Die T'Skrang hatte ihren Schwanz um einen Baumstamm gelegt, um einen festen Halt in dieser unwirklichen Umgebung zu haben. Sie war es auch gewesen, die mich mit eben jenem Schwanz von den Beinen geholt und vorübergehend ins Reich der Träume geschickt hatte.
"Sorry, Garath, aber ich wusste nicht, ob du Freund oder Feind warst. Du weiss ja, wie gut ich im Dunkeln ohnehin schon sehe, geschweige denn in dieser Suppe. Geht's wieder?"
Benommen sah ich die T'Skrang an und registrierte nur am Rande, dass sich soeben auch Kiwa und Asak bei uns einfanden. Als dann erneut ein Schrei erscholl, wurde ich von Kiwa hochgehoben. Wie einen Sack Mehl warf sie sich mich über ihre breite Schulter, und schon rannte unsere Gruppe gemeinsam ins Ungewisse.
Zu unserem großen Glück lief hier jedoch auch ein Elf herum, der sich offenbar hier auskannte. Irgendwann unterwegs liess mich Kiwa wieder zu Boden, so dass ich selbst laufen konnte, und gemeinsam folgten wir dem fremden Elfen, der uns zu einer Taverne führte, in die wir flüchteten. Der Wirt schloss hinter uns die Tür und verbarrikadierte sie wieder.
Wortlos kredenzte er uns Branntwein, den wir ebenso wortlos in unsere Kehlen kippten. Die Wärme, die er im Magen verbreitete, weckte unsere Lebensgeister zumindest so weit, dass wir uns Wirt und Elf vorstellen konnten.
Dieser Elf, Elsarat Langbogen, erklärte uns, dass er ein Scout wäre und herausfinden wollte, was hier eigentlich los wäre, denn seit gut zwei Monaten zog Abend für Abend dieser Nebel auf.
Der Wirt bestätigte uns dies. "Zunächst waren nur unsere Tier, Kühe, Schafe und Pferde betroffen. Doch inzwischen auch die Bewohner unseres Dorfes. Und von ein paar Höfen hier in der Gegend haben wir auch schon länger nicht mehr gehört."
Das war in der Tat seltsam. Während der Wirt nach oben ging, um ein paar Zimmer für uns bereit zu machen, saßen wir mit Elsarat zusammen. Der wurde immer schweigsammer und kippte schliesslich einfach so vom Stuhl. Vierna kümmerte sich um ihn, und als der Wirt wieder zurück kam, half Asak ihm, den bewusstlosen Elfen ins Bett zu bugsieren.
Auch wir anderen wollten danach zu Bett gehen, doch eine innere Unruhe liess uns nicht schlafen, so dass wir dann doch den größten Teil der Nacht im Schankraum verbrachten. Erst als es schon dämmerte, verschwanden wir in den Betten.

I

ch hatte tief und erstaunlicherweise traumlos geschlafen. Beim Aufwachen war mir kalt, und ich wollte eigentlich gar nicht erst aufstehen, doch ich zwang mich dazu. Die Belohnung dafür war, dass ich mich auf dem Fußboden wiederfand und nicht wusste, wie ich dorthin gekommen war.
Augenblicke später stürmte Asak in mein Zimmer, sah mich kopfschüttelnd an und verfrachtete mich wieder ins Bett. "Sach ma, was is los mit dir? Du bist eiskalt!"
Ich sah ihn nur an, und er meinte: "Ich werd mal fragen, ob es hier einen Questor oder einen Heiler gibt. Kiwa und Vierna fühlen sich nämlich auch eiskalt an."
Ich sah dem Troll hinterher. Kiwa und Vierna auch?, dachte ich und merkte, dass mir selbst das Denken immer schwerer fiel. Irgendwas stimmt hier nicht! Was ist los mit mir? Und warum... Und wer... Und...
Erneut versank meine Welt in Schwärze.

To be continued...





letzte Änderung 21-Mai-2007 21:11:29 MESZ von unknown.



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