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Alchemistische Lehre

Thema Alchimist

„Ich grüße dich du einzige Phiole, die ich mit Andacht nun herunterhole“ -- Goethe, Faust I

Theorie der Materie

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ür die meisten Alchemisten bestehen alle Metalle aus einer Mischung von Quecksilber und Schwefel (bekannt als die Quecksilber-Schwefel Theorie). Daher glauben Alchemisten auch an die Transmutation, also an die Umwandlung von einem Metall in ein anderes. Gold gilt als das reinste und vollkommene Metall, denn in ihm sind die Elemente in harmonischer Form gemischt. Blei gilt als das verunreinigste Metall, das man als krankes Gold beschreiben kann. Die Transmutation von Blei nach Gold ist demnach eine Art Heilung, eine Anwendung der richtigen Behandlung und Medizin.

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uecksilber und Schwefel bestehen wiederum wie alles andere aus den vier Grundelementen Erde, Feuer, Wasser und Luft, wobei hier vor allem an die jeden Stoff mehr oder weniger beschreibenden Eigenschaften fest und trocken, heiß und fähig zur Wandlung, feucht und kalt sowie flüchtig und leicht gedacht wird. Und gerade Quecksilber gilt unter Alchemisten als Wunderstoff schlechthin: Es ist glänzend und schwer wie ein Metall, und es kann in andere Metalle eindringen, aber es ist auch flüssig und paßt daher gar nicht in normale Schemata.

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aneben kennen die Alchemisten noch die Prima Materia und den Lapis philosophorum (Stein der Weisen). Prima Materia ist dabei die Urform jeder Materie, aus der jeder andere Stoff gebildet werden kann. Prima Materia ist angeblich schwarz und unscheinbar, für den Alchemisten aber schon fast das höchste Glück, denn aus Prima Materia kann leicht jede andere Materie erzeugt werden. Die Transmutation von Blei nach Gold wird daher auch oft so beschrieben, daß man erst dem Blei alle Eigenschaften nehmen müßte, um es in Prima Materia zu verwandeln. Die Umwandlung von Blei nach Gold sei dann nur noch ein Kinderspiel. Was Prima Materia genau ist, das ist eines der Geheimnisse der Alchemisten.

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er Stein der Weisen ist das Ziel jedes Alchemisten, und natürlich schweigt auch hier der Weise mit wissendem Lächeln. Der Stein der Weisen ist eine rötliche Substanz, soviel ist bekannt, und eine kleinste Menge davon vermag unedles Metall in Gold oder Silber zu verwandeln. Bekannt ist er auch unter dem Namen Astralstein, weil er im Astralraum leuchten soll wie ein großes Feuer, und man sagt ihm nach, daß er die astrale Verseuchung der Dämonen rückgängig machen könnte und auf Dämonen wie Gift wirkt. Genau wie der Stein krankes Metall in Gold zu verwandeln mag, so ist er auch in der Lage, die Körper der Namensgeber von jeder Krankheit zu heilen und, viel wichtiger noch, er verlängert das Leben, angeblich macht er unsterblich.

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ber der Stein ist nicht nur ein Wundermittel, er ist selbst eine ganz neue Art von Materie. Er soll wirklicher sein als jede normale Materie, er existiert auf einer anderen, höheren Ebene, er existiert aus sich selbst heraus, er ist ideale Materie und damit eine Art kondensierter Geist. Und auf die gleiche Weise soll auch Gold, das durch den Stein der Weisen geschaffen wurde, besseres Gold sein als das natürliche. Das alchemistische Gold soll reiner sein, einen strahlenderen Glanz haben und weicher sein. Der Alchemist ist demnach in der Lage, etwas zu erschaffen, das über alles hinausgeht, was die Natur selbst zu schaffen vermag.

Ganzheitlich komplexes Denken

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ie Welt ist unfaßbar komplex, doch der Alchemist ist mutig und entschlossen genug, diese Komplexität zu bezwingen. Im Gegensatz zur Wissenschaft des 21. Jahrhunderts, die sich bewußt auf die "tote" und (direkt oder indirekt) sinnlich erfahrbare Welt und auf genau kontrollierbare künstliche Laborbedingungen beschränkt, und die nicht mehr nach dem großen ganzen oder dem Sinn fragt, versuchen die Alchemisten, nichts auszuklammern und die Welt als ganzes in ihre Experimente einzubeziehen und das Verhältnis von jedem Ding zu allen anderen zu berücksichtigen. Ein Beispiel ist der Einfluß der Sterne auf die Experimente: bestimmte Mixturen können nur gelingen, wenn die Sterne günstig stehen. Und von besonderer Bedeutung ist die innere Einstellung des Alchemisten selbst: Nur wer demütig, weise und außerwählt ist, nur wer sich selbst vervollkomnet hat, der kann das große Werk vollbringen und Blei in Gold verwandeln, und niemand anderes, selbst wenn er es zur gleichen Zeit am gleichen Ort und mit den gleichen Apparaturen in derselben Weise versuchen würde.

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in Nebeneffekt dieses Denkens ist, daß man nichts falsifizieren kann. Ein altes alchemistisches Rezept besagt zum Beispiel, daß das Blut eines Bockes Glas so verändert, daß es mit einem Hammer schmiedbar wird, also ähnlich formbar wie ein Metall. Man mag sagen können, daß man nicht daran glaubt, aber wiederlegen läßt es sich nicht, nur weil man zeigt, daß es bei einem selbst nicht funktioniert - vielleicht stehen die Sterne nicht richtig, oder es müßte das Blut eines besonderen Bockes sein, oder anderes Glas, und vielleicht meint "Blut eines Bockes" doch etwas anderes und ist nur eine Metapher, und letztlich kann es immer sein, daß der Adept nicht auserwählt ist.

Die Bedeutung alten Wissens

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ie alten Weisen wußten und konnten Dinge, die für uns Heutige phantastisch erscheinen - das weiß jeder in Barsaive. Während man im 21. Jahrhundert über alte Texte nur schmunzeln kann, so sind alte Texte für die Gelehrten in Barsaive die wichtigste Quelle ihres Wissens und Weltbildes. Neues Wissen wird nicht selbst erarbeitet, sondern in alten Büchern wiederentdeckt, denn durch die Jahrhunderte der Plage haben die Namensgeber viel von ihrem Wissen und ihren Möglichkeiten verloren. Die alten Magier vor der Plage waren mächtiger, und genauso ist es auch für Alchemisten. Vor alten Büchern hat man Ehrfurcht und Respekt, selbst wenn man ihre wirren und geheimnisvollen Texte nicht verstehen mag.

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ine daraus folgende eigenartige Neigung der Alchemisten ist es, ihre eigenen Werke unter den Namen großer alter Meister zu veröffentlichen. Anstatt für sich selbst den Ruhm zu verlangen, schiebt man die eigenen Worte großen Namen unter, um so den eigenen Erkenntnissen mehr Gewicht zu verleihen. Auch wird gerne beim Abschreiben alter Werke das eine oder andere Kapitel "ergänzt". Obwohl viele Alchemisten so verfahren, glauben sie paradoxerweise selten, daß ihre selbst teuer erstandenen Bücher alter Meister gefälscht sein könnten.

Geheimes Wissen

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lchemismus ist eine Geheimwissenschaft, die an keiner Universität gelehrt wird, oder besser: nicht mehr gelehrt wird. Ein Grund dafür ist, daß die von den Alchemisten vertretene Materietheorie von den offiziellen Gelehrten und insbesondere von den einflußreicheren Elementaristen abgelehnt wird. Für einen Elementaristen kann eine Materie in eine andere nur durch Magie umgewandelt werden, und sie lehnen das Konzept der "natürlichen" Transmutation strikt ab. Auf theoretischer Ebene dreht sich der Streit vor allem um die Frage, ob es vier oder fünf Elemente gibt. Für einen Alchemisten gibt es nämlich nur vier Elemente, er zählt Holz nicht dazu sondern glaubt, daß elementares Holz nur aus einer Mischung aus Wasser mit Erde und ein klein wenig Feuer besteht. Außerdem sprechen die Elementaristen den Alchemisten die Fähigkeit ab, besseres Gold als in der Natur vorkommendes erschaffen zu können. Daß Alchemisten Gold erschaffen können, wird dabei von den meisten Elementaristen nicht bezweifelt, auch wenn sie selbst dazu nicht in der Lage sind. Bekannt geworden ist eine heftige Diskussionen zwischen beiden Lagern, in deren Verlauf von einem namentlich nicht überlieferten alchemistischen Studenten mit spitzer Zunge auf die Unfähigkeit der sogenannten Elementaristen hingewiesen wurde, Blei in Gold zu verwandeln, woraufhin die Elementaristen bewiesen, daß sie immerhin Fleisch in Asche zu transmutieren vermochten.

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ragt man einen Alchemisten - sofern er sich als solcher überhaupt zu erkennen gibt - nach den Gründen, warum er seine Disziplin nicht an die große Glocke hängt, antwortet er meist mit dem Hinweis auf die nötige Demut. Der wahre Alchemist sei in der Lage, Wunder zu vollbringen, die keine andere Disziplin vermag, und dies könne er nur, weil er von den Passionen begünstigt sei. Nur ein Adept reinen Herzenz könne Blei in Gold verwandeln. Außerdem würde dieses Geheimnis, so es in die falschen Hände gelange, die Seele der Namensgeber verderben, so wie es die Habgier bekanntlich ja tue. Genauso sei es mit dem ewigen Leben, das die Passionen in ihrer Weisheit nur für Auserwählte vorgesehen hätten.

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anchem normalen Zeitgenossen geht solcherlei Demutshuldigung und Selbstbeweihräucherung verständlicherweise sehr auf die Nerven, weswegen Alchemisten gut daran tun, ihre wahren Einstellungen für sich zu behalten. Aber tatsächlich tun die wenigen Adepten, die den Stein der Weisen gefunden haben, gut daran, ihr Wissen für sich zu behalten, wollen sie weiter ein freies Leben führen, denn die Fürsten und Könige Barsaives haben immer Bedarf nach einem Goldesel, schließlich brauche man für einen Krieg vor allem drei Dinge, so sagen sie: Geld, Geld und Geld.

Der Alchemist als soziales Wesen

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ie meisten Alchemisten geben ihr geheimes Wissen an einen einzelnen Lehrling weiter, und oft schreiben sie auch ihre Bücher nur für ihn. Aus diesem Grund sind alchemistische Bücher für Außenstehende meist nicht zu verstehen. Als sei die alchemistische Sprache mit ihren dutzendfach überladenen und sich auf alles mögliche beziehenden Symbolen und Bildern nicht schon verworren genug, so schreiben Alchemisten oft gezielt für eine bestimmte Person und benutzen dabei Andeutungen, die sich auf das geteilte und geheime Wissen zwischen Lehrer und Schüler beziehen. Und gerade dann, wenn es am interessantesten wird - Rezepte zum Stein der Weisen - dann werden die Bücher äußert knapp und schweigen sich aus, nur um anschließend wie zum Hohne in den üppigsten Versprechungen und pinibelster Detailtreue über die Wunderkraft dieser Substanz zu palavern.

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as Verhältnis von einem zum anderen Alchemisten ist oft von Zwietracht geprägt. Die meisten Alchemisten halten ihre Kollegen allesamt für Scharlatane und Quacksalber, die dem falschen Weg folgen. Zwei Alchemisten können sich tagelang über kleinste Details ihrer Arbeit streiten. Den alten Meistern neidet man, daß sie ihr Wissen nicht preisgeben. Die Zeitgenossen hält man für unfähig und ihre Bücher für Schund (und liest sie trotzdem alle). Kurz: Alchemisten sind oft Eigenbrödler. Aus diesem Grund gibt es auch keine alchemistischen Organisationen, keine Zünfte oder Gilden. Dem gemeinen Volk fühlt man sich entrückt und hält es sich wenn möglich vom Leibe. Es ist weniger eine gesellige Natur als vielmehr reiner Pragmatismus, der Alchemisten dazu bringt, sich mit anderen Adepten zu einer Gruppe zusammenzufinden und gemeinsam Abentuer zu bestehen.

Arbeitsmaterialien

Die sieben Metalle

Der Alchemist kennt 7 Metalle und ordnet sie den 7 Planeten zu:

  • Gold Gold (Sonne - gelb, hell, schön, königlich)
  • Silber Silber (Mond – hellglänzend, kalt)
  • Eisen Eisen (Mars – rostrotglänzend bzw. rötlich rostend, kriegerisch)
  • Quecksilber (Merkur – flink, schnell, flüchtig)
  • Zinn (Jupiter – kühl glänzend, majestätisch)
  • Blei Blei (Saturn – schwerfällig, langsam)
  • Kupfer Kupfer (Venus – schön strahlend).

Alchemistisches Labor

Hier eine Auftstellung der wichtigsten Alchemistischen Geräte. In der Regel besitzt ein Alchemist ein Labor, in dem er arbeiten kann.

Die Phiole

Die Phiole ist eine kuppelförmige, bauchige Flasche mit langem Hals. Für einen Alchemisten ist sie aber noch viel mehr, wie schon ihre Bezeichnung als „hermetisches Gefäß“ andeutet, was sie eng mit dem göttlichen Urvater der Alchemie, Hermes Trismegistus, verbindet. Sie ist in der Tat ein eigener Kosmos und in der Lage, jede Substanz in ihrem Inneren aufzubewahren, nämlich sogar das berühmte Alkahest, das Universallösungsmittel, das ansonsten jede andere Substanz zersetzt. Die Phiole ist das wichtigste Instrument des Alchemisten und wird durch dessen Gebrauch ein magisches Artefakt. Für jede Substanz hat der Alchemist für gewöhnliche eine eigene Phiole.

Der Tribikos

Als Tribikos oder auch Dreikrug wird ein Apparat bezeichnet, mit dem Stoffe destiliert oder sublimiert werden können. Ein geschickter Einsatz seiner Talentmagie befähigt den Alchemisten, die Temperaturen und astralen Felder um den Kolben sehr genau zu regulieren.

Der Kerotakis

Der Kerotakis ist ein Gerät, in dessem Boden man eine Substanz sublimieren und mit einer anderen Substanz im Kopf des Gerätes reagieren lassen kann. Auf diese Weise wird z.B. krataisches Gold hergestellt.

Brennmaterial

Einer der wichtigsten Alchemistischen Prozesse ist das Erhitzen einer Substanz, insbesondere das mäßige Erwärmen über lange Zeiträume. Hierzu werden einige Arten von hitze- und wärmespendenden Materialen und Gerätschaften benutzt, unter anderem:

  • Pferdemist liefert eine animalische Hitze (60°C)
  • Öllampen für kleinere Substanzmengen
  • gemauerter Herd für mittlere Temperaturen von einigen hundert Grad
  • Pyr Automaton (Dauerbrennofen) für höchste Temperaturen mittels wahrem Feuer, liefert auch astrale Wärme
  • Sonnenlicht hat eine besondere Bedeutung, da es dem Gold entspricht und eine lebendige, göttliche Wärme liefert. Oft wird das Sonnenlicht mittels Linsen oder Hohlspiegeln gebündelt.

Literaturverweise





letzte Änderung 20-Nov-2007 09:38:18 MEZ von unknown.

Dateien:
Phiole.gif Phiole.gif 6464 bytes


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